17.02.2020 - 20:14 Uhr
SchmidgadenDeutschland & Welt

Strom aus der Region elektrisiert Berlin

SPD-Umweltministerin Svenja Schulze lobt Solarfeld der Bürgergenossenschaft als ein bundesweites Vorzeigeprojekt.

Bemo-Vorsitzender Bürgermeister Armin Schärtl (Zweiter von links) zeigt Ministerin Svenja Schulze (Mitte) und Marianne Schieder (Zweite von rechts) den Solarpark.
von doa Kontakt Profil

Nicht nur das Schnitzel am Teller, sondern auch der Strom aus der Steckdose soll vorzugsweise aus der Region kommen. So zumindest sieht es das Klimapaket der Bundesregierung vor. Doch in der Realität funktioniert das in Bayern eher schleppend.

Ein grüner Vorreiter aus roter Sicht ist da der Solarpark Schmidgaden (Kreis Schwandorf) der Bürgergenossenschaft Bemo, der mittlerweile über 200 Haushalte mit Strom versorgt. Auch an regnerischen Tagen, wie an diesem Montag, an dem sich Bundesumweltmisterin Svenja Schulze (SPD) selbst einen Eindruck von dem Vorzeigeprojekt verschafft hat. "Wir bräuchten viel mehr solcher Initiativen vor Ort", zeigte sich der Besuch aus Berlin begeistert.

Weniger Leitungen notwendig

"Wenn wir hier in den Regionen Strom erzeugen, müssen wir das Thema nicht mehr zentral lösen, und das heißt auch, dass wir künftig weniger Leitungen brauchen", zeigte sie die langfristigen Vorteile auf. Der Solarpark sei daher "beispielhaft" für einen Einstieg in erneuerbare Energien vor Ort.

Mehr über das Projekt

An der Nachfrage hapert es jedenfalls nicht, weiß Nabburgs Bürgermeister Armin Schärtl (SPD), ehrenamtlicher Bemo-Vorsitzender, zu berichten. Im Gegenteil: Die Anlage habe sich längst als lukrativ erwiesen, es gebe auch ausreichend Bürger, die noch mitmachen wollen, aber: "Wir sind aktuell händeringend auf der Suche nach geeigneten Freiflächen, etwa entlang von Autobahnen oder dem Schienennetz." Er selbst geht jedenfalls mit gutem Beispiel voran und bezieht auch privat Öko-Strom aus der Region, wie er bei der Gelegenheit verkündete.

SPD-Bundesministerin Svenja Schulze (2. v. li.) zu Besuch bei der Abgeordneten Marianne Schieder (2. v. li., hintere Reihe) und der örtlichen SPD, darunter Nabburgs Bürgermeister Armin Schärtl, SPD-Landratskandidat Peter Wein und Schwandorfs OB-Kandidatin Karin Frankerl.

Die Initiative für den Besuch ging von der SPD-Bundestagsabgeordneten Marianne Schieder aus, die ihrer Parteikollegin schon länger von dem "Vorzeigeprojekt" vorgeschwärmt hatte: "Wir brauchen mehr solcher Initiativen vor Ort, weil vor Ort wird entschieden", betonte Schieder. "Wir brauchen Kommunen, die sich kümmern, die schauen, dass Windräder gebaut werden können. Die schauen, dass auf Freiflächen Solaranlagen entstehen, und im Idealfall entstehen die Projekte dann in Genossenschaften."

Einstieg lohnt sich

Vor neun Jahren wurde die Bürgerenergiegenossenschaft ins Leben gerufen. Mittlerweile hat die Bemo 360 Mitglieder mit 5400 Anteilen im Gesamtwert von 2,7 Millionen Euro. Ab 500 Euro kann man Mitglied werden. „Wir haben zuletzt jährlich rund drei Prozent auf die eingelegten Beträge ausschütten können, das bekommen Sie bei keiner Bank“, freut sich Schärtl.

Regen statt Sonne - doch die Solarenergie aus regionaler Hand funktioniert, wie sich SPD-Umweltministerin Svenja Schulze (mitte) selbst überzeugt hat.

Für Sie empfohlen

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.