11.12.2019 - 16:01 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Über hundert Jahre Weihnachten im Museum

Ein Puppenhaus von 1949, ein Kaufladen von 1960, ein Karussell mit Federmechanismus und Blechspielzeug von 1960, eine Kutsche aus Holz aus der Zeit um 1900. Nur ein kleiner Teil der Weihnachts-Sonderausstellung im Museumsquartier (MQ).

von Norbert Grüner Kontakt Profil

Weihnachten ist für viele Menschen das wichtigste Fest im Jahreslauf. Die versammelte Familie, der geschmückte Weihnachtsbaum oder die Bescherung der Kinder sind Ideale bis in unsere Tage geblieben. Private oder museale Sammlungen von Weihnachtsschmuck geben Aufschluss über den Wandel von Gesellschaft, Kultur und Konsumbedürfnissen. Noch bis zum 12. Januar läuft im MQ die Sonderausstellung "Weihnachtszauber".

Guter Bekannter

Die "Pöllmann-Krippe", geschaffen vom Marionettenbauer Raimund Pöllmann aus Schwandorf, eine Grulicher Kastenkrippe aus Böhmen um 1890, die Heilige Familie, geschnitzt aus Elfenbein, ebenfalls um 1890, ein Puppenwagen von etwa 1900 sind weiter Unikate aus der Sammlung von Helmut Weiß aus Schwandorf. Der Aussteller ist ein guter Bekannter in der Region und hat hier schon viele Ausstellungen bestückt. Nachdem er demnächst seinen 80. Geburtstag feiert, werde dies seine letzte Präsentation sein, kündigte er an. In den vergangenen 30 Jahren habe er bestimmt 60 aufwendige Ausstellungen gestemmt, erklärte er bei der Vernissage. Nachdem das seine letzte Ausstellung ist, hat er noch einmal tief in seine umfangreiche Sammlung gegriffen und ganz besondere Stücke für die Tirschenreuther Weihnachtsausstellung herausgesucht. Genau hat Herta Zölch vom MQ nicht nachgerechnet, "aber wenn man jeden einzelnen Anhänger zählt, sind es mindestens 500 Stücke aus rund 100 Jahren Weihnachtsgeschichte, die aktuell im Museum zu sehen sind." Weiß ist selbst Weihnachts-Fan durch und durch. Seit vier Jahrzehnten sammelt er alles, was damit in irgendeiner Weise zu tun hat: "Familie Weiß hat ein Weihnachtswunderland im Keller."

Viele Unikate

Unfassbare Mengen an Nussknackern, Räuchermännchen, Glaskugeln, Puppenstuben, Blechspielzeug oder Weihnachtspyramiden nennt er sein Eigen. Viele der ausgestellten Exponate seien Unikate und heute nur noch in Museen oder Privatsammlungen zu sehen.

Die Ausstellung klammert auch die Weihnachtszeit während der beiden Weltkriege nicht aus. Im Ersten war nicht selten das Konterfei von Kaiser Wilhelm II. auf dem Weihnachtsschmuck zu sehen, im Zweiten waren Nazi-Symbole darauf. Als Geschenke für die Kinder lag damals Kriegsspielzeug unter dem Weihnachtsbaum.

Etwas ganz Besonderes bei der Präsentation ist das große weihnachtlich geschmückte Wohnzimmer mit seinen beweglichen Figuren beim Eingang im Kassenbereich. Darin sitzt der Großvater im Schaukelstuhl und schaukelt hin und her, die Kinder spielen auf dem Fußboden und ein kleines Mädchen schmückt den Christbaum. Das mechanische Weihnachtszimmer wird, um die alte Technik nicht zu sehr zu beanspruchen, nur sonntags und am zweiten Weihnachtsfeiertag jeweils einmal um 15.30 Uhr eingeschaltet. Das Museum ist täglich außer Montag von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Hintergrund:

Begleitprogramm zur Ausstellung "Weihnachtszauber": Am Sonntag, 15. Dezember, zeigen die Krippenschnitzer ihre Kunst von 13 bis 16 Uhr im MQ. "Weihnachten mal anders" heißt es am Sonntag, 22. Dezember, von 15 bis 16 Uhr in der Reihe "Kunst um 3" mit Jakob Schröder (Klavier), Thomas Rode (Lesung) und Luisa Zeitler (Gesang). Am Montag, 23. Dezember, warten die Kinder von 9 bis 12 Uhr auf das Christkind.

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