22.10.2019 - 16:58 Uhr
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Traktor-Protest in Bayreuth: Auch Oberpfälzer Bauern reicht’s

Die Landwirte machen mobil. Kilometerlange Traktoren-Konvois protestierten am Dienstag in ganz Deutschland. Oberpfälzer Landwirte pilgerten zu Hunderten nach Bayreuth.

von Wolfgang Würth Kontakt Profil

In ganz Deutschland haben Landwirte am Dienstag gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung und für mehr Wertschätzung demonstriert. In Bayern gab es Proteste mit Traktoren in München, Würzburg und Bayreuth. In der oberfränkischen Bezirkshauptstadt beteiligten sich laut des Kreisvorsitzenden der Milchviehhalter (BDM) aus Amberg-Sulzbach, Helmut Graf, 1163 Traktoren, viele davon aus der Oberpfalz.

Laut Graf fuhren rund 200 Zugmaschinen aus den Kreisen Schwandorf und Amberg-Sulzbach über Auerbach nach Bayreuth. Auch aus dem Landkreis Tirschenreuth beteiligten sich laut Landwirt Matthias Zahn aus Reuth über 100 Gespanne. Ein weiterer Konvoi steuerte aus dem Kreis Cham nach Oberfranken. Die oberfränkische Polizei spricht von 1200 Teilnehmern bei der Abschlussveranstaltung um 14 Uhr.

Bemerkenswert sei, dass kein Verband hinter der Demonstration steht, betonte Helmut Graf. „Das wurde alles über Whats-App-Gruppen organisiert.“ Dies hatte zur Folge, dass sich Anhänger des BDM genau wie des Bauernverbands (BBV) am Protest beteiligten. In den vergangenen Jahren standen die beiden Verbände in Konkurrenz. Für Graf ist es ein Erfolg, dass „die Bauern wieder gemeinsam marschieren“. Positiv sei auch die Reaktion der Passanten in Bayreuth ausgefallen – trotz des Chaos’, das die Traktoren im städtischen Verkehr gestiftet haben.

In München waren 2000 Traktoren zur Demo gekommen. In Würzburg musste wegen der 1000 Trekker die Versammlung bereits abgesagt werden, bevor sie offiziell begonnen hatte. Zu groß war der Andrang, selbst Feuerwehr und Rettungswagen kamen in einigen Straßen nicht mehr durch.

Unterstützung für das Anliegen der Landwirte kam auch aus der Politik. „Unsere bayerischen Landwirte verdienen keine Pauschalverurteilungen als Tierquäler, Subventionsempfänger oder Umweltsünder“, sagte der landwirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Landtag, Christoph Skutella aus Weiden. Auch von Freien Wählern, SPD und AfD kam Zuspruch für die Landwirte.

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