27.02.2020 - 18:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Bahnübergang: Thema aus zwei Richtungen

Der Nabburger Bürgermeister zitiert aus einem IHK-Text pro Rahmenplantrasse. Und die CSU kritisiert in der gleichen Sitzung die Verwendung eines SED-Slogans durch die SPD.

von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Nahezu keine Stadtratssitzung in Nabburg, ohne dass das Thema „Bahnübergang“ in irgendeiner Form zur Sprache kommt: Das gilt auch in Wahlkampfzeiten.

Bürgermeister Armin Schärtl (SPD) berichtete dem Stadtrat in einer Bekanntgabe, dass die Industrie- und Handelskammer (IHK) eine Handreichung für Kommunalpolitiker zur anstehenden Wahl mit regionalspezifischen Themen herausgebracht habe. Im Beitrag über den Landkreis Schwandorf, in dem der Vorsitzende des IHK-Gremiums Schwandorf, Hubert Döpfer, und Geschäftsführer Manuel Lischka genannt sind, gibt es auch einen Unterabschnitt über den „neuen Bahnübergang in Nabburg“. Schärtl zitierte daraus. Der beschrankte Bahnübergang im Stadtgebiet sorge für Staus und behindere die Logistik der Unternehmen. Weil durch die nahende Elektrifizierung der Bahnstrecke Hof–Regensburg noch mehr Züge durch die Stadt rollen werden, sei eine möglichst zeitnahe Lösung zur Beseitigung dieses Verkehrsknotens von großer Bedeutung. Der Bürgermeister betonte diese Passage: „Die regionale Wirtschaft spricht sich schon seit 2014 für die Umsetzung der sogenannten Rahmenplantrasse aus, welche die Neugestaltung des Bahnübergangs zum Ziel hat und so für einen verbesserten Verkehrsfluss sorgt. Alle beteiligten Akteure – insbesondere alle Stadtratsfraktionen – sollten das in seinen Planungen bereits weit fortgeschrittene Projekt nicht gefährden und sich geschlossen für die zeitnahe Umsetzung der Maßnahme aussprechen“. Schärtl fügte schließlich noch hinzu, dass dem IHK-Gremium auch der Nabburger Herbert Zweck angehört.

Herbert Zweck, der als Zuhörer in der Stadtratssitzung anwesend war und bei der Kommunalwahl auf der CSU-Stadtratsliste kandidiert, reagierte in einer Pressemitteilung. Das Zitat des Bürgermeisters aus der IHK-Zeitung, mit dem er ihn während der Sitzung in Zusammenhang brachte, wollte er so nicht stehen lassen. „Natürlich ist es richtig, dass das IHK-Gremium Schwandorf die Beseitigung des Bahnübergangs fordert, und das schon seit einigen Jahren. Somit ist die Aussage in der vorliegenden Ausgabe von den Herren Lischka und Döpfer richtig“, erklärte Zweck. Für die im März erscheinende, nächste Ausgabe der IHK-Zeitung sei er aber als „lokaler Experte“ interviewt worden. Daraus werde ersichtlich: „Nicht alle IHK-Vertreter sehen die Lösung des Thema nur darin, eine möglichst schnelle Lösung zu erreichen, sondern sie sollte auch gleichzeitig gut sein und die geänderten, erhöhten Anforderungen an die Bahnstrecke und den damit verbundenen Lärmschutz mit berücksichtigen.“

Und noch einmal Bahnübergang: CSU-Fraktionssprecher Hans-Georg Dobler sprach in einer Anfrage ein im Internet zu sehendes Video an, das eine SPD-Aktion am Bahnübergang zeige. Auf einem Protestschild seien die Worte „Vorwärts immer, rückwärts nimmer“ zu lesen, bei denen es sich um einen einstigen SED-Slogan handle. Die SPD tue der Stadt Nabburg sicher keinen Gefallen, wenn sie diese Parole aus DDR-Zeiten verwende. Dobler regte an, den Filmteil zu entfernen. „Wir entfernen ihn natürlich nicht“, sagte Bürgermeister Armin Schärtl (SPD). Im Gegenteil: „Es kommen noch mehr Plakate, wir werden noch öfter am Bahnübergang stehen.“

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