10.12.2019 - 17:23 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Deutliche Kritik an Studie

Seniorenwohngemeinschaften für Menschen, die nicht mehr alleine wohnen können, aber nicht ins Heim wollen. Und die Schaffung von Hospiz- und Palliativplätzen. Das sind Wünsche, die Sigrid Ullwer-Paul an den Schwandorfer Kreistag richtet.

Die Seniorenbeauftragte Sigrid Ullwer-Paul zeigte sich vor dem Kreistag verwundert über die Ergebnisse einer deutschlandweiten Studie zur Bewertung der Lebenssituation von Senioren.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Die Burglengenfelderin ist Vorsitzende des Seniorenbeirats und in dieser Funktion skizzierte sie die Arbeit des letzten Jahres sowie einige Anliegen. Ihr Blick richtete sich dabei nicht nur auf die 118 Seniorenvereine und Seniorenclubs, die es im Landkreis gibt, auch wenn viele davon aktiv sind und Zuschüsse beantragen. Am Herzen lag Sigrid Ullwer-Paul besonders die deutschlandweite Studie zur Bewertung der Lebenssituation von Senioren: „Dabei hat bekanntlich unser Landkreis vergleichsweise schlecht abgeschnitten.“ Sie und andere könnten nur ihre Verwunderung über die Ergebnisse der Studie zum Ausdruck bringen. „Der Landkreis Schwandorf hat für die Belange der Senioren ein offenes Ohr und er leistet Wertvolles“, hat die Seniorenbeauftragte festgestellt. Dennoch bat sie, „Verbesserungsmöglichkeiten und Herausforderungen des demografischen Wandels bei der weiteren Evaluation des seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes zu berücksichtigen“. Im Blickfeld hatte Ullwer-Paul die Ermöglichung einer Seniorenwohngemeinschaft für Menschen, die nicht mehr alleine wohnen können, aber nicht ins Heim wollen, sowie die Schaffung von Hospiz- und Palliativplätzen.

Als Zeichen besonderer Wertschätzung beurteilte Sigrid Ullwer-Paul den jährlichen Neujahrsempfang für engagierte Aktive und Sponsoren in der Seniorenarbeit. Der Seniorenbeirat des Landkreises erfuhr in seinen Sitzungen, dass zwar in den Städten und Gemeinden gute Beispiele für Treffmöglichkeiten von Alt und Jung vorhanden seien – aber auch, dass aufgrund reduzierter Öffnungszeiten oder der Schließung von Wirtshäusern, die Zusammenkünfte von Seniorengruppen manchmal nur schwer oder gar nicht zu realisieren sind. „Die weitere Entwicklung sollte daher von den Städten und Gemeinden im Auge behalten werden“, bat die Seniorenbeauftragte.

Das Zeitzeugenprojekt „Wöi’s gwen is“ und der Dialog der Generation wurde 2019 fortgesetzt. Senioren konnten dabei Studierenden von Erlebnissen und Erfahrungen aus der Kindheit und Jugendzeit erzählen. Die Ergebnisse werden aktuell von den Studierenden noch ausgewertet und für die digitale Präsentation verarbeitet.

Die Idee einer gemeinsamen Aktivität von Jung und Alt wurde mit den Mehrgenerationenspielen bei den im Landkreis neu geschaffenen Mehrgenerationenplätzen umgesetzt. Insgesamt sind in der Fachstelle für Senioren für die landkreisweite Verlosung 514 ausgefüllte Laufzettel eingegangen.

Für die Aktion Senioren-Cafe meldeten heuer 21 Seniorenvereine insgesamt 767 Teilnehmer – das waren 127 Personen weniger als noch letztes Jahr, obwohl das Senioren-Cafe auf eine ganze Woche ausgeweitet wurde. Die Landkreisseniorennachmittage im Oktober erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit. Bei den Veranstaltungen in Neunburg, Maxhütte-Haidhof und Pfreimd wurden 1189 Teilnehmer verzeichnet.

Der Seniorenbeirat stimmte einer Bezuschussung der Hospiz- und Demenzinitiativen in Höhe von jeweils 1000 Euro aus den Mitteln der Seniorenarbeit zu. „Um diese sehr guten ambulanten Angebote zu ergänzen, würden wir uns stationäre Hospiz- und Palliativplätze wünschen.“

Hintergrund:

Viele Veranstaltungen

Im Jahr 2019 hatten 69 der in der Seniorenfachstelle des Landratsamts gemeldeten 118 Seniorenvereine und Seniorenclubs Unterstützung für 2668 Veranstaltungen mit 51 689 Einzelbesuchern beantragt, was im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung der Teilnehmerzahl darstellt. Die für diese Förderung maßgebende Förderrichtlinie wurde heuer aktualisiert, was gerade für kleinere Seniorengruppen eine Antragstellung erleichterte. Der Landkreis Schwandorf stellte für diese Aktivitäten 16 540 Euro zur Verfügung.

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