16.01.2020 - 13:05 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Grandiose Orgelklänge aus verschiedenen Epochen

Konzert mit Andreas Merl in der Kreuzbergkirche in Schwandorf zur Feier der Orgelweihe vor sechs Jahrzehnten.

Andreas Merl begeisterte das Publikum beim Orgelkonzert in der Kreuzbergkirche.
von Reinhold TietzProfil

Es war ein bemerkenswertes musikalisches Ereignis, das in der gut besuchten Kreuzbergkirche stattfand. Andreas Merl gestaltete Orgelwerke verschiedener Epochen in gleich berauschender Manier. Damit feierte die Kirchengemeinde das Jubiläum der Orgelweihe vor 60 Jahren.

Der musikalische Vortrag begann mit der "Fanfare II" von Gunnar Idenstam (geboren 1961), die feierlich mit allmählich steigernder Klangfülle begeisterte. Es folgte Barockmusik. Von Nicolas de Grigny (1672-1703) stammen als einziges Werk die fünf Hymnen des "Premier Livre d´Orgue", von denen der Organist die Nr. 4 "Ave Maris Stella" mit ihren grandiosen Tonfolgen zum Klingen brachte.

Große Motive ausgebreitet

Die nächsten Werke waren von Johann Sebastian Bach (1685 -1750). Die "Toccata F -Dur" BWV 540 fiel auf durch den viele Takte langen Orgelpunkt, über dem große Motive ausgebreitet wurden. Der Einschub des "Trio super: Allein Gott in der Höh' sei Ehr'" BWV 664 entzückte mit seinen melodiösen Tonfolgen. Im Anschluss folgte die "Fuge F-Dur" BWV 540, deren vierstimmige Gestaltung Andrea Merl stets beeindruckend mit breit angelegter Steigerung darbot. Schließlich kam das Hauptwerk des Nachmittags zum Vortrag, die "Symphonie Nr. 6 g-moll" op 42/2 des Spätromantikers Charles Marie Widor (1844-1937).

Neue Gattung geschaffen

Er schuf die Gattung der Orgelsymphonie, und der Orgelspieler in der Kreuzbergkirche schaffte es, die verschiedenen Facetten des Werks überzeugend glaubhaft darzustellen. Das betraf die kraftvolle Rhythmus-Gestaltung wie das sichere Gefühl für Eleganz, die diesem Werk sowohl in den langsamen getragenen Sätzen - "Adagio" und "Cantabile" - wie im schnellen einleitenden "Allegro", dem "Intermezzo" und dem "Final" zu eigen sind. Nach einer Zugabe ging ein faszinierendes Fest voller grandioser Orgelklänge zu Ende.

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