23.02.2020 - 11:34 Uhr
NabburgOberpfalz

Die Stadt fängt alles auf

Die Abrechnung der Image-Kampagne liegt vor. Sie hat rund 27 600 Euro gekostet. Bei der Finanzierung bleibt dem Netzwerk Nabburg eine große Lücke. Umso mehr darf es sich über einen doch überraschenden Stadtratsbeschluss freuen.

von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Der Stadtrat hatte im Februar 2019 beschlossen, die ganzjährige Image-Kampagne des Netzwerks mit zunächst 10 000 Euro zu unterstützen. Das Geld wurde dann im März ausbezahlt. Das Netzwerk sollte sich aber auch, so hieß es damals, um Sponsorengelder bemühen. Das geschah, rund 6300 Euro kamen auf diesem Weg zusammen. Weitere 900 Euro steuerten Postkarten- und Getränkeverkauf bei. Unter dem Strich blieb aber immer noch eine beträchtliche Deckungslücke in Höhe von 10 411,60 Euro. Orientiert an eine Empfehlung des städtischen Kulturausschusses, die Aktion gestaffelt auf zwei Jahre zu fördern, erhoffte sich das Netzwerk nun eine weitere Zuwendung aus der Kasse der Stadt.

"Die Image-Kampagne war eine Super-Sache", meinte Bürgermeister Armin Schärtl (SPD) in der Sitzung der vergangenen Woche und eröffnete damit eine kurze Diskussion. Stadtrat Josef Pürner (CSU) regte an, jetzt nicht kleinlich zu sein. Sein Fraktionskollege Bernd Hofmann erkundigte sich nach der finanzielle Lage des Netzwerks. Dessen Vorsitzende Gisela Westiner gab aus dem Zuhörerbereich heraus zu verstehen, dass sie zwar keinen aktuellen Kontostand parat habe, das Netzwerk aber sicherlich über keine 10 000 bis 20 000 Euro auf seinem Konto verfüge. Sie berichtete zudem, dass sich das Netzwerk um den Stadt-Marketing-Preis des bayerischen Wirtschaftsministeriums beworben habe. "Die Stadt hat davon profitiert, die Geschäftsleute haben aber auch profitiert", meinte Stadtrat Helmut Ertl und gab zu bedenken: Es gehe hier um die Verteilung von Steuergeldern. Er regte an, zunächst die Hälfte des Fehlbetrags zu übernehmen und nur dann Geld nachzuzahlen, falls sich vom Netzwerk keine weiteren Mittel von Sponsoren mehr auftreiben lassen. Ähnlich äußerte sich Altbürgermeister Josef Fischer (ABU). Er trat dafür ein, bei einem Zuschuss zu bleiben: "Es kann nicht sein, dass die Stadt den Rest jetzt ganz zahlt." Mit einer Übernahme der Defizit-Hälfte sei er einverstanden. Das Netzwerk müsse schon auch selber was dafür tun, wenn es so eine Aktion startet.

Von SPD-Stadtrat Peter Haas kam dann aber der Antrag, die finanzielle Lücke komplett mit öffentlichen Geldern zu schließen. Dafür fand sich eine Mehrheit: Mit 12:7-Stimmen entschied das Gremium, dass die Stadt das Defizit vollständig auffängt. Zustimmung und Ablehnung zogen sich quer durch die Fraktionen.

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