21.10.2019 - 18:16 Uhr
Silberhütte bei BärnauOberpfalz

Schweres Gerät in den Loipen

Es brummt auf der Silberhütte. Nicht Wintersportler finden sich derzeit im Skilanglaufzentrum, sondern Harvester und Forwarder nutzen die Loipen. Mit ihrem Einsatz sorgen sie für lichtdurchflutete Wege.

von Susanne Forster Kontakt Profil

"Vielleicht sind die Buchen im nächsten Winter wieder auf der Loipe im Einsatz", scherzt Ingo Greim. "Eine Firma in Österreich macht Zellstoff daraus." Die Rede ist von der weiteren Verarbeitung des Holzes. Und so könne es sein, dass sich die heimischen Buchen in einer Modal-Faser wiederfinden, denn das Gewebe werde in Sportbekleidung verarbeitet, erklärt der stellvertretende Forstbetriebsleiter.

Doch das ist nicht der Grund, warum rund 1000 Festmeter Holz, überwiegend Buche, im Areal des Skilanglaufzentrums Silberhütte gefällt wurden. "Entlang der Loipen stehen große, ausladende Bäume", so Revierleiter Oswald Hamann. Der Harvester erleichtere die Arbeit, die rund zwei bis vier Tonnen schweren Bäume zu fällen und zügig von den Wegen zu entfernen. Die Schäden durch die manuelle Arbeit wären höher, da die Verjüngung kaputt gemacht würde, weiß er. Damit gemeint sind die Buchen, die vor rund zehn Jahren angepflanzt wurden.

Holz bleibt in Region

"Die Bäume, die gefällt werden, sind ungefähr 80 bis 120 Jahre alt. 95 Prozent des Buchenbestands bleibt stehen." Die restlichen fünf Prozent müssen weichen. Nicht nur, weil die jungen Bäume Licht, Nährstoffe und Wasser benötigen, wie Hamann erklärt, sondern auch, um die Loipe von überwiegend ausladenden Bäumen zu befreien. In deren Kronen bleibe der Schnee hängen, der zur Präparierung der Ski-Strecken benötigt würde. Auch der herabtropfende Tau von den Baumkronen beeinflusse die Loipe negativ. Der Harvester, der für 14 Tage auf der Silberhütte im Einsatz war, erledigt seine Arbeit in Minutenschnelle. Zuerst greift sich der Harvester den Baumstamm, dann wird er gefällt. Danach wird der Stamm an den Wegesrand gehoben und in kleinere Stücke zersägt. Dort fristet er sein Dasein, bis Christian Fischer mit seinem 16 Tonnen schweren Forwarder vorbeikommt. Auf ihm werden die Stämme aufgeladen und zur Weiterverarbeitung gefahren.

"Das Buchenholz ist hochwertig und gesucht", weiß Ingo Greim, stellvertretender Forstbetriebleiter. "Es wird in den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt zu Brennholz verarbeitet. Ein Teil geht auch nach Nieder- oder Oberbayern zu Buchen-Stammholz-Sägern", erklärt er. Doch der größte Teil werde in der Heimat verarbeitet. "Produkte in der Region für die Region ernten", lautet sein Credo. Dass die Bäume nicht wahllos abgeholzt werden, bestätigt der stellvertretende Forstbetriebsleiter. "Die durch Trockenheit geschädigten Buchen werden entfernt und zu marktgerechten Preisen verkauft."

Ski-Saison startet bald

Oswald Hamann, der mit seiner Hündin Rosa alle zwei Tage zur Kontrolle vorbeikommt, erklärt: "Die Buchen, die gefällt werden sollen, habe ich im Sommer Rot angezeichnet." Jetzt, da das Laub schon in bunten Rottönen gefärbt ist, markiere er die Bäume in Blau nach. Dass erleichtere Harvester-Fahrer Stefan Riedl die Suche nach den zu fällenden Bäumen. Der Revierleiter erklärt, warum es so wichtig ist, die Arbeiten noch vor Beginn der Ski-Saison durchzuführen. "Es ist ein enges Zeitfenster.

Das Holz muss weg von der Loipe. In 14 Tagen soll der Winter kommen." Alles werden sie nicht vor Saisonbeginn abtransportiert bekommen, so Hamann, jedoch werde das Holz abseits der Loipen gelagert, so dass der Ski-Betrieb starten könne.

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