23.12.2019 - 15:49 Uhr
NeusorgOberpfalz

Weihnachtsgeschenke, die das Ankommen erleichtern

Anita Heindl hat wieder Spenden für ihre Weihnachtsaktion gesammelt. Mit dem heiligen Nikolaus überreichte sie 23 voll gepackte Geschenktaschen an Flüchtlingskinder und junge Mütter, die in Unterkünften im Fichtelnaabtal leben.

von Lucia Seebauer Kontakt Profil

Zu einer etwas späteren Stunde stehen der heilige Nikolaus und Anita Heindl am Marktplatz in Neusorg. Hinter ihnen leuchtet der Christbaum vor der Kirche. Auf einer Bank sind 23 gepackte Papiertaschen aufgereiht, gefüllt mit Spielsachen, Kinderkleidung und altersgerechten Nahrungsmitteln. "Mein Auto war komplett voll", sagt Heindl. Die Ruhe wird von dem Geläut der Kirchenglocken unterbrochen, Autos kommen gefahren, parken an der Straße.

Kinder, Babys und junge Mütter steigen aus, sie werden von ehrenamtlichen Helfern begleitet. Andere kommen zu Fuß aus der nahen Unterkunft in der Gartenstraße. Die vielen Menschen erfüllen den Platz mit Leben. Ihre Gesichter strahlen, als sie den Nikolaus und Heindl entdecken. 23 Kinder leben in den Asylbewerberunterkünften in Ebnath, Neusorg und Pullenreuth. Einige von ihnen haben erst vor einigen Tagen das heilige Sakrament der Taufe erhalten. Für jedes Kind hatten der heilige Bischof und die Kemnatherin ein Geschenk mitgebracht. Die beiden spielten Christkind und riefen nacheinander die Kindernamen auf. "Vorsicht, die Tasche ist schwer", erklärt der Mann mit dem goldenen Buch und übergibt sanft die Pakete an die Kinder oder ihre Mütter.

Heindl betreut 19 Asylbewerberunterkünfte im Landkreis Tirschenreuth, darunter auch die 3 Unterkünfte im Fichtelnaabtal. Über ihre Tätigkeit als Hausverwalterin am Sozialamt in Tirschenreuth ist sie regelmäßig mit den Menschen, die oft weite und schwere Wege hinter sich haben, in Kontakt. Darüber hinaus engagiert sich die Frau ehrenamtlich und hilft den Neuankömmlingen.

In Neusorg, Pullenreuth und Ebnath wohnen 46 Flüchtlinge aus Syrien, Nigeria, Äthiopien und dem Irak. Darunter sind 23 Kinder. "Die meisten von ihnen kamen vor etwa fünf Monaten in die Region. Sie müssen erst ankommen", erklärt Heindl. Um ihnen das zu erleichtern, hat sie diese Weihnachtsaktion geplant. "Das haben wir vergangenes Jahr in Immenreuth auch schon gemacht. Heuer ist diese Ecke dran", sagt sie und lächelt dabei.

Um den Kindern im Alter zwischen zwei Monaten und fünf Jahren eine Freude zu bereiten, hat Heindl seit September Spenden gesammelt. "Ich bin auf die Kindergärten zugegangen und hab' ihnen von meiner Weihnachtsaktion erzählt. Viele Mütter waren bereit, gebrauchte Spielsachen und Kleidung oder Nahrungsmittel zu spenden." Auch der Kinderschutzbund Kemnath legte für jedes Kind einen Gutschein über 30 Euro bei. "Damit können die Eltern für ihre Kinder etwas kaufen."

Zwar werde auch der Weihnachtsabend in den Unterkünften in Pullenreuth und Ebnath gefeiert, aber da viele der Flüchtlinge erst seit kurzem da sind, müsst sie sich erst vor Ort organisieren. Priester Paul Ezenwa hat sie bereits zum Gottesdienst am Heiligen Abend eingeladen.

Nach dem Verteilen der Geschenke wirft das eine oder andere Kind schon mal einen Blick ins Innere der Taschen. Ein Junge spielt mit einem Bagger und einem Bulldog, ein anderes Kind holt ein Puzzlespiel heraus. Die Eltern danken Heindl und den ehrenamtlichen Helfern. Zum Schluss wünschen sich alle ein frohes Weihnachtsfest.

Lesen Sie hier den Artikel "Sieben kleine Christkinder getauft" auf onetz.de

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