13.11.2019 - 16:28 Uhr
AmbergOberpfalz

Weihnachtsmarkt ohne Frühstart, aber mit Erweiterung ab 2020

Am kommenden Montag beginnt der Aufbau. Aber nur der - der Amberger Weihnachtsmarkt startet keineswegs früher, wie das teils andernorts der Fall ist und bei Anfangszeiten mitunter weit vor dem Advent auch zu Kritik führt.

„Amberg singt im Advent“ heißt das flashmobartige Event, das am vierten Adventssamstag wieder zwischen Budenstadt und Rathaus über die Freiluftbühne geht.
von Thomas Amann Kontakt Profil

Nein, für die Vilsstadt kommt ein Frühstart in absehbarer Zeit nicht infrage, unser Budenzauber am Marktplatz legt wie immer am Donnerstag vor dem ersten Advent los, heuer also am 28. November. Wobei der Verkauf wie an allen anderen Tagen bis 23. Dezember schon um 10 Uhr beginnt, die offizielle Eröffnung mit Oberbürgermeister, Paulaner-Posaunenchor und Kindergarten Marienheim ist um 17 Uhr. Darüber und übers komplette Programm informierte die veranstaltende Park- und Werbegemeinschaft (PWG) mit ihren Spitzen am Mittwoch bei einem Pressegespräch, das natürlich auch nicht am derzeit aktuellen Thema - Vergrößerung des Markts - vorbeikam.

Erst wachsen, dann verlängern

Vorsitzender Andreas Raab stellte noch einmal klar, dass diese Erweiterung um vier bis sechs Buden erst im nächsten Jahr ansteht, auch wenn die Diskussion darum, ausgelöst durch die bei der Stadt beantragten Zuschüsse für den Mehraufwand, schon heuer bei der Haushaltsaufstellung für 2020 geführt wird. Mit diesem fest eingeplanten Zuwachs ist man nach seinen Worten erst mal genügend beschäftigt und denke aktuell nicht über eine Ausdehnung des Veranstaltungszeitraums nach. Und wenn, dann wohl nicht "nach vorne", wie Raab betonte. Vorstellbar sei eher eine Fortsetzung des Marktes, zumindest mit Essen- und Glühweinständen, nach den Weihnachtsfeiertagen bis hin zu Silvester.

Das sei ein häufig geäußerter Wunsch, weil zahlreiche Menschen gerade nach der herrschenden Hektik der Festtage dann mehr Zeit fürs Genießen eines Freiluftmarktes hätten. Zumal zwischen den Feiertagen und dem Jahresende viele Ferien oder Urlaub samt der nötigen Muße haben. Aber diese Idee ist nach Raabs Auskunft noch nicht spruchreif und kommt auch nicht schon 2020 zum Tragen. Am Mittwoch ging es erst mal ums Programm für heuer, das wieder etliche Highlights bietet, vor allem auf der Bühne, deren "Management" seit 16 Jahren PWG-Schriftführer Peter Harant innehat.

"Die Vaiolets" auf neuer Alu-Bühne

Als Kenner und fast schon intimer Insider der Volksmusikszene hat er auch diesmal namhafte Künstler der Branche gewinnen können. Da sind an vorderster Stelle "Die Vaiolets" aus Südtirol zu nennen, die mit dem "typischen Sound dieser Region" (Harant) gleich am Montag, 2. Dezember, um 18.30 Uhr eine "Volkstümliche Weihnacht" auf der Bühne gestalten. Apropos: Wie berichtet, hat die alte sechseckige Bühne aus Holz ausgedient; es wird heuer eine neue rechteckige Alukonstruktion geben, die etwas größer ist und laut Raab und seiner Stellvertreterin Emilie Leithäuser verkleidet genauso viel hermacht.

