Nur Zuwanderung bewahrt Oberpfalz vor Schrumpfkur

Die neue Berechnung zur Bevölkerungsentwicklung in der Oberpfalz zeigt, dass es gerade im Norden ohne Zuwanderung nicht geht. Schon jetzt federt der Zuzug aus dem Ausland die Verluste ab. Flüchtlinge spielen dabei nicht die Hauptrolle.

Die Bevölkerung in der Oberpfalz nimmt nur Dank Wanderungsgewinnen zu.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil
 

Die Oberpfalz ist in den kommenden Jahren verstärkt auf Zuwanderung angewiesen. Das belegt die Bevölkerungsvorausberechnung für das Jahr 2038, die das statistische Landesamt Anfang 2020 vorgestellt hat. Lediglich die Stadt Regensburg kann demnach aus sich selbst wachsen. In den anderen Kreisen werden mehr Menschen sterben als geboren werden.

 

"Sterbe- und Geburtenraten sind relativ starr, sie verändern sich nur langsam", sagt Karin Tesching vom statistischen Landesamt. Dass die Geburtenzahlen zuletzt gestiegen sind, habe wenig mit der Geburtenrate pro Frau in Deutschland zu tun, erklärt die Statistikerin weiter. Vielmehr gibt es derzeit mehr Frauen im gebärfähigen Alter als noch vor einigen Jahren. Es sind die Kinder der Babyboomer, die derzeit selbst Kinder bekommen. Am langfristigen Trend ändere dies nichts.

 

Eher kann das die sogenannte Wanderungsbilanz leisten. Schon in den vergangenen Jahren hat der Zuzug die Prognosen gerade für die nördliche Oberpfalz verbessert. Zwar wird im Norden weiter mit Bevölkerungsschwund gerechnet, der soll allerdings weniger stark ausfallen als noch in den Vorjahren prognostiziert.

Innerdeutsche Wanderung spiele dabei schon länger keine Rolle mehr, sagt Tesching. "Der innerdeutsche Wanderungssaldo ist relativ ausgeglichen." Die verbesserten Prognosen haben ihren Ursprung im Zuzug aus dem Ausland. Flüchtlinge spielen dabei nicht die Hauptrolle: Abgesehen von den Jahren 2015 und 2016 waren es vor allem EU-Ausländer, die für Zuzug sorgten, vor allem aus Italien, Spanien, Griechenland oder Rumänen. Zwar zieht es auch diese Menschen bevorzugt in die Metropolen, aber auch das Land profitiere, sagt die Statistikerin Tesching.

 
 
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