24.01.2020 - 15:08 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

"Steig ein": Unbekannter Fahrer spricht Elfjährigen an Bushaltestelle an

"Steig ein, ich bring dich nach Hause", sagt ein Unbekannter zu einem Elfjährigen am Montag an einer Bushaltestelle in Neustadt. Die Polizei ermittelt.

An der Bushaltestelle in der Tirschenreuther Straße spricht der Unbekannte den Schüler an. Später beobachten Polizisten in Zivil den Ort.
von Beate-Josefine Luber Kontakt Profil

"Nein, danke", sagte der Junge nach Angaben der Polizei, und lief weg. Damit habe er ganz richtig reagiert, erklärt Neustadts Inspektionsleiter Hermann Weiß. "Nicht auf Diskussionen einlassen, auf keinen Fall einsteigen und schnell weglaufen", rät er.

Die Polizei sucht nun nach dem unbekannten Mann, der den Jungen am 20. Januar gegen 13.30 Uhr an einer Bushaltestelle in der Tirschenreuther Straße angesprochen hatte, nachdem der Elfjährige aus dem Bus gestiegen war. Zivilbeamte haben die vergangenen drei Tage die Haltestellen in der Tirschenreuther Straße überwacht, doch nichts Auffälliges bemerkt.

Auch die Angaben des Jungen sind dürftig: Der Mann sei etwa 50 Jahre alt, habe einen weißen, grauen oder braunen Kombi mit einem Weidener Kennzeichen gefahren. Ein besonderes Merkmal seien auffällige Tätowierungen am linken Arm. "Ein Autokennzeichen ist da natürlich ein Wunschtraum", sagt Weiß. Sich das Zahlen-Buchstaben-Konstrukt zu merken, könne man in einer Stresssituation nicht von einem Elfjährigen, ja nicht einmal von einem Erwachsenen erwarten.

Andere Möglichkeiten wären, ein Bild von dem Auto zu machen oder sofort die 110 zu wählen. "Viele Kinder haben Hemmungen davor, sofort den Notruf zu wählen. Aber die Sorge ist vollkommen unbegründet", findet Weiß. Da die anderen Schulkinder, die den Bus mit dem Jungen verlassen hatten, bereits in andere Richtungen davongelaufen waren, gebe es keine Zeugen. Etwa eine Stunde nach dem Vorfall meldete sich die Mutter bei der Polizei, nachdem der Junge davon erzählt hatte.

Die Beamten leiteten sofort eine Fahndung ein, doch ohne Erfolg. Auch sprachen die Beamten mit dem Jungen persönlich, und schätzten seine Geschichte als vertrauenswürdig ein.

An die Staatsanwaltschaft wird die Polizei den Fall nicht melden, denn was der unbekannte Mann getan hat, stellt noch keine Straftat dar. Doch die Beamten werden den Fall intern dokumentieren und bei ähnlichen Vorkommnissen weiter ermitteln.

Dass Kinder von unbekannten Fahrern angesprochen werden, komme nach Schätzungen von Weiß etwa ein bis zwei Mal im Jahr vor. Er habe jedoch auch schon bemerkt, dass durch die Dynamik auf Facebook schnell Gerüchte entstehen. "Da heißt es auf einmal, ein Kind wurde ins Auto gezerrt, obwohl das gar nicht stimmt. Es werden Geschichten aus anderen Bundesländern vermischt", erzählt er.

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