17.01.2020 - 11:44 Uhr
AmbergOberpfalz

Gerüchteküche um Bergwirtschaft dampft jetzt auch zum Bergfest

Es ist nur eine Frage der Zeit gewesen, wann bei der Diskussion um Mariahilfberg und Erweiterung der Bergwirtschaft auch das Bergfest mit hineingezogen wird. Antwort: jetzt - allerdings erneut nur mit Gerüchten.

So wie hier die Bratwürste auf dem Rost dampfen, raucht es derzeit auch mit neuen Gerüchten ums Bergfest. Sie sprechen von einer angeblichen Verkleinerung des Festplatzes wegen der geplanten Erweiterung der Bergwirtschaft mit 20 Hotelzimmern, die schließlich Parkplätze brauchen würden, so die Behauptung.
von Thomas Amann Kontakt Profil

Franz Mertel, einst langjähriger Amberger Stadtkämmerer und nun im Ruhestand Kirchenpfleger der Filialkirchenverwaltung Mariahilfberg und ihrer gleichnamigen Stiftung, schüttelt nur den Kopf. Über den bunten Strauß an falschen Behauptungen, der schon seit Monaten rund um die geplante Sanierung und Vergrößerung der Gaststätte sprießt und trotz wiederholter Entkräftung und Entgegnung mit Fakten immer wieder neue Blüten treibt.

Hotel braucht angeblich Parkplatz

Jüngstes Beispiel das Bergfest, um das herum nun gedichtet wird, es solle in Zukunft kleiner ausfallen. Weil angeblich Parkplätze fürs mit der Wirtschaftssanierung geplante Hotel und den größeren Saal nötig seien. Der hintere Bereich des sonst vollständig belegten Festplatzes sei wohl nicht mehr für Festwirte und Standbetreiber nutzbar, so will es die Gerüchteküche wissen. Sie orakelt von einer Verkleinerung des größten Marienwallfahrtsfestes der Diözese Regensburg und schürt damit auch kräftig in die kirchliche Richtung. Ziel dabei offenbar: Jetzt auch religiös und mit der Bergfest-Tradition Stimmung zu machen.

Dabei ist nichts davon wahr, sagt Franz Mertel, der es wissen muss. Es ist nämlich seit Jahr und Tag die Kirchenstiftung Mariahilfberg beziehungsweise ihre Verwaltung, die das Bergfest veranstaltet. Sie organisiert und genehmigt alles vom Kleinsten bis zum Größten, was während der Wallfahrt auf dem Festplatz und rundherum stattfindet. Also ist sie diejenige, die so eine angebliche Verkleinerung planen müsste. Das tut sie aber mitnichten, davon war überhaupt noch nie die Rede, sagt Mertel. Darauf schwört er mit Unterstützung seiner weiteren Verwaltungsmitglieder und Vorstand Guardian Seraphin Broniowski vom Franziskanerkloster Stein und Bein.

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Freunde des Mariahilfbergs warten ab

Das Thema Bergwirtschaft stand auch im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der Freunde des Mariahilfbergs. Die drei Vorstandsmitglieder, die Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen sind, rechtfertigten dabei den Stadtratsbeschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplans für dieses Vorhaben.

Vorsitzender Hans-Jürgen Bumes (Grünen-Stadtrat und Oberbürgermeisterkandidat) blendete kurz auf die Vorgeschichte dieses Projekts zurück, bei dem nach Ablauf des Pachtvertrags zunächst nur eine Sanierung des früheren Mesnerhauses geplant war. "Dagegen hätte es wohl keinen Widerstand gegeben", sagte er. Die Kirchenstiftung, Inhaberin der Immobilie, habe sich dann für die Ausschreibung eines Wettbewerbs entschieden. Der Investor plane eine Erweiterung um einen Hotelbau. "Mir hätte die dringend notwendige Sanierung der alten Wirtschaft gereicht, denn in Bayern gehören Kirche und Wirtshaus immer zusammen", betonte Vorstandsmitglied Helmut Wilhelm.

Wie die Erweiterung rechtlich zu würdigen sei, so Bumes, das werde sich im Bebauungsplanverfahren zeigen. Solange werde der Investor abwarten. Bumes und Wilhelm erläuterten, dass im Verfahren Untersuchungen hinsichtlich Flora, Fauna, Lärm und Geologie angestellt werden müssten. "Man kann jetzt noch nicht sagen, wie der Bebauungsplan mal aussieht", gab Wilhelm zu verstehen. Die Grünen hätten im Stadtrat für die Aufstellung eines Bebauungsplans gestimmt, denn nur so könne geprüft werden was wirklich genehmigungsfähig ist. Keinen Bebauungsplan aufzustellen wäre nicht rechtmäßig gewesen.

Bei der Versammlung kam die Sprache auch auf die Parkplätze für einen eventuellen Hotelbetrieb. Den Nachweis wolle der Investor auf dem unteren Teil des öffentlichen Parkplatzes erbringen, sagte Bumes. Während des Bergfestes wolle der Betreiber eventuell einen Shuttlebus-Service anbieten. "Wenn wir am Ende des Verfahrens mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind, kann jeder Einspruch einlegen und ein Normenkontrollverfahren beantragen, sagte Wilhelm. Und Bumes versicherte: "Wir werden das Ergebnis kritisch betrachten. Mal sehen, was die im Verfahren notwendigen Gutachten ergeben". (usc)

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Ulrich Kreillinger

Man sollte sich weniger um die Gerüchteküche in Sachen Bergwirtschaft kümmern, sondern viel mehr um die städtebaulichen, baurechtlichen Tatsachen und Kernfragen. Dabei ist zu berücksichten, daß das Vorhaben kein Selbstläufer, sondern ein irreversibles Projekt ist, das auch zu nachhaltigen Veränderungen der sensiblen Lage führt. Darüber sollte diskutiert und -wenn es sein muss- gestritten werden!

18.01.2020