26.12.2019 - 09:36 Uhr
Neustadt am KulmOberpfalz

Bayreuth-Kulm-Ensemble gibt Konzert

Das Bayreuth-Kulm-Ensemble gab in Neustadt am Kulm ein phänomenales Konzert. Stehender Applaus und mehrere Zugaben waren das Weihnachtsgeschenk an die Künstler.

von C. & W. RupprechtProfil

Bereits zum vierten Mal gab das Bayreuth-Kulm-Ensemble ein Weihnachtskonzert der besonderen Art in der Dreieinigkeitskirche. Das Ensemble besteht aus aktuellen und ehemaligen Schülern von Musikpädagogin Anneliese Meyer-Adam, die auch dieses Mal wieder die musikalische Gesamtleitung inne hatte. Dieses Mal wurde das Ensemble um Nina Ruppenstein erweitert, die mit ihrem Mezzosopran das Klangbild der Vorträge abrundete.

Zu Beginn standen die Künstler auf der obersten Empore. Ihren Gesang begleiteten Hartmut Klausfelder und Evi Haberberger auf der Orgel. Die Stimmen waren wunderbar harmonisch miteinander und wirkten so stark, als ob ein ganzer Chor singen würde. Mit „Vom Himmel hoch“ aus dem Weihnachtsoratorium von Bach gaben die Sänger dem Publikum gleich die Gelegenheit, mit einem bekannten Lied in der Weihnachtszeit anzukommen. Diese Einstimmung auf die Feiertage sei auch der Wunsch, der hinter dem Konzert stehe, betonte Pfarrer Hartmut Klausfelder. Man wolle die gute Nachricht musikalisch weitergeben. Auf „Tröstet mein Volk“ von Nössler folgte „Als ich bei meinen Schafen wacht“. Diese Hirtenweise war sehr schön gesetzt und für die Zuhörer ein bekanntes Lied.

Ein perfekter Vortrag gelang Marius Pöhnlein (Bass) gelungen. Aus dem Weihnachtsoratorium von Bach trug er „Großer Herr und starker König“ vor. Sowohl schnelle Läufe und alle Tonsprünge gelangen ihm perfekt. Seiner wunderbaren Stimme hörte man sehr gerne zu. Aus dem „Gloria“ von Vivaldi glänzte Marion Klausfelder (Sopran) mit dem Lied „Domine Deus“. Schön und beschwingt war „Laudamus Te“, ein Duett von Marion Klausfelder und Irmgard Seemann (Alt).

Es folgten Beiträge aus dem „Oratorium de Noel“ von Saint-Saens. Hartmut Klausfelder brillierte mit dem Orgelsolo „Prélude“. Der Sologesang von Irmgard Seemann „Exspectans“ begeisterte die Zuhörer ebenfalls. Ihre samtige Stimme passte hervorragend zu dem Lied. Bei „Benedictus sangen das Sopranduo und die Bassstimme zusammen. Ein wunderbarer Klang erfreute die Gäste. Sehr eindrucksvoll war das „Alleluja“, das für die Soprane, Alt und Bass gesetzt war. Mit „Tollite Hostias“ gelang dem Ensemble ein herrlicher Abschluss des ersten Konzertteiles. Den sechs Stimmen gelang es, einen so vollen Klang in die Kirche zu zaubern, dass man glauben wollte, ein großer Chor sänge von der Empore herab.

Der zweite Teil des Konzertes wurde vom Chorraum aus vorgetragen und von den beiden Pianisten am der E-Klavier begleitet. „Der Heiland ist geboren“ setzte gleich wieder einen Glanzpunkt. Abwechselnder Gesang und Summtöne von Männer- und im Wechsel Frauenstimmen machten aus der norwegischen Volksweise ein sehr anspruchsvolles Stück, dass harmonisch vorgetragen wurde. Tenor Tobias Gesell gefiel mit „Mariä Wiegenlied“ von Reger. Es gelang ihm sehr gut, das Lied gefühlvoll vorzutragen. Ohne Instrumentalbegleitung trug das Ensemble „Wisst ihr noch, wie es geschehen“ vor. Die Untermalung der Leitmelodie wurde teils von den Männerstimmen, teils von den Frauenstimmen geleistet – ein neues und schönes Klangerlebnis. „Über dunklen Feldern“ von Heizmann richtete sich nochmals an die Hirten, bevor die Zuhörer mit der Weihnachtspastorale von Corelli ins Träumen kamen.

Die drei letzten Musikstücke entführten nach England. John Rutter schrieb „Et misericordia“, das Marion Klausfelder wunderbar ausführte. Bis in die hohen Töne war ihr Gesang klar und rein. „The Lord bless you and keep you“ – ein Solobeitrag von Evi Haberberger – ließ das Publikum aufhorchen. Ihre Darbietung mit dem sehr schönen und lockeren Vibrato war einer der Höhepunkte des Konzertes. Ihr gelingt es immer wieder, die Lieder wirken zu lassen, als ob keine Anstrengung dahinter stünde. Ihrer besonderen Stimme hört man immer wieder gerne zu.

„Chor der Engel“ war das letzte Stück des Ensembles überschrieben. So kam es dem Publikum auch vor. Dieses wunderbare Stück wurde so herrlich schwingend vorgetragen, dass es das Publikum von den Sitzen riss. Mit tosendem Applaus wurde den Akteuren gedankt. Nach „Kind in der Krippe“, der ersten Zugabe, und dem darauffolgenden stehenden Applaus ließen die Gäste die Sänger erst nach einer weiteren Zugabe gehen. Die Auswahl aus Liedern des Barocks, Volksweisen herrlich interpretiert und Liedern aus England war es dem Ensemble gelungen,alle bisherige Konzerte zu übertreffen.

Im Anschluss an das Konzert traf man sich noch zu Snacks und Glühwein im Gemeindehaus und ließ den festlichen Abend gemütlich ausklingen.

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