Traeger, Johnny und Sultan Sade

Fast schon zum Inventar hier gehören die seit langem alle zwei Jahre auftretende Brigitte Traeger mit ihrer Schlager-Weihnacht am Montag, 9. Dezember, um 18.30 Uhr und Lokalmatador Johnny Gold am Freitag, 6. Dezember (19 Uhr), mit seinem Hitabend, der zwei Stunden zuvor ab 17 Uhr durch den Besuch des Nikolaus' samt Knecht Rupprecht ergänzt wird. Der Heilige im Bischofsgewand wird auch schon tags zuvor zur selben Zeit von OTV-Moderator Thomas Bärthlein auf der Bühne begrüßt, bevor es dann an beiden Tagen aus seiner Hand kleine Überraschungen für die Kinder gibt.

Für musikalische Überraschungen aus den Feldern Musical, Jazz, Chanson und Pop soll am Dienstag, 10. Dezember, ab 18.30 Uhr ferner André Sultan Sade sorgen. Er ist Mitglied der Komödie Fürth, auch schauspielerisch unterwegs, und hat laut Harant trotz Dauerregens 2018 schon für Anziehung gesorgt. Das komplette Programm auf www.weihnachtsmarkt-amberg.de

Hintergrund:

Promille-Rechner per App,
Karaoke und Schlossteufel

Das ist neu: Zum Amberger Weihnachtsmarkt wird es heuer eine App für Android-Handys geben, die neben dem Programm, einer Vorstellung aller Budenbetreiber samt Preislisten ihres Angebots und Tipps für Anfahrt und freie Parkplätze einen einfachen Promille-Rechner enthält. Er schätzt bei Eingabe von Alter, Größe, Gewicht und Sorte sowie Anzahl getrunkener Glühweine oder Punschtassen den Alkoholgehalt im Blut. Und zwar ziemlich genau, wie Andreas Raab nach einem Vergleichstest mit Erfahrungswerten der Polizei schon mal stolz mitteilt. Offiziell vorstellen will der Chef der Park- und Werbegemeinschaft diese pfiffige Errungenschaft aber erst bei der Präsentation der Weihnachtsmarkt-Tassen, die wie alle Jahre als eigener Termin übernächste Woche zusammen mit OB Michael Cerny im Rathaus stattfinden wird.

Was das am Mittwoch bei einer Pressekonferenz umrissene Bühnenprogramm betrifft, dürfen neben den Neuheiten natürlich bewährte Angebote wie die Karaoke-Abende (der erste ausnahmsweise am Dienstag, 3. Dezember, ab 18 Uhr, dann wie immer zwei weitere Male mittwochs (11. und 18. Dezember) zur selben Uhrzeit und die festliche Bläsermusik jeweils samstags von 17.30 bis 18 Uhr vor den Abendmessen in St. Martin nicht fehlen (mit den Rathausbläsern, am letzten Tag inklusive dem flashmobartigen Event für jedermann „Amberg singt im Advent“).

Ebenso zur Agenda jeweils abends (in der Regel ab 18.30 Uhr) gehören die Auftritte bewährter und beliebter Sänger und Bands wie Ben Stone am Freitag, 29. November, 7Thirds mit „Rock Christmas“ am Donnerstag, 5. Dezember, der Ramona Fink Gospel Group am Donnerstag, 12. Dezember, und von Major Chords tags darauf, die Rock gepaart mit Evergreens und einigen Weihnachtsliedern bringen wollen.

Die Knappschaftskapelle und ihr Nachwuchsorchester (14. bzw. 1. Dezember, jeweils 16 Uhr) sowie die Oberpfälzer Schlossteufel am Sonntag, 15. Dezember, um 17 Uhr gelten als weitere Zugpferde, wobei Letztere auch ihren eigenen Nikolaus mitbringen und damit einen Ausgleich zu ihrem schaurigen Auftritt nach Art der Rauhnächte und ihrer dämonenhaften Figuren schaffen. Lustig dagegen wird es bei Schöberls Kasperltheater, das wieder jeden Adventssamstag von 14 bis 17 Uhr gastiert und alle halbe Stunde eines von insgesamt drei Handpuppenstücken wechselnd zeigt.

Peter Harant, Andreas Raab und Emilie Leithäuser (von links) freuen sich übers proppere Programm für den Weihnachtsmarkt und die handbemalten Unikat-Glaskugeln sowie heuer erstmals hübsche Windlichter mit Amberg-Motiven.

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