25.10.2019 - 13:48 Uhr
BurglengenfeldOberpfalz

Tödlicher Streit unter Lkw-Fahrern

Es ist Gewissheit: Der tote Lkw-Fahrer, der am Donnerstag in Burglengenfeld gefunden wurde, ist gewaltsam ums Leben gekommen. Der Tatverdächtige war zudem in einen schweren Unfall verwickelt.

Die Spurensicherung untersucht das Gelände einer Firma in Burglengenfeld. Dort wurde am Donnerstag eine Leiche gefunden.
von Irma Held Kontakt Profil

Als die Burglengenfelder Polizei am Mittwoch gegen 22.30 Uhr zu einem Unfall auf der Umgehungsstraße unweit der Spedition an der Dieselstraße gerufen wurde, ahnte sie nicht, dass der 43-jährige Silozug-Fahrer vermutlich kurze Zeit vorher einen zwei Jahre jüngeren Kollegen erstochen hatte. Dessen Leiche wurde erst am Donnerstagvormittag von Polizeibeamten auf dem Speditionsgelände (wir berichteten) gefunden. Unseren Recherchen nach war der Tote mit Laub abgedeckt.

Der Grund wohl, dass das Verbrechen erst auffiel, als ein Mitarbeiter sich gegen 10 Uhr über den fahrerlosen, fremden Lastwagen wunderte, zwar Blutspuren sah, aber nicht den Toten. Der Lkw des 41-Jährigen war unmittelbar neben einer Grüngutannahme mit Kompostieranlage im rückwärtigen Teil des Burglengenfelder Firmengrundstücks geparkt.

Wie die Obduktion am Freitagvormittag ergab, starb der 41-jährige Fahrer eines Transportunternehmens aus dem Landkreis Cham an Stich- und Schnittverletzungen im Bereich des Oberkörpers. Der Bluttat soll ein Streit vorausgegangen sein, teilte das Polizeipräsidium am Freitag mit. Die Motive, aber auch in welcher Beziehung die beiden Männer zueinander standen, ob sie sich schon länger gekannt haben, müssen noch ermittelt werden. Ebenso werden die Videosequenzen einer Überwachungskamera im Zufahrtsbereich der Spedition ausgewertet.

Am Donnerstag wurde ein toter Mann in Burglengenfeld gefunden

Burglengenfeld
Der Tatverdächtige ist in der Nacht auf Donnerstag mit seinem Lkw verunglückt.

Auch Abwehrverletzungen

Laut unseren Recherchen hat der 41-Jährige versucht, die Messerattacken seines Kontrahenten abzuwehren. Es gebe entsprechende Verletzungen, die darauf schließen lassen. Außer der Blutlache in der Nähe des Lkw auf dem Speditionsgelände hat es dort auch Schleifspuren gegeben. Ob der Fundort der Tatort ist, wollte die Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberpfalz Sandra Mallmann auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien nicht bestätigen.

In dem in den Straßengraben gerutschten und umgekippten Lastwagen, der auf eine Firma aus Rheinland-Pfalz zugelassen ist, ist ein Messer gefunden worden. Außerdem wurden weitere Spuren am und im mit Zement beladenen Silozug entdeckt, die mit dem Toten in Verbindung stehen könnten. Es wurden auch Kleidungsstücke aus dem Fahrzeug geborgen. Der verunglückte Lastwagen wurde deshalb von der Polizei sichergestellt.

Am Donnerstagnachmittag arbeiteten zwei Trupps des Erkennungsdienstes der Kripo Amberg parallel, am Fundort der Leiche und am Unfallort. Bereits am späten Nachmittag habe sich abgezeichnet, dass beide Vorfälle in Verbindung stehen. Ein Abgleich der Erkenntnisse habe abends zu dem Ergebnis geführt, so Kommissarin Sandra Mallmann. Der zum Unfallzeitpunkt am Mittwochabend stark betrunkene Tatverdächtige liegt noch in einem Krankenhaus und war der Polizei zufolge am Freitag nicht vernehmungsfähig.

Ermittlungen zum Motiv

Die Staatsanwaltschaft Amberg hat einen Haftbefehl beantragt. Die Ermittlungen würden aber weiterhin andauern. Die Polizei erhofft sich durch weitere Vernehmungen Hinweise auf ein Tatmotiv. Beide Silozüge als auch die beiden Fahrer gehören nicht zu der Spedition, auf dessen Grundstück die Leiche gefunden wurde. Das Gelände ist jedoch frei zugänglich. Es werden Lastwagen repariert und im Zufahrtsbereich befindet sich auch ein Lkw-Waschplatz. Ob Fernfahrer dort häufiger in ihren Fahrzeugen übernachten, konnte die Polizei weder bestätigen noch dementieren. Dazu müssten erst die Aussagen der Burglengenfelder Speditionsmitarbeiter ausgewertet werden.

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