11.11.2019 - 17:32 Uhr
EbermannsdorfOberpfalz

Paukenschlag in Ebermannsdorf: Josef Gilch kandidiert nicht mehr

Der amtierende Ebermannsdorfer Bürgermeister Josef Gilch wird bei der Wahl 2020 nicht mehr kandidieren. Am Montag informierte der Rathauschef seine Mitarbeiter über seinen Entschluss.

Der Ebermannsdorfer Bürgermeister hat heuer an Fasching seinen 60. Geburtstag gefeiert. Jetzt erklärte er, dass er nicht mehr als Bürgermeisterkandidat antritt.
von Uli Piehler Kontakt Profil

„Mein Verzicht auf eine weitere Kandidatur ist meine eigene persönliche Entscheidung, die mir übrigens nicht leicht gefallen ist“, sagte Gilch laut einer Pressemitteilung des CSU-Ortsverbandes Ebermannsdorf-Pittersberg gegenüber den Gemeindebediensteten. Sie habe auch nichts mit anderen Personen zu tun, betonte Gilch demnach. „Ich mache die Arbeit als Bürgermeister sehr gerne und habe dem alles untergeordnet. Mein Gesundheitszustand lässt mir aber jetzt keine andere Wahl mehr.“

Bereits im Frühjahr habe er seine Kandidatur vom Ergebnis eines größeren Gesundheitschecks abhängig gemacht. Die tatsächliche Entscheidung, nicht mehr zu kandidieren, habe er im Sommer auf Anraten seiner Ärzte getroffen. Auch der frühe Tod seines Bruders habe ihm in dieser Phase zu denken gegeben. Mit dem CSU-Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat und der engeren Vorstand der CSU Ebermannsdorf habe er sich im Vorfeld eng abgestimmt, heißt es in der Presse-Info.

Gilchs Amtsführung war nicht ganz unumstritten

Ebermannsdorf

„Wir wollten den Wahlkampf in der Gemeinde nicht schon im Juni eröffnen“, wird Gilch zitiert. Daher habe man sich entschieden, erst jetzt an die Öffentlichkeit zu gehen. Dem Gemeindeoberhaupt sei es sehr schwer gefallen, die vielen Freunde und Mitarbeiter nicht schon früher informieren zu können.

Bei der Betriebsversammlung im Rathaus fiel ihm das Überbringen der Botschaft sichtlich schwer. Er dankte seinen Mitarbeitern für die Zusammenarbeit, denn nur so sei es möglich gewesen, die Gemeinde in eine positive Zukunft zu führen. „Es war mir stets eine Ehre, Verantwortung für die gemeindliche Entwicklung übernehmen zu dürfen“, so Gilch. Gleichzeitig wolle der 60-Jährige aber nicht zum „ältesten Bürgermeister im Landkreis“ werden: „Jetzt sollen jüngere den Schwung den unsere Gemeinde aufgenommen hat, weiterführen.“

Gilch sagte auch: "Bis zum letzten Arbeitstag am 30. April will ich die begonnenen Projekte wie bisher, also mit vollem Einsatz, weiter vorantreiben.“ Nach der Amtsübergabe am 1. Mai 2020 will Josef Gilch in seinen alten Beruf als Bauingenieur zurückkehren. Entsprechende Gespräche habe er bereits geführt. „Und ich freue mich auf freie Abende, freie Wochenenden mit viel Zeit für meine Familie, insbesondere für meine über 90-jährige pflegebedürftige Mutter.“

CSU-Ortschef Erich Meidinger bedauert den Schritt des Bürgermeisters, steht aber voll hinter der Entscheidung, da die Gesundheit im Mittelpunkt stehe. „Für uns als Ortsverband ist es jetzt die Aufgabe einen Nachfolger zu präsentieren“, erklärte Meidinger. Die Kandidatenkür für den Nachfolger von Josef Gilch ist bereits für Montag, 2. Dezember, geplant.

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