20.08.2019 - 15:17 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Von Punk bis Pop im Burghof

Acht Musikgruppen an zwei Tagen: Das Burgrock-Festival bietet für jeden Geschmack etwas und wird wieder zum Erlebnis für Musikfreunde.

Heimspiel hatten die Lokalmatadoren der Punk-Rock-Band „PropellerHead“ bei der achten Auflage des Burgrocks zum Altstadtfest.
von Udo WeißProfil

Alle Jahre wieder zum Altstadtfest stellen die Mitglieder des "Black River Culture Clubs" (BRCC) ein grandioses und facettenreiches Band-Programm im Burghof auf die Beine. Der Verein BRCC - ein Zusammenschluss von aktuellen und ehemaligen Musikern - sieht seine Aufgabe darin, den Bands der regionalen Szene eine Bühne für Auftritte vor großem Publikum zu bieten.

Auch wenn es immer schwieriger wird, Mitarbeiter zu bekommen, da viele der jungen Leute durch Studium oder berufliche Veränderungen nicht mehr vor Ort sind, so gelingt es dem Verein doch jedes Jahr wieder, eine Show für Rock-Freunde zu veranstalten. In diesem Jahr galt der Dank des Vorstands Anna Fleischmann, die die Veranstaltung im Vorfeld fast im Alleingang gemanagt hat. Mit der langen Bar und Essensständen, die auch handgemachte vegetarische und vegane Küche bereithielten, war auch für das leibliche Wohl gesorgt.

Der Samstagabend stand ganz im Zeichen der härteren Klänge des Blues und Punk-Rocks. Als Opener machten die fünf Musiker der "Blueshaltestelle" aus Regensburg Stop und begeisterten die für diese Tageszeit ungewöhnlich große Zahl an Musikfans mit echtem, handgemachtem Blues. Mit klassischen Nummern wie "White room" der legendären Band Cream fiel neben den virtuosen Musikern vor allem Sänger Christian Ring mit seiner mächtigen Stimme auf, die an Gary Brooker von Procul Harum oder den legendären Jack Bruce erinnerte. Ebenso beeindruckte Sepp Graf mit seinem fantastischen Mundharmonikaspiel.

Die Rocker der Band „Dr. Love“ begeisterten mit einer brillanten Bühnenshow und handgemachter Rockmusik.

Harte Gitarrenriffs

Heimvorteil hatte die Neunburger Punk- und Rockband "PropellerHead" mit Frontmann Markus Blumenthal, deren Mitglieder zum Großteil aus der früheren Band "The Higgledy" bekannt sind und die Teil von BRCC sind. Bassist Michael Süß ist seit Anfang an in der Vorstandschaft als eifriger Mitarbeiter dabei. Die Band steht für harte Gitarrenriffs, hämmernde Blastbeats, galoppierende Basslines und einen rauen Gesang, was sie auch mit Freude zeigte. Einige Phon leiser ging es mit der Indie-Rockerin Luisa Funke und ihrer Band weiter. Die ausgefeilten Popkompositionen sind von Frontfrau Luisa geschaffen, arrangiert werden sie gemeinsam in der Band, die so etwas wie eine Familienband ist. Geschwister und Partner spielen mit und sorgen somit für eine natürliche Homogenität der Band. Mit "Kolossus Däächt" aus Regensburg gaben vier Musiker ihre Visitenkarte mit einer Mischung aus Garage-Punk und Grunge ab.

Am Sonntag hatte die Songwriterin Eva Kate solo am Piano die schwere Aufgabe, den Abend zu eröffnen. Ihrer Eigenkompositionen spielte sie trotz der geringen Zuhörerzahl professionell. Dann kam der bombastische Auftritt des Altdorfer Rock-Trios "Dr. Love", das mit einem Chevrolet in den Burghof einfuhr und mit Begeisterung empfangen wurde. Nach dem Motto "Hooked on Rock and Roll" legten Gitarrist "Jack Love", Bassist "Mike Love" und Schlagzeuger Dominik Roßmeisel alias "Nik Love", der als einziger Oberpfälzer aus Altendorf bei Nabburg kommt, los. Sagenhaft professionell spulten sie ihre Songs, die alle Eigenkompositionen sind, ab und lieferten eine mitreißende Bühnenshow.

Heftiges Unwetter

Mit dem letzten Lied brach ein kurzes, aber heftiges Unwetter los, das durch das beherzte Krisenmanagement von Bürgermeister und Aktiven gemeistert wurde. Nach einer knappen Stunde konnte das Festival fortgeführt werden. Leider musste der Auftritt von "Brew Berrymore" aus Regensburg abgesagt werden. Die Lokalmatadoren von "Alex Mukke" aus Thanstein beendeten das Festival. Sänger und Gitarrist Alex Mukke (Alex Ettl) verstand es, mit seiner Band und dem Ausnahmegitarristen Tassilo Männer, die Gäste mit ihren eingängigen, rockigen und mit bayrischen Texten unterlegten Liedern, die zum Großteil von der letzten CD "Kumma zam" stammen, bestens zu unterhalten.

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