28.01.2020 - 17:55 Uhr
SchwandorfOberpfalz

"Würde Landwirte ins Gefängnis bringen"

Tierwohl in Südamerika? Nein zu Mercosur. Der BBV Schwandorf ruft zu "#EssenAusBayern" auf. Zugleich macht sie auf die Gefahren durch ein geplantes Handelsabkommen mit Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay aufmerksam.

Mit dem „Mercosur-Abkommen“ kann zollreduziertes Rindfleisch, das nicht mit den hohen deutschen Standards erzeugt wurde, eingeführt werden. Stellvertretender Kreisobmann Georg Lorenz, Kreisbäuerin Sabine Schindler, stellvertretende Kreisbäuerin Manuela Pronath und Kreisobmann Josef Irlbacher (von links) zeigen einen „Feedlot“, wie er in Südamerika gängig ist.

Mit einer Fotoaktion werben bayerische Bauern, darunter auch der Kreisverband Schwandorf, für "#EssenAusBayern". Sorgen bereitet den Landwirten das geplante Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten. Es beinhaltet einen schrittweisen Wegfall von 91 Prozent der Zölle auf Produkte, welche die EU in die Mercosur-Staaten exportiert und von 92 Prozent der Zölle auf Güter, welche die EU von dort importiert. Das Abkommen sieht unter anderem ein zollreduziertes Kontingent von 99 000 Tonnen Rindfleisch aus dem südamerikanischen Staatenbund vor.

„Südamerikanisches Rindfleisch – das klingt erst einmal für viele Menschen verlockend und gut“, sagt Josef Irlbacher, Kreisobmann in Schwandorf. „Doch was in Südamerika gängige Praxis ist, würde Landwirte bei uns ins Gefängnis bringen. Aus diesem Grunde sagen wir Nein zu Mercosur und werben für regionale Produkte.“

Weitere Informationen

So dürfen die Mercosur-Staaten Pflanzenschutzmittel wie zum Beispiel Atrazin verwenden, die in der EU nicht zugelassen sind. Antiobiotika dürfen als Leistungsförderer eingesetzt werden, was in der EU seit über einem Jahrzehnt verboten ist. Rinder in Südamerika werden vielfach zumindest in ihren letzten Lebensmonaten in so genannten Feedlots gehalten, in denen die Tier auf engem Raum überwiegend nur mit Kraftfutter ausgemästet werden. „Mit weiter Prärie und Cowboyromantik hat die Rinderhaltung in den Mercosur-Staaten nichts zu tun“, sagt Bullemäster und stellvertretender Kreisobmann Georg Lorenz. Wer gutes und nachhaltig erzeugtes Rindfleisch essen möchte,  für den könne es nur eine Wahl geben: Bayerisches Rindfleisch. 

Die Fotoaktion ist eingebettet in die Kampagne „Gegessen wird zuhause“ des Bayerischen Bauernverbandes. Hier wirbt der Bayerische Bauernverband für Essen aus Bayern. Die Kampagne zeigt auf, wo Verbraucher regionale Lebensmittel kaufen können und gibt Tipps rund um regionales Essen.

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