24.01.2020 - 12:53 Uhr
Neustadt am KulmOberpfalz

Wandern am Rauhen Kulm: Naturdenkmal aus alter Zeit

Er ist eines der schönsten Naturwunder Deutschlands und belohnt Wanderer zu jeder Jahreszeit für den Aufstieg: Der Rauhe Kulm bietet herrliche Naturerlebnisse und einem weiten Blick über das Land.

von C. & W. RupprechtProfil

Der Rauhe Kulm ist mehr als eine weithin sichtbare Landmarke in der nördlichen Oberpfalz. Er ist Heimat, Naturwunder, Aussichtspunkt und eine Wetterscheide, wie die Einheimischen immer wieder betonen.Der Kulm ist ein Vulkan, der sich neben seinem berühmten Bruder, dem Parkstein mit den eckigen Basaltsäulen nicht verstecken muss. Geologisch gehört er zu einer ganzen Reihe von ehemaligen Vulkanen, die sich wie auf einer Perlschnur aus dem Egerer Becken heraus bis in die Oberpfalz in Richtung Bayreuth erstrecken. Wind und Wetter haben diese Berge im Laufe der Zeit abgetragen, so dass sie heute oft nicht mehr als Vulkane erkennbar sind. Der Rauhe Kulm ist jedoch nie ausgebrochen.

Der Aufstieg ist von verschiedenen Seiten aus möglich und das ganze Jahr über reizvoll. Er ist in Neustadt am Kulm von der Ampel aus ausgeschildert. Ein Wanderparkplatz befindet sich aber auch an der Staatsstraße von Filchendorf nach Neustadt am Kulm. Man kann den Berg jedoch auch vom Kinderspielplatz in Weha aus erwandern.

Der Rundwanderweg führt durch Mischwald mit vielen Buchen sanft nach oben. Der letzte Anstieg zum Brotzeitplatz ist jedoch anspruchsvoller, weil er direkt und dadurch steiler nach oben führt. In dessen Nähe befindet sich auch der „Wespenbaum“, ein abgestorbener Baumstumpf, der von den Insekten schon tüchtig benagt wurde.

Dann geht es durch das Basaltblockmeer. Man fühlt sich klein und unbedeutend, wenn man den Weg nach oben durch natürliche Mauern aus Steinbrocken geht. Wenn man Glück hat, kann man kleine Tiere davonhuschen sehen. Dazwischen öffnet sich immer wieder der Ausblick auf Neustadt am Kulm, die umliegenden Dörfer und die Landschaft. Felsen, Moos und abgebrochene Äste bilden wunderschöne Stillleben. Bänke laden an verschiedenen Stellen zum Verweilen ein.

In etwa 681 Meter Höhe lädt der Aussichtsturm dann die Wanderer zu einer weiteren Kletterpartie ein. Es lohnt sich, die 110 Stufen hinaufzusteigen. Ein atemberaubender Weitblick belohnt die Mühe! Der Abstieg birgt die Gefahr einer kleinen Rutschpartie, wenn der Boden feucht ist. Deshalb sind festes Schuhwerk mit griffiger Sohle sehr zu empfehlen. Dennoch man mag gar nicht weg von diesem Berg, der immer wieder mit richtigen Postkartenmotiven überrascht und die Seele auftanken lässt.

Am Rande der Ortschaft Neustadt am Kulm befindet sich der kleinere Zwilling, der Kleine Kulm, auf dessen Rücken von Juni bis Oktober Ziegen grasen. Mit seinen imposanten Felsen bietet er reizvoll die Kulisse für so manchen Gottesdienst in frischer Luft. Jedes Jahr im Herbst feiern die Neustädter mit einem großen Fest zum „Almabtrieb“ die Rückkehr der Ziegen ins „Tal“.

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