13.10.2019 - 00:21 Uhr
BurglengenfeldOberpfalz

Schwimmkurs mit Chris Boettcher

So viele Prominente sind gewiss noch nie an einem Abend im VAZ gewesen: Sie alle hat Chris Boettcher in seinen Parodien mitgebracht. Sie spielen die Hauptrollen in seinem aktuellen Programm "Freischwimmer".

"Freischwimmer" im VAZ: Comedian Chris Boettcher gastierte in Burglengenfeld.
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Sein Name steht für locker-leichte Unterhaltungskunst aus Bayern. Chris Boettcher versteht es glänzend, sich der Eigentümlichkeiten großer Stars zu bedienen. Zum Beispiel aus der Musikszene: Herbert Grönemeyer, Peter Maffay, Udo Lindenberg und Howard Carpendale kommen da mehrfach vor. Genauso verhält es sich mit Politikern, vor allem Angela Merkel, Edmund Stoiber und Horst Seehofer. Oder mit Sportlern wie Jogi Löw, Olli Kahn, Lothar Matthäus oder Franz Beckenbauer. Sie alle liefern ihm genügend Stoff mit Verhaltensweisen, die jeder kennt und gerne auch mal belächelt.

Der 55-jährige braucht dazu keine Requisiten, um sie allesamt ins Blickfeld zu rücken und auf die Schippe zu nehmen. Bei seinen glänzenden Parodien begleitet er sich selber auf dem E-Piano. Das genügt, um in der Zuhörerschaft immer wieder Schenkelklopfer und spontanen Applaus auszulösen.

Doch Boettcher ist nicht nur ein Meister im humoristischen Nachahmen. Er beherrscht es zudem wie kaum ein Zweiter, Reime zusammensetzen, die eindeutige Erwartungen aufbauen, dann aber kurz vor dem Ende abzweigen und ganz anders ausgehen. Da kommt seine Komik durchaus auch das eine oder andere Mal recht schlüpfrig daher. Das kommt an, der Beifall beweist es.

Die Akteure in seinem Programm haben alle eines gemeinsam: Sie sollten sich mal freischwimmen von dem, was man von ihnen kennt und weiß. Da will er seine Zuhörer gar nicht ausnehmen. Sie müssten nicht überall mit der Menge schwimmen, dürften ruhig auch mal dagegen steuern, meint er. Den Mächtigen der Welt schlägt er vor, mal die "Wiesn" für einen Gipfel zu nutzen und dort zu versuchen, ganz entspannt Politik zu machen.

Dazwischen streut er Lieder ein, die man in der Anhängerschaft längst von ihm kennt: Sie handeln etwa vom "Bockfotzngsicht" und von der "Pubertät". Die gute Laune hat sich längst ausgebreitet im Saal, wenn es zum Finale nur noch heißt "Zehn Meter gehn" und alle mitklatschen.

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