22.01.2020 - 09:58 Uhr
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"Jojo Rabbit" im Kino: Hitler als imaginärer Freund

Adolf Hitler als imaginärer Freund? Klingt schräg. Das ist die Kriegssatire "Jojo Rabbit" auch. Das Kontrastprogramm: Im Kino läuft diese Woche "Das geheime Leben der Bäume" an. Alle Starts im Überblick.

Roman Griffin Davis (l) als Jojo und Thomasin McKenzie als Elsa in einer Szene des Films "Jojo Rabbit".
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

"Jojo Rabbit": Die Geschichte ist so schräg wie der Filmtitel: Die Kriegssatire "Jojo Rabbit" dreht sich um einen zehnjährigen Jungen, der Adolf Hitler zu seinem imaginären Freund macht. Jojo (Roman Griffin Davis) lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter, gespielt von Scarlett Johansson, die ein jüdischen Mädchen in ihrem Haus versteckt hat. Sam Rockwell tritt als Ausbilder bei der Hitlerjugend in Aktion. Der neuseeländische Regisseur Taika Waititi ("Thor: Tag der Entscheidung") schlüpft selbst in die Hitler-Rolle. Mit "Jojo Rabbit" gelingt ihm ein satirischer Seitenhieb auf Hass-Ideologien. Für den Film gab es bereits Nominierungen bei den Golden Globes und für mehrere Oscars.

(Regie: Taika Waititi – Mit Roman Griffin Davis, Scarlett Johansson, Thomasin McKenzie, Taika Waititi, Sam Rockwell – 108 Minuten – frei ab 12 Jahren) (dpa)

Trailer "Jojo Rabbit"

"Das geheime Leben der Bäume": In einer Zeit der Umbrüche und Unsicherheiten sehnen sich viele Menschen nach heiler Natur. Sogenanntes Waldbaden als Entschleunigung zwischen Buchen und Fichten boomt. Passend dazu kommt nun Peter Wohllebens Bestsellerbuch "Das geheime Leben der Bäume" (2015) als gleichnamiger Dokumentarfilm in die Kinos. Unter der Regie von Jörg Adolph ("Elternschule") spielen der Wald und Wohlleben die Hauptrollen. Produzent Friederich Oetker sagt zu den Naturaufnahmen von Jan Haft ("Das grüne Wunder"): "Wir wollten wirklich in die Bäume rein, in die Rinden rein, in die Waldböden, in denen tausende Organismen leben, in die Baumkronen." Wohlleben erklärt hierzu aus dem Off das Zusammenspiel der Bäume.

(Regie: Jörg Adolph – Mit Peter Wohlleben – 96 Minuten – ohne Altersbeschränkung) (dpa)

Trailer "Das geheime Leben der Bäume"

"Das Vorspiel": Der Film von Regisseurin Ina Weisse ist ein intensives Familiendrama, das im Musikermilieu spielt. Nina Hoss spielt die Geigenlehrerin Anna Bronsky. Gegen den Willen einiger Kollegen setzt sie die Aufnahme des Schülers Alexander (Ilja Monti) durch, den sie für talentiert hält. Mit viel Disziplin bereitet sie ihn auf die Zwischenprüfung vor und vernachlässigt dabei ihre Familie. Als Anna in einem Konzert als Geigerin versagt, treibt sie ihren Schüler mit unerbittlicher Strenge zu Höchstleistungen an. Am Tag des entscheidenden Vorspiels kommt es zu einem schlimmen Unfall.

(Regie: Ina Weisse – Mit Nina Hoss, Simon Abkarian, Ilja Monti, Sophie Rois – 99 Minuten – frei ab 12 Jahren) (dpa)

Trailer "Das Vorspiel"

"Die Wütenden": Stéphane hat sich in die Anti-Verbrechenseinheit in Montfermeil nahe Paris versetzen lassen. Was der Einsatz in dem Vorort bedeutet, wird ihm schnell bewusst. Diverse Clans haben sich das Areal aufgeteilt, und seine Kollegen haben ihre eigenen fragwürdigen Methoden, mit denen sie versuchen, für Respekt und Ordnung zu sorgen. Dabei kommt es immer wieder zu Spannungen und Auseinandersetzungen. Als Stéphane zusammen mit seinen beiden Kollegen eine dubiose Verhaftung vornehmen will, werden sie von einer Drohne gefilmt. Durch das fragwürdige Vorgehen des Trios droht die Situation zu eskalieren. Mit "Die Wütenden" hat der französische Regisseur Ladj Ly eine autobiografisch geprägte Milieustudie über eine Vorstadt im Pariser Großraum gedreht, in der es 2005 zu heftigen Unruhen kam. Der Film ist Frankreichs Hoffnung auf einen Auslandsoscar.

(Regie: Ladj Ly – Mit Damien Bonnard, Alexis Manenti, Djebril Zonga – 104 – frei ab 12 Jahren) (dpa)

Trailer "Die Wütenden"

"Die Wolf-Gäng": Mit seinem Vater Barnabas hat es den 13 Jahre alten Vampir Vlad nach Crailsfelden verschlagen - einen verwunschenen Ort voller magischer Wesen, darunter Zwerge und Trolle. Kaum angekommen an der Penner-Akademie, passiert Vlad etwas ziemlich Unangenehmes: Beim Anblick einer nicht allzu großen Wunde muss er sich übergeben - er kann kein Blut sehen. Doch Vlad ist nicht allein mit dieser kleinen Anomalie. Da wäre noch Faye, eine Fee, die von Flugangst geplagt wird. Sowie Wolf, ein Werwolf mit Tierhaarallergie. Zusammen mit seinen neuen (Leidens-)Genossen aber kommt Vlad bald einer seltsamen, den Bürgermeister des Ortes betreffenden Verschwörung auf die Spur. Regie führte Tim Trageser ("Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft").

(Regie: Tim Trageser – Mit Rick Kavanian, Aaron Kissiov, Sonja Gerhardt – 96 Minuten – FSK o.A.) (dpa)

Trailer "Die Wolf-Gäng"

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