24.01.2020 - 16:51 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Begehrter Chefsessel im Rathaus

Ob es eine Qual ist, entscheiden zu müssen, beantwortet sich spätestens in der Wahlkabine. Denn mancherorts gibt es zahlreiche Kandidaten für das Amt des Rathaus-Chefs, in anderen Kommunen keinen einzigen. Das hat natürlich gute Gründe.

In einem Ort im Landkreis Schwandorf gibt es am 15. März eine Urwahl, weil keiner für das Amt des Bürgermeisters kandidieren will, in vielen anderen Gemeinden tritt nur einen Bewerber an. Mancherorts ist die Auswahl aber deutlich größer – vier oder gar fünf Kandidaten stellen sich dort der Abstimmung.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Die größte Stadt im Landkreis ist bekanntlich Schwandorf – und dort hält man in diesem Jahr auch den Rekord an Bürgermeister-Kandidaten. Es sind nämlich sechs an der Zahl. Kaum weniger begehrt ist der Posten des Verwaltungschefs in einer Handvoll anderer Kommunen, wo jeweils vier Frauen oder Männer am 15. März um die Stimmen buhlen. Platzhirsche, die keinen Konkurrenten neben sich haben, gibt es natürlich auch in einigen Gemeinden.

In Altendorf, wo sich Bürgermeister Georg Köppl (CSU) aus Altersgründen nicht mehr hat aufstellen lassen, gibt es diesmal zwei Kandidaten: Markus Schiesl (Freie Wählergemeinschaft Altendorf) und Manuel Lischka (CSU). Bruck: Um die Nachfolge von Hans Frankl (Freie Wähler) bewerben sich nicht nur dessen Parteifreund Reinhard Ehemann, sondern auch Heike Faltermeier (CSU), Gregor Wettinger (SPD) und Manfred Pfauntsch (Grüne). Auch Burglengenfeld punktet mit vier Kandidaten: Dem amtierenden Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) wollen Michael Hitzek (SPD), Gregor Glötzl (Freie Wähler) und Phillip Poguntke (Linke) den Rang streitig machen.

In Dieterskirchen wird ein Nachfolger für Hans Graßl gesucht. Seine Partei, die CSU, hat dazu Anita Forster aufgestellt. Für die Freien Wähler will es Thomas Köppl wissen.

Christian Ziegler (Wählergemeinschaft Wolfring), der seit 2015 amtiert, bekommt diesmal im Ort Fensterbach keinen Gegenkandidaten. Im kleinen Gleiritsch hingegen muss sich der „Amtierende“ Hubert Zwack (CSU und Unabhängige) von Josef Pretzl jun. (Freie Wähler) herausfordern lassen. 2014 war Zwack noch Solist auf dem Stimmzettel gewesen. In Guteneck fällt die Wahl leichter: Wie 2014 stellt sich nur Bürgermeister Johann Wilhelm (Wählergemeinschaft) dem Votum.

Maxhütte-Haidhof hat zwar jede Menge Listen für die Stadtratswahl vorzuweisen, aber nur drei Bürgermeisterkandidaten. Um die Nachfolge der ausscheidenden Susanne Plank (CSU) treten Matthias Meier (CSU), Horst Viertlmeister (SPD) und Rudolf Seidl (Unabhängige) gegeneinander an. Nabburg hat einen Kandidaten weniger als 2014. Diesmal sind es Bürgermeister Armin Schärtl (SPD) und Frank Zeitler (CSU).

Markus Dauch (Freie Wähler) hat es in Neukirchen-Balbini leichter. Für den Rathaus-Chef gibt es keinen Gegenkandidaten. „Martin gegen Martin“ heißt es im Fall Neunburg vor Wald. Dort hat sich der Freie Wähler Martin Scharf gegen CSU-Bürgermeister Martin Birner positioniert. Genau die gleiche Konstellation gab es übrigens schon im Wahljahr 2014. Noch ein Martin in Niedermurach: Dem Bürgermeister Martin Prey (Aktive Bürger) will dort allerdings niemand den Rang streitig machen. Das war schon vor sechs Jahren so.

