20.01.2020 - 11:24 Uhr
Neustadt am KulmOberpfalz

Stadtjubiläum Neustadt am Kulm: Ein Ort, wie er früher war

Einen Blick auf den Wandel der Kulmstadt warfen Käthe Pühl und Rudi Lang in einer Bilderpräsentation. Eine gute Gelegenheit, war es doch bei der Auftaktveranstaltung zum Jubiläum des 650-jährigen Bestehens.

Die Göppmansbühlkarte aus dem Jahre 1536 ist der älteste Bildbeleg für die Burganlage auf dem Rauhen Kulm. Neustadt am Kulm mit der Burg auf dem Rauhen Kulm befindet sich auf der unteren rechten Ecke.
von Autor OWProfil

Schon bei der Einleitung des Vortrags hatte Käthe Pühl die Lacher auf ihrer Seite. Co-Redner Rudi Lang, oder Rudolpho Longus, hatte zuvor in einem kleinen historischen Schauspiel dem Burggrafen alias Bürgermeister Wolfgang Haberberger die Gründungsurkunde der Stadt überreicht. Nachdem Lang noch immer in seinem historischen Gewand gekleidet war, erklärte Pühl unter dem Beifall der Zuschauer: „Der Rudi kommt von damals, und ich bin von heute.“

Das älteste Bild der Burganlage auf dem Rauhen Kulm ist auf der Göppmannsbühlkarte aus dem Jahre 1536. Lang zeugte davon, dass der Rauhe Kulm schon immer eine Landmarke und ein Orientierungspunkt für Reisende war. Die gemalte Karte zeigt die Kulmregion bis Bayreuth. Sie wurde damals als Grundlage für Grenzbereinigungen bei Göppmansbühl zwischen der Markgrafschaft und der Oberen Pfalz angefertigt. Die Darstellungen sind idealisiert gezeichnet und stimmen mit der Wirklichkeit nicht überein. Zu erkennen sind auch die damaligen Hauptverkehrsstraßen. Hier kann man die strategische Lage von Neustadt am Kulm gut erkennen.

Das nächste Bild zeigte eine mittelalterliche Ansicht von Neustadt am Kulm, auf der beide Burgen gut zu sehen sind. Pühl erläuterte, dass dieses Bild 1850 nach einer alten Vorlage gezeichnet wurde, die unbekannt ist. Die Kirche, noch mit einem Zwiebelturm ausgestattet, das alte Rathaus und die Stadtmauern sind gut erkennbar. Nicht realistisch ist die Darstellung der Friedhofskirche, da diese zur Zeit der Burgen noch nicht existierte.

Die Belagerung und die Zerstörung der beiden Burgen im Jahre 1554 war auf dem nächsten Bild zu sehen. Markgraf Albrecht Alcibiades von Bayreuth-Kulmbach hatte den zweiten Markgrafenkrieg angezettelt. Die Truppen der Reichsstadt Nürnberg, Bambergs, Würzburgs und Bayerns unter Führung des kurfürstlichen Landrichters Hans Umseher von Waldeck belagerten in dieser Auseinandersetzung beide Burgen etwa ein Jahr lang und hungerten die Bewohner aus. Nach der Aufgabe wurden die Bauten geschleift. Pühl mutmaßte, dass der Maler den Rauhen Kulm wahrscheinlich nur aus Erzählungen kannte. Er hatte vermutlich erfahren, dass die Burg auf einem hohen Berg liegt und dass es schwierig ist, dort hinauf zu kommen. Deshalb hat er den Rauhen Kulm auch überhöht und unrealistisch gezeichnet.

Das Interessante am nächsten Bild war, dass darauf noch Reste der Burg auf dem Rauhen Kulm zu sehen waren. Es wurde von dem berühmten Neustädter Justus Friedrich Zehelein 1791 gezeichnet. Er war Königlich Preußischer Justizamtmann und ließ seine Zeichnung später in Kupfer stechen.

Bei den neueren Bildern, wie bei einer Luftaufnahme von 1935, konnten sich noch einige ältere Bürger an Details erinnern. So waren das 300 Jahr alte Rathaus und das untere Stadttor noch zu sehen. Beide wurden bei einem Luftangriff der Amerikaner 1945 zerstört. Erschreckend wirkte dann ein Bild, das nach diesem Angriff aufgenommen wurde. Fast die gesamte Sommerseite des Marktplatzes lag in Trümmern. Heute ist von diesen Kriegswunden nichts mehr zu sehen. Auf dem letzten Bild der Präsentation war eine alte Ansichtskarte von Neustadt mit der Aufschrift „Frohe Festtage“ zu sehen. Mit den Worten „Wir wünschen ein schönes Festjahr 2020“, beendete Käthe Pühl den interessanten Vortrag.

Käthe Pühl (links) und Rudi Lang zeigen anhand von Bildern, wie sich die kleine Stadt am Rauhen Kulm in ihrer 650-jährigen Geschichte gewandelt hat.
1554 ist ein schlimmes Jahr für die Kulmregion. Die beiden Burgen auf dem schlechten und auf dem Rauhen Kulm werden von einem Heer, bestehend aus Truppen aus der Reichsstadt Nürnberg, Bamberg, Würzburgs und Bayern zerstört. Ein Maler hat diese Katastrophe phantasievoll dargestellt.

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