22.11.2019 - 16:55 Uhr
AltendorfOberpfalz

Weil die Toten schweigen

60 Millionen Tote forderte der Zweite Weltkrieg. In den Fokus wird beim Volkstrauertag in Altendorf auch der "Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge" gerückt.

Der Volkstrauertag bedeutet nicht nur Trauer, er ist Weckruf und Mahnung zur Verteidigung von Demokratie und Frieden“, betonte Bürgermeister Georg Köppl.
von Autor TJAProfil

Bis heute klärt er Schicksale der Toten beider Weltkriege, und gibt dem Leid der Angehörigen zumindest einen Ort des Trauerns und des Nachdenkens.Pfarrer Cyprian Anyanwu erinnerte beim Gedenken, das von der Blaskapelle "Auerbachtal" umrahmt wurde, an die zahllosen Toten und Vermissten der Weltkriege.

Bürgermeister Georg Köppl betonte, dass der Volksbund aktuell 833 Kriegsgräberstätten in 46 Staaten mit 2,7 Millionen Kriegstoten betreut. Noch heute wird die Gräbersuche online täglich fast 10000 Mal aufgerufen. Vor diesem Hintergrund sei es weiterhin wichtig, wenn Sammler wie die Soldaten- und Kriegerkameradschaft alljährlich um Spenden für diese längst noch nicht abgeschlossene Aufgabe anklopfen. Der Volkstrauertag rufe bei vielen Bürgern mittlerweile Achselzucken hervor oder interessiere nicht mehr. "Weil die Toten schweigen, beginnt alles immer wieder von vorne", zitierte Köppl den der Philosophen Gabriel Marcel. Neben der zentralen Botschaft "Nie wieder Krieg" gebe es auch die andere Botschaft: "Gehört nie mehr einer schweigenden Mehrheit an, bis es zu spät ist". Es sei kaum zu fassen, dass es nach der Nazi-Diktatur mit Terror und Rassenwahn mittlerweile wieder eine rechtsradikale Szene in Deutschland gibt. Deshalb dürfe die Antwort auf die Weltlage nicht in Politikverdrossenheit und Politikerverachtung münden.

Zusammen mit dem Vorsitzenden der Soldaten- und Kriegerkameradschaft, Markus Dirschwigl, legte Köppl einen Kranz am Ehrenmal nieder. Der Dank des Bürgermeisters galt den Sammlern der Soldaten- und Kriegerkameradschaft, die heuer mit 1660,50 Euro ein Rekordergebnis erzielt haben.

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