21.01.2020 - 09:55 Uhr
Schönreuth bei KemnathOberpfalz

Patron und Mahner

In Schönreuth bei Kemnath feiern die Gläubigen einen Gottesdienst zu Ehren des heiligen Sebastian.

Für Stadtpfarrer Thomas Kraus war es der erste Gottesdienst an Sebastiani in der Filialkirche Schönreuth.
von Josef ZaglmannProfil

Die Schönreuther halten das Patrozinium ihrer Filialkirche hoch in Ehren. Jedes Jahr feiern sie dort am 20. Januar mit dem Kemnather Stadtpfarrer einen Gottesdienst. Dabei gedenken sie des heiligen Sebastian, der im vierten Jahrhundert in Rom einen grausamen Märtyrertod erleiden musste. Seit langem wird dieser Heilige als Patron der Schützenbruderschaft und der Pestkranken, der Verletzten und Empfindsamen verehrt.

In seiner Festpredigt ging Stadtpfarrer Thomas Kraus näher auf das Leben des Heiligen ein. Auf Bildern wird er an einen Baum gefesselt dargestellt, von vielen spitzen Pfeilen durchbohrt. Er schießt aber nicht zurück, sondern steckt Schüsse und Schläge ein. „Sein Schicksal wiederholt sich Tag für Tag nicht nur in fernen Ländern, wo Gewalt und Unterdrückung herrschen, sondern auch mitten unter uns“, gab der Geistliche zu bedenken. Es gebe viele Verletzungen und Verwundungen, unter denen Menschen zu leiden hätten. Jeder von uns trage irgendwo Wunden und Narben am Körper und vielleicht noch mehr in Herz und Seele. Die tiefsten Verletzungen seien wohl die innersten, von denen oft nur wenige wüssten oder vielleicht auch niemand wisse. Niemand komme unverletzt durchs Leben. „So haben wir wohl alle etwas von Sebastian an uns und erleben sein Schicksal mehr oder weniger intensiv am eigenen Leib“, meinte der Pfarrer. Wir sollten mit allen Verletzungen und Grausamkeiten Schluss machen und uns auf den Weg machen zu den Verletzten und Verwundeten von heute, nämlich unseren Kranken, Verzagten, Behinderten und Alten. „Bitte, dass uns Gott verschone vor Krankheit und jähem Tod“, lautete der Refrain eines der beiden Sebastianslieder, die Josef Zaglmann mit dem Kirchenchor sang. Mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Großer Gott wir loben dich“ endete der feierliche Festgottesdienst.

Vor der Sebastiansmesse geleitete die Blaskapelle unter Leitung von Veronika Krauß die Gottesdienstbesucher und Vereine zur Kirche. Dort hatten sich die Gläubigen bereits zum Sebastiansamt versammelt. Die beiden Bürgermeister Werner Nickl und Hermann Schraml nahmen mit einigen Stadträten ebenfalls am Gottesdienst teil. Fahnenabordnungen der Feuerwehr sowie der Krieger- und Soldatengemeinschaft Schönreuth hatten im Altarraum Aufstellung genommen. Mesnerin Barbara Dötterl hatte das Gotteshaus wieder schön geschmückt. Sie trug auch die Lesung vor. Markus Lehner und die Seniorministranten Guntram Lauber, Oswald Dötsch und Anton Schinner verrichteten den Dienst am Altar.

Der Kirchenchor sang die Haydn-Messe und zwei Sebastianslieder, die Josef Zaglmann auf dem Sakralkeyboard begleitete. Zu den Klängen der Blaskapelle zogen die Gläubigen zurück zum Gasthaus Bauer, wo sich die weltliche Feier anschloss. Um 14 Uhr hielt der Kemnather Stadtpfarrer in der Kirche noch eine Sebastiansandacht.

Dabei wurden zwei neue Sebastianslieder gesungen.

Sebastian in der Schönreuther Kirche

Auf dem Altarbild in der Schönreuther Kirche und auf einem Gemälde auf der Empore ist der grausame Märtyrertod des heiligen Sebastian dargestellt. An der linken Seitenwand befindet sich eine Statue des Heiligen. Vor zehn Jahren hat sie der Schönreuther Zimmerer und Hobbyschnitzer Hermann Stich aus Lindenholz geschnitzt. Gefasst und coloriert wurde die Statue von dem Porzellanmaler Karl Bäumel aus Speichersdorf.

Für Stadtpfarrer Thomas Kraus war es der erste Gottesdienst an Sebastiani in der Filialkirche Schönreuth.
Für Stadtpfarrer Thomas Kraus war es der erste Gottesdienst an Sebastiani in der Filialkirche Schönreuth.
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