17.01.2020 - 13:06 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Nachbarn feiern in der Kulturstadt Schwandorf

"Wir sind Kulturstadt." David Bender will damit ausdrücken, dass sich alle Schwandorfer angesprochen fühlen, stolz sind und über manchen Schatten springen. Kultur überschreitet heuer in der Kreisstadt viele Grenzen.

Höhepunkt des Kulturstadtjahres ist die Woche der Nachbarn von 20. bis 24. Mai. An diesen Tagen spielen die Außenanlagen des Oberpfälzer Künstlerhauses mit Sperl-Stadel die Hauptrolle.
von Irma Held Kontakt Profil

Das Programm Kulturstadt Bayern-Böhmen läuft von Ende März bis Ende September mit vielen Veranstaltungen, besonders im Juni und Juli. Von März bis September steht auch der Kulturstadtpavillon auf dem oberen Marktplatz. Er wird farblich auffallen. Mehr will David Bender nicht verraten. Der Pavillon dient als Infostand, aber auch als Veranstaltungs- und Begegnungsort. David Bender erstellt in Zusammenarbeit mit Veronika Hofinger, Leiterin des Centrum Bavaria Bohemia (Cebb) in Schönsee im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat das Programm. Das Ministerium fördert dieses kulturelle Nachbarschaftsfest zwischen hüben - Oberfranken, Niederbayern und der Oberpfalz - und drüben Karlsbad, Pilsen und Südböhmen.

Startschuss im März

Die "Pavilloneinweihung" ist gleichsam das Leinen los ins Kulturstadtjahr. Kultur ist dabei ein sehr weit gefasster Begriff, weder auf Volksmusik noch auf die hohe Kunst begrenzt. Ins Programm eingebracht haben und bringen sich besonders das Kulturamt, städtische Einrichtungen, Vereine, der Schachclub zum Beispiel, und der Citymanager.

Außer Bannern und dem Pavillon ist angedacht den Schriftzug Schwandorf aus Holzbuchstaben zu erstellen und die einzelnen Buchstaben als Art Erinnerungsstütze - Hallo! Es ist Kulturstadtjahr - in der Stadt zu verteilen. "Wir wollen damit suggerieren, dass alle willkommen sind, daran teil zu nehmen." David Bender betont: "Schwandorf bekommt alles geliefert." Zum Beispiel den tschechischen Schriftsteller Jaroslav Rudis mit der Kafka Band am 23. Mai. Die Programmmacher überschreiten Grenzen und bitten zu Lesungen in Leerstände. Auch Bands und Musiker, wie die Südböhmischen Philharmoniker, werden in der Kreisstadt auftreten.

Nicht fehlen darf neben Poetry-Slam der tschechische Film. Der Pavillon könnte zum Kino umfunktioniert werden. Ein Graffitiworkshop wird auf von der Stadt benannten Flächen etwas Bleibendes schaffen.

Grundidee des Kulturspektakels aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln ist es, Grenzen zu überwinden und Stereotype aufzulösen. Der Cebb-Mitarbeiter kommt auf weit verbreitete Vorurteile zu sprechen, die den Eindruck erwecken würden, Tschechien habe außer billige Zigaretten, billig tanken und Bier nicht viel zu bieten. Dabei bringen die Nachbarn köstliche Spezialitäten und eine vielfältige Kulturszene mit nach Schwandorf.

Die Hand reichen

"Bayern und Böhmen geben sich die Hand." Zentraler Ort ist dafür in der Woche der Nachbarn das Gelände des Oberpfälzer Künstlerhauses. Während, erläutert David Bender, "in der Kebbel-Villa zeitgenössische Kunst aus Bayern und Böhmen gezeigt wird", feiern draußen Familien, oder junge Leute bei Musik und Tanz. Auch der Sperl-Stadel wird bespielt. Und am 21. Mai, Christi Himmelfahrt, ist fußläufig die Vatertagsfeier im Schlosshof erreichbar, "als Ergänzung oder Alternative," meint David Bender.

Auftaktveranstaltung zum Kulturstadtjahr

Schwandorf
David Bender lässt keine Zweifel aufkommen. Der Sperl-Stadel ist für Veranstaltungen des Kulturstadtprogramms geöffnet.

Bayern und Böhmen geben sich die Hand.

David Bender, Programmkoordinator für das Kulturstadtjahr

David Bender, Programmkoordinator für das Kulturstadtjahr

Programmpunkte:

Zug zur Kultur

Einige Kulturstadt-Veranstaltungen sind bereits fest terminiert. Der Schachclub organisiert am 21. März in der Sparkasse ein Schachevent mit einem tschechischen Großmeister. Bei einem Show-Brauen auf Schloss Fronberg können Besucher miterleben wie drei Brauer aus Böhmen und Bayern das Kulturstadtbier nach eigener Rezeptur herstellen. Eingelagert wird es in den Felsenkellern. Das bayerisch-böhmische Frühjahrskonzert des Gymnasiums geht am 22. April in dessen Aula über die Bühne. Die Diakonie Schwandorf bietet am 23. Aprileine Lesung aus Werken tschechischer Autoren an. Das Kneipenfestival am 30. April wird heuer um eine tschechische Komponente ergänzt. Von 20. bis 24. Mai findet auf dem Gelände der Kebbel-Villa die Woche der Nachbarn statt. Im Mittelpunkt des Eröffnungstages, 20. Mai, steht die Industriekultur mit einer Exkursion und einem Symposium.

Poetry-Slam mit Jaromír Konecný steht am 4. Juni im Felsenkeller auf dem Programm. Die Schwandorfer Theaterbühne zeigt am 17., 18., 23. 24. und 25. Juli die Komödie "Attilas Grab in Adelheids Gemüsebeet oder die Die Erfindung der Bajuwaren." Am 18. Juli wird ein grenzüberschreitendes Fußballturnier ausgetragen. Seine Fahrten wieder auf nimmt der für die europäische Kulturhauptstadt Pilsen 2015 ins Leben gerufene "Zug zur Kultur" der Länderbahn. Spätestens Mitte Februar soll ein umfassendes Programmheft für das Kulturstadtjahr vorliegen.

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