12.02.2020 - 16:20 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Im Notfall schnell zur Stelle

Rund um die Uhr stehen die Helfer bereit, um in medizinischen Notfällen rasch eingreifen zu können. 212 Mal wurden der Helfer vor Ort und die Unterstützungsgruppe Rettungsdienst im vergangenen Jahr alarmiert - Tendenz fallend.

Die Helfer vor Ort und die Unterstützungsgruppe Rettungsdienst wurden im vergangenen Jahr 212 Mal alarmiert. 2018 lag die Zahl noch bei 239.
von Externer BeitragProfil

In Notfällen kommt schnelle Hilfe in der Regel durch den öffentlichen Rettungsdienst. In Neunburg vorm Wald wird hierzu ein Rettungswagen vorgehalten, der rund um die Uhr mit hauptberuflichen Rettungskräften besetzt ist. Hat sich ein Notfall ereignet und wurde eben dieser Rettungswagen des öffentlichen Rettungsdienstes dorthin entsandt, kommen bei einem weiteren Einsatz die ehrenamtlichen Helfer und Einsatzfahrzeuge der örtlichen Hilfsorganisationen ins Spiel. " Hier am Ort sind es wir von der BRK-Bereitschaft", sagt der stellvertretende Bereitschaftsleiter Maximilian Lang in einer Pressemitteilung des BRK.

Was die ehrenamtliche Tätigkeit im Raum Neunburg betrifft, seien die Einsatzzahlen rückläufig: Im vergangenen Jahr gab es laut Mitteilung 166 Alarmierungen für die Helfer vor Ort (175 im Jahr 2018) und weitere 46 für die Unterstützungsgruppe Rettungsdienst (64 im Jahr 2018). Von den insgesamt 212 Alarmierungen konnten 169 Einsätze übernommen werden. Beim Rest war entweder kein Einsatz mehr erforderlich oder es handelte sich um eine Fehlalarmierung.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 2064 Einsatzkilometer zurückgelegt. 260 Helfereinsätze waren notwendig, da bei einem Einsatz mit dem Rettungswagen mindestens zwei Helfer ausrücken müssen. Das Team, das diese Einsätze übernimmt, besteht derzeit aus 15 Kräften. Die rückläufigen Einsatzzahlen sind laut Mitteilung der positiven Entwicklung im Rettungsdienst und der Notfallmedizin geschuldet. Entlastung gebe es durch hinzugewonnene Rettungswagen und Stellplätze im Umland, mehr ambulante Versorgungen vor Ort oder die Tatsache, dass Patienten gleich mit dem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen werden.

Helfer vor Ort mit Zeitvorteil

Aber auch die Versorgung vor Ort - ob durch den Notfallsanitäter oder den Notarzt - werde immer hochwertiger, was auch den Einsatzablauf beschleunige. Bei den sogenannten Helfern vor Ort handelt es sich um ehrenamtliche Einsatzkräfte mit einer erweiterten sanitätsdienstlichen Ausbildung bis hin zum Notfallsanitäter. Er ist durch den Zeitvorteil vor allem in Situationen, in denen sich Bürger in einem lebensbedrohlichen Zustand befinden, unverzichtbar, weil er mit den ersten lebensrettenden Maßnahmen die Überlebenschancen deutlich erhöhen kann. Für Notfallsanitäter Lang ist der wahre "Helfer vor Ort" aber jener Ersthelfer, der unmittelbar am Geschehen dran ist, den Notruf absetzt und die ersten Maßnahmen ergreift. Doch leider werde oft zum Beispiel keine Herzdruckmassage eingeleitet, was aber immens wichtig sei, betont Lang. Mit jeder Minute ohne Massage sinke die Überlebenswahrscheinlichkeit um zehn Prozent. Mitarbeiter der Integrierten Leitstelle Amberg können die Helfer auch per Telefon anleiten, was im vergangenen Jahr zu einer geglückten Reanimation führte.

Weiteres Equipment nötig

Nachdem der langjährige Helfer vor Ort, Erich Habich, im vergangenen Jahr nicht mehr am Dienst teilnehmen konnte, mussten sich die Verantwortlichen eine neue Strategie überlegen. Laut Lang war der neue Standort für das Einsatzfahrzeug am BRK-Haus die einzige Lösung. Ein Vorteil davon sei, dass nun alle ehrenamtlichen Helfer in den Dienst integriert werden konnten.

Wichtig wäre laut Maximilian Lang noch zusätzliches Equipment für die Helfer vor Ort. Darüber hinaus müssten die Bürger - neben der Installierung von Defibrillatoren - am besten vor Ort, in den Schulen und Vereinen geschult werden. Was der Gruppe außerdem noch fehlt, sei eine Simulations-Puppe, um auch zusammen mit anderen Hilfsorganisationen wie Wasserwacht, THW, Feuerwehr oder Polizei für den Einsatzalltag trainieren zu können.

Hintergrund:

den die Helfer seit dem vergangenen Jahr über eine professionelle kostenpflichtige App mit den wichtigsten Daten durch die Integrierte Leitstelle Amberg versorgt. Das klappt laut stellvertretendem BRK-Bereitschaftsleiter Maximilian Lang nach ein paar Anlaufschwierigkeiten nun richtig gut. Die ehrenamtlichen Helfer sehen unter anderem sofort, wo sich der Einsatz befindet und was der Grund ist. Über eine Navigationstaste könne sofort aus der App heraus zum Einsatzort navigiert werden. „Das war ein großer Vorteil, denn wir konnten bei einigen Einsätzen unsere Helfer direkt mit ihrem Privat-Pkw zum Einsatz entsenden, weil sie einfach in dem Ort wohnen oder sich gerade in der Nähe befunden haben“, betont Lang. Hier mache es keinen Sinn, das Rot-Kreuz-Haus anzufahren, wenn man anderweitig in zwei Minuten am Einsatzort sein könnte oder sogar an diesem vorbeifahren müsste. Dieses Wissen hätten die Helfer vorher nicht gehabt.

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