17.01.2020 - 14:15 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Natur und Umwelt haben Priorität

Als "Anwalt des Landschafts- und Artenschutzes" versteht sich die Wählergemeinschaft Umwelt. Mit 14 Kandidaten wird sie zur Stadtratswahl antreten. Das Bürgermeisteramt strebt die WGU nicht an.

Die Kandidaten der WGU (vorne von links): Otto Fürst, Josef Kuchenreuther, Katrin Möhrlein, Karl Berr und Karl Kreger sowie (hinten von links) Wolfgang Schmeller, Felix Möhrlein, Markus Berr, Herbert Siegert und Wolfgang Stangl.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Bei der Nominierungsversammlung im Gasthof Kühn beschrieb Stadtrat Karl Berr die Wählergemeinschaft Umwelt als Gruppierung, die ohne Parteivorgabe und Fraktionszwang eigenverantwortlich handeln könne. Die Wählergemeinschaft stehe für Arten-, Biotop- und Landschaftsschutz. "Für den Verlust von Landschaft sowie für die Zerstörung und Verknappung von Lebensräumen sind auch kommunalpolitische Entscheidungen mit verantwortlich", verdeutlichte Berr. So wende sich die WGU gegen die geplante Stromtrasse und betrachte kritisch die angestrebte Süd-Ost-Umfahrung von Tirschenreuth, die die Entwicklung der Stadt behindere und der Natur und den landwirtschaftlichen Flächen schade.

Anstrengungen für Klimaschutz

Einmal mehr wendet sich Berr gegen die Schädigung der einmaligen Natur- und Kulturlandschaft durch weitere Windkraftanlagen. Zudem hätte der von den Windrädern ausgehende Infraschall negative gesundheitliche Auswirkungen auf Mensch und Tier. Das Stiftland hätte durch Biogas, Photovoltaik, Hackschnitzel und Windkraft seinen Beitrag zur alternativen Energiegewinnung bereits geleistet.

Auf der Liste der Forderung der Wählergemeinschaft finden sich auch die Ansiedelung mittelständischer Betriebe des Handwerks, der Industrie und des Dienstleistungsektors oder die Anstrengungen für den Klimaschutz, etwa durch die Nutzung der Sonnenenergie. Unterstützt werde von der WGU die Erhaltung und Erneuerung der Bausubstanz im Stadtkern und die stärkere Förderung von Sanierungsmaßnahmen. Sie verbessern das innerstädtische Leben, bringen kurze Wege und kommen vor allem älteren Mitbürgern entgegen. Klar positioniert sich die Wählergemeinschaft gegen einen weiteren Großmarkt im Ort, der neben der Konkurrenz durch den Internethandel die Schließung kleinerer Märkte und Einzelhandelsgeschäfte nach sich ziehen würden. Unterstützen wolle man die kleinen landwirtschaftlichen Betriebe, die auch zur Bereicherung der Kulturlandschaft und dem Überleben der Tier- und Pflanzenwelt beitragen würden. Große Bedeutung schreibt die WGU den "weichen" Standortfaktoren Freizeit, Erholung und Kultur zu. Ihnen würde eine wichtige Rolle bei der Standortwahl von Betrieben zukommen.

"Wir werden uns dafür einsetzen, die touristische Attraktivität und das gastronomische Angebot der Stadt zu fördern", führte Berr noch aus. Einstimmig wurde dann die Liste mit den 14 Kandidaten, von denen auch drei aus den Ortsteilen kommen, angenommen.

Die Kandidaten

Die Bewerber der Wählergemeinschaft Umwelt: Plätze 1 bis 3 Karl Berr (Glasermeister), Plätze 4 bis 6 Wolfgang Schmeller (Diplomingenieur Landschaftsplaner), Plätze 7 bis 9 Felix Möhrlein (Student). Auf den weiteren Plätzen: Angela Seegers (Diplomingenieur Landschaftsarchitektur), Wolfgang Stangl (Landwirt/Angestellter, Lengenfeld), Josef Kuchenreuther (Hausmeister a.D.), Katrin Möhrlein (Hausfrau), Herbert Siegert (Maschinenbaumeister), Karl Kreger (Designer, Matzersreuth), Tanja Karl (Hausfrau), Otto Fürst (Fotograf), Bernhard Hecht (Landwirt, Marchaney), Richard Schleicher (Diplomingenieur Landschaftspfleger), Markus Berr (Realschullehrer a.D.).

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.