18.11.2019 - 15:35 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberg Sounds: Ganz großes Klang-Kino im Ring-Theater

Die Premiere von Amberg Sounds ist durch und durch gelungen. Dabei geht es um die Förderung von Amberger Musikern,um den Erhalt des Ring-Theaters und um einen guten Zweck. Und: Es soll eine jährliche Wiederholung geben.

von Dagmar WilliamsonProfil

Als in der Innenstadt die letzten Geschäfte ihre Lichter ausknipsten und sich am Marktplatz die Gedenkfeier zum Volkstrauertag dem Ende neigte, begann der Zauber mit Popcorn-Geruch in Ambergs nostalgischer Retro-Location schlechthin - die Premiere von Amberg Sounds im Ring-Theater.

Dass die Vilsstadt durch musikalischer Vielfalt glänzt ist längst bekannt. Vielen Künstlern wird aber noch zu selten Gehör geschenkt. Und so kam es, dass sich Nadja Renner kurzerhand ein neues musikalisches Format überlegte - mit zukünftigem Kult-Status.

Vier Bands auf der Bühne

Mit der Hilfe von Stadtrat Helmut Weigl und Lions-Club-Vertreter Toni Donhauser sowie Unterstützung durch Kino-Besitzer Andreas Wörz und dem Büro Wilhelm gelang ein formidabler Abend mit Stil und Intellekt. Dennoch kam die fette Sause für das Publikum nicht zu kurz. Vier Bands, eine Bühne und alle Generationen unter einem Dach. Von einem derzeit oft berichteten Konflikt dieser war an jenem Abend jedoch nichts zu spüren. Musik verbindet eben.

Felix Gleixner und Thomas Donhauser interpretierten nur mit Akustik-Gitarre und natürlicher Stimme Hits wie "No diggity" oder "Easy like Sunday Morning" aus dem R&B- und Soul-Lager sowie poppiges von Britney Spears. Es waren zeitlose Dinge, die hier verhandelt wurden. Man muss auch kein Fan von Lady Gaga und Bradley Cooper sein, um den Mut von Felix Gleixner und Nadja Renner zu bewundern. Im Duett sangen sie ihre Version von "Shallow", ohne übertriebene Vibrationen in der Stimme, dafür aber authentisch mit Gänsehautfaktor. Belohnt wurden sie mit tosendem Applaus. Wer sich zurücksehnte in die Zeiten der mystischen Kate Bush und die Anfänge der eigenwilligen Tori Amos, durfte sich über das deutsche Pendant gefreut haben. Funkenstein nennt sich die vierköpfige Formation mit Singer-Songwriter Luisa Funkenstein als Frontfrau. So genügsam, zurückhaltend, ja, fast schüchtern wie die Sängerin im Gespräch wirkte, so gegensätzlich und unerwartet erklangen ihre gewaltige Stimme und das Klavierspiel. Lyrische Texte voller Poesie und unverschleierter Wahrheit lösten gleichzeitig Melancholie und Freude aus. Wie in der Komposition "Siblings" - eine Ode an ihre Geschwister und Bandmitglieder. Absolut hitverdächtig war auch "Too Late". Obwohl die gebürtigen Amberger den diesjährigen Heimatsound-Wettbewerb des Bayerischen Rundfunk nicht gewannen, erhöht sich die Anzahl heimlicher Fans stetig. Es war zwar erst das zweite Konzert von The Cold Brewed Cats, aber davon war nichts zu spüren. Gefühlvoll mit leiser Stimme hauchte Nadja Renner Indie-Pop ins Mikrofon. Kann Amberg jetzt auch eine Chansonette mit Zeitgeist ihr Eigen nennen? Denn die französische Sprache steht der Organisatorin von Amberg Sounds besonders gut.

Erlös für kranke Kinder

Während es bis dahin ein Sitzkonzert war, schwang sich beim Auftritt des Top-Acts Regionalliga die erste tanzende Meute nach vorne. Bekannt wie alte Hasen und bunte Hunde im dezenten Schwarz gekleidet, rockten sie als krönender Höhepunkt das Ring-Theater und brachten die Stimmung auf 100 Prozent. Und das alles für einen guten Zweck. Der Erlös des erstens Amberg-Sounds-Abends ist für die Selbsthilfegruppe krebskranker Kinder Amberg-Sulzbach bestimmt.Weitere Bilder: www.onetz.de/

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.