26.02.2020 - 16:27 Uhr
NabburgOberpfalz

Holpriger Weg zu betreuter Ferienzeit

Zwölf Wochen Schulferien: Das bringt berufstätige Eltern mit weit weniger Urlaub in die Klemme. Die Stadt Nabburg leistet sich nun eine Ferienbetreuung, doch am Timing gibt es Kritik.

Was Schülerherzen höher schlagen lässt, bringt Eltern oft in Nöte: die Ferien. In Nabburg wurde heuer für 34 Kinder Bedarf angemeldet, doch nicht für alle Eltern kam das Angebot rechtzeitig.
von Monika Bugl Kontakt Profil

Der Nabburger Stadtrat hatte es in der vergangenen Woche schriftlich: Die Ergebnisse einer Umfrage unter Eltern zum Thema Ferienbetreuung lagen bei der Sitzung des Gremiums auf dem Tisch. Bürgermeister Armin Schärtl berichtete von 41 Rückläufen. Für 10 Kinder wurde eine Betreuung in einer Osterferienwoche gewünscht, 6 wurden für eine Woche in den Pfingstferien gemeldet sowie jeweils 9 für die ersten beiden Wochen in den Sommerferien. "Alles bestellt", bestätigte der Bürgermeister nun auch im Gespräch mit Oberpfalz-Medien, nachdem er im Stadtrat bereits grünes Licht für die Betreuung gegeben hatte.

Für die Elternbeiratsvorsitzende der Nabburger Grundschule, Monika Bäuml, kommt dieses OK reichlich spät, zu spät. Und das, obwohl man eigentlich aus Fehlern lernen wollte, die das Schuljahr 2018/2019 betrafen. Eklatante Probleme bei der Organisation haben sich ihrer Ansicht nach auch für das aktuelle Schuljahr abgezeichnet. Der Großteil der arbeitenden Eltern habe längst vor dieser Entscheidung der Stadt Urlaub für 2020 beantragen müssen, argumentiert die Mutter eines Erstklässlers und blickt zurück auf einen ersten Vorstoß zur Ferienbetreuung, den Elternbeiratsvorsitzende der beiden Nabburger Kindergärten im Juni 2018 starteten. Erst im Dezember sei der Antrag im Stadtrat behandelt und positiv beschieden worden. Doch für die gewünschten Wochen hatte zu diesem Zeitpunkt laut Bäuml das BRK keine personellen Kapazitäten mehr. Die Folge: Die Zahl der Anmeldungen reduzierte sich, was wiederum den Bürgermeister dazu gebracht habe, Kritik an dem nur wenig genutzten Angebot zu äußern.

"Der Bedarf ist ganz sicher da, aber die Eltern müssten viel früher eine verlässliche Zusage bekommen", meint die Elternbeiratsvorsitzende, die überzeugt ist, dass sich unter anderen Umständen in diesem Jahr weit mehr Eltern gemeldet hätten. Gerade mal drei Tage Zeit habe man den Eltern für eine verbindliche Meldung gelassen, im Gegenzug habe es viel zu lange gedauert, bis die Betreuung nun konkret zugesagt wurde. "Der Weg hin zu einer Betreuung in den Ferien müsste doch nicht so steinig sein, auch wenn er anfangs holprig war", stellt Bäuml fest.

Bürgermeister Armin Schärtl hat wenig Verständnis für die Kritik am Vorgehen der Stadt. "Es ist enorm, was wir bei der Familienbetreuung alles schultern müssen", macht er deutlich und verweist auf die freiwillige Leistung, die man bereits im November beschlossen habe. "Wir haben den Bedarf ermittelt, wir ziehen das durch", erklärt er und fügt hinzu: "Ich bin mir da keiner Schuld bewusst." Dass nun der Zeitplan kritisiert wird, ist für ihn vor allem einem Umstand geschuldet: dem Wahlkampf. "Hier wird die Brisanz einfach nicht erkannt", wehrt sich die Elternbeiratsvorsitzende gegen diesen Vorwurf. Weil sie bis Mitte Januar noch nicht wusste, ob es mit der Ferienbetreuung in Nabburg klappt, hat sie persönlich längst Konsequenzen gezogen – und ihren Sohn vorsichtshalber bei einer Einrichtung in Amberg angemeldet.

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