Deutlich heißer begehrt ist der Chefposten in Nittenau. Dort muss sich Bürgermeister Karl Bley von der SPD erneut drei Herausforderer vom Halse halten. Diesmal sind das Thomas Hochmuth (CSU), Claudia Müller-Völkl (Grüne) und der Freie Wähler Benjamin Boml, der 2014 schon dabei war. In Oberviechtach endet die Amtszeit von Heinz Weigl (Parteilose Wählergruppe PWG). Für ihn wollen Rudolf Teplitzky (PWG) und Herbert Uschold von der CSU ins Rathaus einziehen. In Pfreimd tritt Bürgermeister Richard Tischler zum zweiten Mal an. Diesmal hat er nur einen und nicht drei Gegenkandidaten. Es ist Wolfgang Lotter (CSU).

Schmidgaden sieht Bürgermeister Josef Deichl (Gemeindewohl Schmidgaden) am Start; ihn fordert Hans-Jürgen Flierl (Freie Wähler Trisching) heraus. Auch in Schönsee gibt es diesmal wieder zwei Kandidaten. Bürgermeisterin Birgit Höcherl (CSU) steht nicht mehr auf der Liste, dafür Xaver Bayer (CSU) und Reinhard Kreuzer (Freie Wähler Schönsee). Schwarzach bei Nabburg sieht diesmal das Duell Bürgermeister Johann Gradl (FWG Altfalter, Weiding, Richt) gegen 2. Bürgermeister Franz Grabinger (FWG Unterauerbach). In Schwarzenfeld wiederum werden die Karten ganz neu gemischt. Martin Rodde (CSU) tritt nicht mehr an. Die CSU schickt für ihn Wolfgang Prebeck, die Freien Wähler/ÜPW setzen auf Peter Neumeier.

In Schwarzhofen ist Max Beer (CSU) unumschränkter Bürgermeister. Auch diesmal gibt es keinen Gegenkandidaten. Das gleiche gilt für Gerald Reiter in Stadlern. Er tritt für die Gruppierung „Für den Aufbau der Gemeinde“ an. Bürgermeister Harald Bemmerl (SPD) will in Steinberg am See an der Macht bleiben; Christian Meßmann (CSU) setzt dagegen.

In Stulln macht – wie vor sechs Jahren auch – keiner Bürgermeister Hans Prechtl (CSU) den Rang streitig, in Teublitz gibt es dafür gleich eine Auswahl zwischen vier Bewerbern, alles Neulinge: Thomas Beer (CSU), Andreas Ferstl (SPD), Hannah Quaas (Grüne) und Markus Pretzl (Freie/Unabhängige Wähler). Bürgermeisterin Maria Steger (CSU) tritt nicht mehr an.

In Teunz läuft wieder alles auf den alleinigen Kandidaten Norbert Eckl (CSU) zu, der schon 2014 ohne Konkurrenz war, in Thanstein zum wiederholten Mal auf den alleinigen Kandidaten Walter Schauer (Christliche Wähler), Trausnitz setzt erneut auf Martin Schwandner (Freie Wähler) und sonst niemanden. In Weiding erleben die Stimmberechtigten ein Kuriosum: Es gibt eine Urwahl, weil es – wie 2014 – keinen Kandidaten gibt. Sollte sich auf die Schnelle doch noch einer finden, müsste er bis 30. Januar, also in fünf Tagen, registriert sein. In Winklarn schließlich wirft Bürgermeisterin Sonja Meier (CSU und Parteilose) ein weiteres Mal den Ring in den Hut – und bleibt dabei ohne Mitbewerber.

Für alle Orte, in denen es nur einen einzigen Kandidaten für das Bürgermeisteramt gibt, gilt ein Vorbehalt: Für sie alle wurde die Bewerbungsfrist um fünf Tage bis 30. Januar verlängert.

Hintergrund:

Keine Bürgermeisterwahl in drei Orten

Ganz ohne Stress sehen die Bürgermeister von Wackersdorf, Bodenwöhr und Wernberg-Köblitz dem Wahltag entgegen. Sie müssen sich nicht der Abstimmung stellen, weil sie bereits außer der Reihe gewählt wurden – zum Beispiel nach dem plötzlichen Tod des Amtsinhabers.

Kandidaten für Landratswahl und OB-Posten in Schwandorf

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