22.10.2019 - 13:19 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Schulsanierung in sechs Abschnitten

Es ist eine der teuersten Baustellen im Landkreis. Am Montag machen sich die Mitglieder des Schulausschusses ein Bild davon. Es geht um den Umbau der Realschule in Burglengenfeld. Der dauert noch Jahre.

Der Schulausschuss des Kreistags tagte in Burglengenfeld und ließ sich durch die Baustelle der Realschule am Kreuzberg führen.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Bei der Baumaßnahme sind die Dauer der Arbeiten und das Finanzvolumen außergewöhnlich. Für die Generalsanierung, bei dem sowohl Gebäudeteile abgebrochen werden als auch Neubauten entstehen, werden von Landkreis und Freistaat 18 Millionen Euro in die Hand genommen. Sechs Bauabschnitte sind geplant, Ende 2025 soll alles fertig sein. Schulleiter Klaus Biersack wird dieses Ende nach eigenen Aussagen nicht mehr im aktiven Dienst erleben, er geht in zwei Jahren.

Diese Woche war Biersack Gastgeber für den Schulausschuss des Kreistags, der in einem Klassenzimmer der Realschule am Kreuzberg seine Sitzung abhielt. Dies vor allem deswegen, damit die Räte nach dem Ende der Beratungen noch einen Rundgang durch das Gebäude antreten konnten. Der Schulleiter und die Chefin des Hochbauamts am Landratsamt, Michaela Gottmeier, führten die kleine Gruppe durch das Haus, das über weite Teile eine Baustelle ist.

Die Maßnahme, für die im Juni letzten Jahres der Spatenstich erfolgte, wurde aus mehreren Gründen notwendig. Zuallererst ist der Raum in der Schule zu knapp - im aktuellen Schuljahr besuchen 590 Schüler die Realschule in Burglengenfeld, Tendenz allerdings sinkend. "Es waren schon 700 Kinder", berichtete Biersack, der einen neuerlichen Aufschwung der Schülerzahlen für sicher hält. Außerdem soll die Barrierefreiheit soweit wie möglich hergestellt, der Brandschutz verbessert und das gesamte Gebäude energetisch saniert werden.

In ihrer vorangehenden Sitzung verteilten die Räte viel Geld für Investitionen und Zuschüsse. Zum Bereich Investitionen gehören jene 320 000 Euro, mit denen die neue Ausstattung für den Fachbereich Elektrotechnik am Beruflichen Schulzentrum Schwandorf bezahlt wird. Diese Schule wird bekanntlich ebenfalls generalsaniert, so dass die neuen Räume jetzt auch mit modernem Zubehör ausgestattet werden können. Für die Landmaschinen-Werkstätte des Berufsschulzentrums, die sich in Neunburg vorm Wald befindet, haben die Räte 130 000 Euro locker gemacht. Damit kann der Landrat einen Traktor kaufen, der GPS-gesteuert wird. Sechs Realschulen und Gymnasien kommen überdies in den Genuss von Ipad-Koffern, die summa summarum über 90 000 Euro kosten.

10 000 Euro teilt der Kreistag heuer als freiwillige Leistung an 15 Musikschulen und Initiativen aus, von der Musikschule Pfreimd bis zum Brauchtums-Stammtisch Haselbach. Weitere 10 000 verschenkt der Kreis an sechs Festspielgruppen, wobei ungefähr die Hälfte des Geldes für das Festspiel "Vom Hussenkrieg" gedacht ist. Deutlich mehr, nämlich 30 000 Euro, erhält das Landestheater Oberpfalz, das einen jährlichen Finanzierungsbedarf von 651 000 Euro hat, wobei auch Landkreis Schwandorf in der Pflicht steht.

34 500 Euro fließen als freiwillige Leistungen des Kreises in acht Bauprojekte, bei denen ein sogenannter "denkmalpflegerischer Mehraufwand" erforderlich ist; ein Beispiel: die Instandsetzung der Stadt- und Zwingermauer in Nabburg. Und schließlich stehen noch 5000 Euro für die Förderung der Museen und Sammlungen im Landkreis Schwandorf zur Verfügung. Für alle diese Leistungen gab es grünes Licht vom Ausschuss.

Die Realschule am Kreuzberg in Burglengenfeld ist in die Jahre gekommen und wird seit Mitte 2018 für viel Geld saniert.
18 Millionen Euro kosten Um- und Ausbau der Realschule am Kreuzberg in Burglengenfeld, die derzeit von 590 Schülern besucht wird.
Schulleiter Klaus Biersack (rechts) begrüßte den Schulausschuss des Kreistags, der seine Sitzung in der Realschule am Kreuzberg abhielt.
Realschule am Kreuzberg:

Die Realschule in Burglengenfeld ist 1957 als staatliche Mittelschule mit einem Mädchen- und einem Knabentrakt errichtet worden. Zehn Jahre später wurde der Mädchentrakt um ein Obergeschoss aufgestockt. In den Jahren 1979 bis 1981 folgte ein Erweiterungsbau. Zum damaligen Zeitpunkt war die Schule für nur 16 Klassen konzipiert. Die Schülerzahlen stiegen aber stetig an, insbesondere nach der Einführung der sechsstufigen Realschule im Jahr 2003. Zwei Jahre später ist ein Gebäude für die Mittagsbetreuung erbaut worden. Die Turnhalle wurde 2008 saniert. Derzeit werden 590 Schüler dort unterrichtet. (td)

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