08.10.2019 - 14:56 Uhr
AmmerthalOberpfalz

UWG Ammerthal beklagt bei Stammtisch im Gemeinderat herrschende Sitten

„Die Kommunalwahlen werfen zwar ihre Schatten voraus. Aber seit Beginn der Wahlperiode müssen wir in einem Schatten aus Neid und Missgunst arbeiten.“ Das sagte Zweiter Bürgermeister Thomas Bär von der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG).

von Externer BeitragProfil

„Das ungesittete Verhalten, Zwischenrufe und unnötige ehrverletzende Kommentare sind für jeden Demokraten ein Greuel“, übte Bär beim monatlichen Stammtisch der UWG Kritik. Nicht nur Bär stand noch ganz unter dem Eindruck der ausgeuferten jüngsten Gemeinderatssitzung (AZ-Titel: „Peinlicher Streit ums Ammerthaler Bürgerhaus“). Bürgermeisterin Alexandra Sitter berichtete, dass sie sich nach Sitzungen immer wieder bei Referenten und Presse für das Verhalten der Räte von CSU und CWG entschuldigen müsse.

Aktuell seien es die Themen Kindertagesstätte und Bürgerhaus, die laut UWG-Vorsitzendem Bär bei der Opposition auf wenig Interesse und in der Regel Ablehnung stoßen. Von einem Konsens sei nicht zu sprechen, teils absurde Ideen erkennbar. „In dieser Wahlperiode ist das bei nahezu allen Themen der Fall gewesen“, ergänzte Gemeinderätin Gerda Schommer.

Gemeinderat Norbert Lehmeier erinnerte, dass die CSU zu Jahresbeginn noch kritische Worte zum Thema Kinderbetreuung gefunden und der Bürgermeisterin Nachlässigkeit vorgeworfen habe. Nun sei in Rekordzeit eine gute und vor allem sehr gut geförderte Lösung gefunden worden - "und wieder nur Spott und Häme".

Alexandra Sitter ergänzte, dass das Ammerthaler Betreuungsangebot wegen der erfreulich gestiegenen Kinderzahlen habe erhöht werden müssen. Der von allen Fraktionen favorisierte Anbau an die Kindertagesstätte St. Nikolaus sei aufgrund stiftungsrechtlicher Bestimmungen der Diözese nicht möglich gewesen. Auch wenn sich die CSU in Person von Fraktionssprecher Robert Weiß und Gemeinderat Gerhard Schuller offensichtlich wenig um Diözesanrichtlinien schert („da bauen wir jetzt und dann bekommen wir schon eine Genehmigung“), würden sich die Gemeinderäte von UWG in guter Zusammenarbeit mit den BFA-Räten an solch "unlauteren Schwarzbau-Methoden" nicht beteiligen, sagte Bär. So werde nun in unmittelbarer Nachbarschaft von St. Nikolaus eine kommunale Kindertagesstätte entstehen. Die beiden Leiterinnen würden sehr eng miteinander arbeiten, damit eben keine von der CSU herbeigeredete Konkurrenzsituation entstehe.

Überrascht zeigte sich die Bürgermeisterin, dass Robert Weiß, der auch Mitglied der Kirchenverwaltung sei, nun auf einmal den Bedarf zweier weiterer Gruppen in Frage stelle, obwohl hierzu eine schriftliche Stellungnahme des Kreisjugendamts vorliege. Die Zahlen der Fachleuten als „Blabla“ zu bezeichnen, wie es Weiß getan habe, lege ein Verhalten an den Tag, mit dem sich die Räte von UWG und sicher auch BFA nicht identifizierten.

Unverständnis zeigten die UWG-Gemeinderäte auch für das Vorgehen von CSU/CWG beim geplanten Bürgerhaus. Als das ehemalige Lagerhaus erworben worden sei, habe man bereits für das Obergeschoss einen Sitzungssaal geplant, erinnerte Gemeinderat Norbert Lehmeier. "Jetzt wird dieser zeitgemäß und mit tollen Fördermitteln ausgebaut - und wieder ernte man nur Häme", monierte er.

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