11.12.2019 - 17:51 Uhr
ParksteinDeutschland & Welt

Witron wächst in Parkstein weiter: 2000 neue Arbeitsplätze

Seit einigen Wochen rollen die Bagger für eines der größten privatwirtschaftlichen Bauvorhaben in Nordbayern: Der Logistiker Witron investiert mindestens 160 Millionen Euro in die Verdoppelung seiner Produktionsfläche.

Bei Witron sollen seit einem Monat die Bagger.
von Externer BeitragProfil

Witron, eines der international führenden Unternehmen im Bereich intelligenter Lager- und Kommissioniersysteme, drückt aufs Tempo. Nur weniger als ein halbes Jahr nach Planungsbeginn starteten die Erdarbeiten in der Marktgemeinde Parkstein (Kreis Neustadt/WN). In Rekordzeit erfolgten die behördlichen Genehmigungen.

Während viele Industriebranchen in der Region mit einem konjunkturellen Einbruch kämpfen und Beschäftigte abbauen, erhöht Witron den Auftragsneueingang allein in diesem Jahr auf 1,5 Milliarden Euro, was einen enormen Wachstumssprung für das Unternehmen bedeutet. Dies bestätigen Firmengründer Walter Winkler (82) und Geschäftsführer Helmut Prieschenk gegenüber Oberpfalz-Medien. Winkler und Prieschenk erwarten 2019 eine Umsatzsteigerung auf rund 630 Millionen Euro (2018: 550 Millionen Euro). Angesichts der Laufzeiten der Großprojekte von Australien bis Nordamerika über mehrere Jahre, wirken sich die Auftragsneueingänge erst ab 2022 auf die Umsatzsteigerung aus. Aufgrund der unterschriebenen Projekt- und Serviceverträge wird die Zahl der Mitarbeiter mittelfristig um 500 jährlich wachsen: von heute 4000 auf dann 6000 im Jahre 2023.

Hochregallager quasi im Keller

Dieser enormen Expansion ist auch die neuerliche Investition geschuldet. Der Firmeninhaber beziffert die Kosten allein für die "Hülle" - also ohne Logistik, Produktionsmaschinen und Infrastruktur - auf 130 Millionen Euro. Die herrschenden akuten Platzprobleme zwingen Witron, derzeit Teilbereiche der Fertigung außer Haus zu vergeben. Die Produktion kann bis zum Jahr 2021 weitgehend in Parkstein konzentriert werden, "genau passend zu unserem 50. Firmenjubiläum", freut sich Walter Winkler.

Walter Winkler

Riesige Erdbewegungen

Dieses nicht alltägliche Neubauprojekt "schmiegt" sich in den Hang nordöstlich der markanten Basalt-Formation ein. Ein genial anmutender, aber technisch höchst aufwendiger "Dreh" verfrachtet die Neubaufläche mit zigtausenden Quadratmetern gleichsam unter die Erde: Quasi im Keller befindet sich das elf Meter hohe Hochregallager. Von hier aus werden die oberhalb liegenden Produktionsflächen - auf zwei Ebenen von jeweils 5,5 Meter Höhe - logistisch direkt beschickt. Dieser Kunstgriff, die 22 Meter hohe Bebauung in den Hang einzubetten, machte riesige Erdbewegungen von insgesamt 300 000 Kubikmetern (etwa die Dimension von 120 olympischen Schwimmbecken) notwendig. Geschäftsführer Prieschenk: "Somit ist der Spagat zwischen Flächenversiegelung und den Bedürfnissen der Anwohner erfolgreich geglückt." Die neuen Hallen gründen auf etwa 10 000 Betonpfählen, mit einer Gesamtlänge von etwa 80 Kilometern.

"Gegessen wird immer", erklärt Walter Winkler mit einem Augenzwinkern die Expansion entgegen dem Trend einer sich abkühlenden Weltkonjunktur. Die Witron Logistik + Informatik GmbH plant, realisiert und betreibt komplexe Logistik-Center vor allem für Handelsketten wie Walmart (USA/Kanada), Edeka oder Rewe. Die sogenannte Order-Picking-Machinery (OPM) von Witron ermöglicht eine hocheffiziente Bestückung von Euro-Paletten und Roll-Containern: In derselben Reihenfolge, wie später die Regale in den Filialen gefüllt werden. Eine immer bedeutendere Rolle nimmt der internationale Service für die realisierten Projekte ein; in diesem Geschäftsfeld arbeiten inzwischen 50 Prozent der Witron-Beschäftigten.

Verlässlich, innovativ

"Wir liefern unseren Kunden nicht nur eine Maschine, sondern bieten ihnen eine Gesamtlösung von der Planung über Realisierung inklusive Software, Steuerung und Mechanik, Installation, Inbetriebsetzung sowie Service und Wartung", unterstreicht Geschäftsführer Prieschenk den ganzheitlichen Ansatz, ein "strategischer Partner" für die internationale Kundschaft zu sein. Der oberpfälzische Marktführer für Food-Verteilzentren setzt dabei auf Verlässlichkeit und technologische Innovation. "Unsere Kunden sagen: Was Winkler plant, funktioniert." Im Schnitt kommen die Kunden bereits das vierte Mal in Folge mit weiteren Projekten zu Witron.

Mit Blick auf den immensen Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern verweist Prieschenk auf die Verpflichtung, nicht nur Arbeitgeber zu sein, sondern den Beschäftigten und den aktuell 300 Auszubildenden einen Mehrwert als "Ideen-, Perspektiven- und Chancengeber" zu bieten.

Die rot umrandete Fläche zeigt die geplanten Neubauten bei Witron.
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