09.10.2019 - 15:26 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Demenz: Frühe Diagnostik wichtig

"Alt werden ohne Angst" heißt eine Veranstaltungsreihe der "Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft" (PSAG), die Diplom-Sozialpädagoge Burkhard Schattenmann koordiniert. Nun steht das Thema "Demenz" im Mittelpunkt.

Heimleiter Josef Weiß, Moderatorin Johanns Gückel sowie die Teilnehmer an der Podiumsdiskussion, Margot Weber, Michael Falkenstein, Katja Sorgenfrei, Burkhard Schattenmann, Marianne Deml und Marion Viehauser (von links) widmeten sich dem Thema „Demenz“.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Der Sprecher des Arbeitskreises "Altenpsychiatrie" am Schwandorfer Diakoniezentrum widmete den dritten Abend der Veranstaltungsreihe der Krankheit "Demenz" und gab den Teilnehmern der Podiumsdiskussion am Dienstag im Marienheim das Stichwort vor: "Eines Tages ... und dann?" Die Moderation übernahm die langjährige Stadträtin und ehemalige Marienheim-Verwalterin Johanna Gückel, die in der eigenen Familie mit der Krankheit konfrontiert war und das Gefühl der Angst und Hilflosigkeit kennt. Sie wünscht sich eine tolerante und familienfreundliche Gesellschaft mit einem Klima, "bei dem sich die Betroffenen und deren Angehörige wohlfühlen können und sich nicht abschotten müssen".

Beraten lassen

Der Pflegeberater der AOK Amberg, Michael Falkenstein, ist immer wieder beeindruckt, "wie viele Angehörige zu Hause den Umgang mit den Patienten meistern". Er ermutigte sie, sich beraten zu lassen und die Leistungen der Krankenkasse in Anspruch zu nehmen. Falkenstein rät auch zu einer frühzeitigen Diagnostik, wenn erste Anzeichen von Demenz zu erkennen sind, denn: "Je früher die Diagnose feststeht, desto besser kann man die Situation meistern". Die Angehörigen sollten sich auch nicht scheuen, mit den Bezirkskliniken in Regensburg, Nürnberg oder Bayreuth Kontakt aufzunehmen.

Marion Viehauser war 18 Jahre lang im Krankenhaus-Sozialdienst tätig und ist jetzt Gutachterin des "Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung". Sie rät den Angehörigen, sich aus dem Gespräch des MDK-Mitarbeiters mit dem Betroffenen "rauszuhalten", denn: "Wir brauchen eine genaue Diagnose über die Art der Demenz".

Die städtische Verwalterin des Marienheims, Marianne Deml, stellte das Wohnbauprojekt "9Bürger eG" vor, das bis 2021 im Ufertal unter dem Motto entstehen soll: "Gemeinsam statt einsam". Zielgruppe seien Menschen, "die noch zu fit für das Pflegeheim, aber für Hilfe und Unterstützung dankbar sind". Die Wohnungen sind zwischen 40 und 80 Quadratmeter groß und barrierefrei. Wer ein einmaliges Eintrittsgeld von 300 Euro zahlt und gleichzeitig zwei Geschäftsanteile zu je 500 Euro zeichnet, ist Mitglied der Bauträger-Genossenschaft.

Senioren-Treff geplant

Die Vorsitzende des Seniorenbeirats, Margot Weber, sieht ihre Aufgabe darin, die Anliegen der älteren Mitbürger aufzunehmen und sie dem Stadtrat vorzutragen. Sie will in der restaurierten Fronfeste ein Senioren-Treff einrichten. Katja Sorgenfrei ist ehrenamtliche PSAG-Mitarbeiterin und gerontopsychiatrische Fachkraft im Marienheim. Sie ermutigte die Pflegekräfte, dem Demenzkranken mit Empathie und auf Augenhöhe zu begegnen und ihn in die Entscheidungen mit einzubinden. Wer dem Betroffenen alles vorgebe und ihn überfordere, nehme ihm die Lust und das Selbstvertrauen.

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