15.01.2020 - 14:43 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Tipps für Tierwohl beim Laufstalltag im Landkreis Tirschenreuth

Eine Kuh macht Muh, viele Kühe machen Mühe. Ein alter Kalauer, in dem aber viel Wahrheit steckt.

Laufstalltag
von Externer BeitragProfil

Das Interesse am Laufstalltag des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Tirschenreuth war auch diesmal groß. Behördenleiter Wolfgang Wenisch freute sich über zahlreiche Besucher in der Gaststätte "Petersklause". Die Organisation und Moderation der Veranstaltung übernahm, wie auch die vergangenen Jahre, Manfred Zintl.

Zu Beginn ging Wenisch auf die aktuellen Themen des Amtes ein und stellte wichtige Termine im kommenden Halbjahr vor. Er wies auf die Antragstellung des Bayerischen Kulturlandschaftsprogrammes (KulaP) bis 28. Februar, den alljährlichen Pflanzenbautag am 24. Januar in Falkenberg und diverse vlf-Veranstaltungen, darunter ein Kinoabend (17. Februar) und eine Lehrfahrt nach Frankreich (25. bis 30. April) hin.

Neuerungen bei Förderung

Anschließend stellte Andreas Breu Neuerungen bei den Fördermöglichkeiten bei einem Stallbau vor. Demnach erhöhen sich über alle Programme hinweg die Fördersummen zum Teil deutlich, um vor allem das Tierwohl, die Energieeffizienz und die Digitalisierung in der bayerischen Landwirtschaft weiter zu stärken. Neu ist auch, dass bei bei Neu- und Umbauten wieder Lagerstätten für Wirtschaftsdünger in die Förderung einbezogen sind und nach dem Bau im Ziel maximal noch zwei Großvieheinheiten pro Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche gehalten werden können.

Nicht nur der Stallbau, sondern auch der Neubau von Niedrigenergiegebäuden zur pflanzlichen Erzeugung, wie Kartoffel-Kühlhallen und Gewächshäuser, können gefördert werden, wenn mindestens 25 Prozent Energieeinsparung gegenüber vergleichbaren Systemen nachgewiesen werden können. Das Gleiche gilt, wenn man veraltete Belüftungs- und Fütterungssysteme in allen Tierhaltungsvarianten und auch Milchgewinnungssysteme erneuern möchte.

Im dritten Teil des Laufstalltages zeigte Wolfgang Willutzki, Bauberater vom Fachzentrum Rinderhaltung Münchberg, verschiedene Varianten zur Gestaltung von Laufhöfen auf, die wiederum vom Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP) zur Verbesserung des Tierwohls gefordert werden. Alle Möglichkeiten hätten dabei Vor- und Nachteile. Bei allen Varianten sollte aber darauf geachtet werden, dass das Platzangebot nicht zu groß werde, um eine funktionierende Entmistung zu garantieren und ein unkontrolliertes Ablegen der Tiere auf den Laufbereichen zu verhindern, riet der Experte.

Als weiterer Referent war Johannes Zahner von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) eingeladen. Dieser informierte die Teilnehmer, dass eine Milchkuh eine Wohlfühltemperatur von etwa 0°C bis 10 °C hat und dabei eine Herde von 50 Kühen Wärme von etwa 100 kW in der Stunde abgibt. Das bedeutet, dass der Lüftung in den Ställen eine bedeutende Rolle zukommt, um die Luftqualität und Lufttemperatur Sommer wie Winter möglichst im Idealbereich der Tiere zu halten. Außerdem erklärte er, dass trockenstehende Kühe genauso viel Kühlungsbedarf haben, wie eine Milchkuh in ihrer Hochlaktation und gerade Kälber sehr empfindlich auf stehende, feuchte Luft, wie sie häufig in Altbaulösungen zu finden ist, reagieren. Um also möglichst viel Luftwechsel in den Gebäuden zu erreichen, sei eine offene und schmale Bauweise der Ställe ideal.

Marion Höcht, Geschäftsführerin des Maschinen- und Betriebshilferinges Tirschenreuth, stellte als letzte Referentin des Tages die verschiedenen Angebote ihrer Organisation zur Arbeitsentlastung in Milchviehbetrieben vor. Das Unternehmen könne durch seine Maschinengemeinschaften und die enge Zusammenarbeit mit Lohnunternehmen die Landwirte intensiv unterstützen, erklärte Höcht.

Besuch bei Familie Zölch

Nach dem Mittagessen besuchte die Gruppe den Betrieb der Familie Adalbert Zölch in Försterhof. Hier konnten die Landwirte einen modernen Milchviehstall mit 240 Kühen in Augenschein nehmen. Die Kühe werden dabei von vier Automatischen Melksystemen in einem ausgeklügelten Stallsystem gemolken. Statt eines herkömmlichen Futtertisches gibt es dort zwei längsseitig verlaufenden Futterbänder. Ein Anbau von Außenliegebuchten mit einem offenen Futtertisch tragen zur Verbesserung des Tierwohls bei.

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