13.02.2020 - 17:41 Uhr
NabburgOberpfalz

Kaffeearoma statt Leerstand

Geschäfte schließen, Leerstände folgen. Nicht so beim Haas-Haus. Wenn auch Heimwerker "ihren Haas" schmerzlich vermissen, so geht es doch weiter: Mit Kaffee.

Kein Leerstand: Das „Haas-Haus“ hat mit der Hanauer Kaffeemaschinen und Service GmbH einen neuen Besitzer gefunden.
von Claudia Völkl Kontakt Profil

„Der Haas“ war eigentlich aus der Zeit gefallen. Schrauben, Dübel, Blumendraht, hochwertige Einkochtöpfe, Ofenrohr und Mausefalle. Auf 300 Meter Verkaufs- und 500 Meter Lagerfläche gab es 10 000 Artikel und dazu die kompetente Beratung – mit Spaßfaktor – von Hans Selch und Hans Maier. Doch ohne einen dritten Mann und im Gegenwind der schnelllebigen Discounter-Angebote war das für die Männer im Rentenalter nicht mehr zu stemmen. Einige mögliche Nachfolger klopften an und sahen sehr schnell, dass sie sich nur Arbeit kaufen. Nach dem Räumungsverkauf war Ende letzten Jahres Schluss.

Trotzdem waren Hans Selch und Johann Maier auch erleichtert: Das markante große grüne Haus am Bahnübergang bleibt kein Leerstand. Die Brüder Helmut und Thomas Nirschl haben es Ende vergangenen Jahres gekauft. Die gebürtigen Nabburger verlagern ihr Geschäft – Hanauer Kaffeemaschinen und Service GmbH – von Pfreimd in ihre Heimatstadt. Gegründet wurde das Unternehmen Hanauer übrigens schon 1940. Nach der Getränkeherstellung mit Afri-Cola- und Bluna-Lizenz spezialisierten sich Brigitte und Hans Hanauer 1990 auf Verkaufsautomaten.

Das Geschäft am Pfreimder Marktplatz, das Helmut und Thomas Nirschl vor einigen Jahren als gleichberechtigte Geschäftsführer übernahmen, platzte aus allen Nähten. Als sich die Möglichkeit in Nabburg auftat, griffen die Brüder zu. Verkauf, Reparatur und Service sind künftig hier angesiedelt. Die Hanauer Kaffeemaschinen und Service GmbH bietet zum einen Kaffee- und Espressomaschinen für den Privathaushalt und für das Gewerbe, hat sich aber auch auf Verkaufsautomaten für Unternehmen spezialisiert, für Schulen, Behörden, Kliniken und Kioske. Das fünfköpfige Team betreibt sie in Eigenregie, verkauft oder verleast sie. Die Heiß- und Kaltgetränke-, Snack-, Verpflegungs- und Kaffeeautomaten werden auch im regelmäßigen Rhythmus mit den Produkten befüllt. Die Bestückung ist individuell. „Automaten wurden beispielsweise auch an die Diözese Regensburg geliefert: Für Rosenkränze und Gebetbücher“, erzählt Helmut Nirschl. Münzen, Wertmarken, Banknoten, Karte oder Schlüssel – auch die Bezahlsysteme sind variabel.

Momentan wird schon in den Innenräumen des Haas-Hauses gewerkelt. Auch Fassade soll ansprechend gestaltet werden und ein kleiner Anbau für die Anlieferung der Ware entsteht beim Parkplatz. Die Pläne sehen einen großzügigen Verkaufsraum, Reparaturwerkstatt und Lagerfläche vor. Und gut zu wissen: Der bei Haas geschätzte Schlüsseldienst bleibt. „Ende 2020 soll alles fertig sein“, geben die Brüder ihre Zielsetzung vor. Sie haben noch ein Stück Arbeit bis zur Eröffnung vor sich. Beide freuen sich auf mehr Präsentationsfläche und einen größeren Werkstattbereich. Wäre das große Haus nicht ideal, um noch ein kleines Cafe mit den Hausmarken-Sorten unterzubringen? „Es gibt viele Fragen in diese Richtung, doch aktuell ist das nicht vorgesehen“, so Helmut Nirschl. Doch man soll niemals nie sagen.

Die Brüder Helmut und Thomas Nirschl (von links) verlagern ihren Firmensitz nach Nabburg.
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