22.01.2020 - 12:29 Uhr
Tremmersdorf bei SpeinshartOberpfalz

Johann Mayer will Landrat werden

Den "grünen Themen" im Landkreis mehr Gehör verschaffen - das ist das Ziel des Landratskandidaten Johann Mayer. Der 59-Jährige wurde vor sechs Jahren auf Anhieb in den Gemeinderat und den Kreistag gewählt.

Grünen-Kreisrätin Sonja Reichold (links) gratuliert ihrem Kollegen Johann Mayer zur Nominierung als Landratskandidat; mit im Bild die Speinsharter Gemeinderätin Barbara Müller, die zusammen mit Mayer wieder für den Gemeinderat kandidiert.
von Gabi EichlProfil

Der Grünen-Kreisverband wählte den Speinsharter am Dienstagabend in der Nominierungsversammlung einmütig zum Kandidaten. Mayers großes Thema ist eigenem Bekunden nach der Klimawandel und damit verbunden die Fragen der künftigen Energieversorgung und Mobilität, deren zukunftsweisende Beantwortung immer wieder „von oben behindert“ werde. So seien 2019 nur sechs neue Windräder in Bayern in Betrieb gegangen. Mayer fordert die Kommunen zur Zusammenarbeit auf, dadurch sei die bayerische 10H-Regelung auszuhebeln. Ziel müsse eine dezentrale Energieversorgung in der Hand der Bürger sein. Dazu bedürfe es eines Umbaus der Stromnetze, den die Netzbetreiber teilweise schon eingeleitet hätten.

Eine Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ-Leitung) wie der Süd-Ost-Link sei dabei vollkommen kontraproduktiv, da eine solche Leitung nur dazu da sei, sehr große Strommengen über weite Strecken zu transportieren. Eine dezentrale Versorgung sei mit einer solchen Leitung nicht möglich, da eine HGÜ-Leitung sozusagen nicht „unterwegs“ angezapft werden könne, um dezentral gewonnenen Strom einzuspeisen.

Daran ändere auch eine Verlegung der Trasse an die Autobahn nichts, wie die CSU sie propagiere. Und wie solle die Leitung auch an der Autobahn verlegt werden? Dort seien bereits andere Versorgungsleitungen verlegt, teilweise käme man viel zu nah an Ortschaften heran.

Priorität für den ÖPNV-Ausbau

Thema Mobilität: Mayer fordert, dem Ausbau des Personennahverkehrs Priorität einzuräumen, die Ober- und Mittelzentren in einem kurzen Takt zu verbinden und das flache Land mittels flexibler Modelle wie etwa dem Rufbus Baxi zu erschließen. Gleichzeitig sei die Rad-Infrastruktur auszubauen. Für den Rest genügten E-Autos mit immer größerer Reichweite.

Mayer zur Krise der Kliniken AG: Als Kreisrat vermisse er ein tragfähiges Zukunftskonzept, das die AG bis heute nicht vorgelegt habe. Man sei bereit, die Altlasten zu schultern, aber es seien noch viele Fragen offen; diese müssten vorher geklärt werden.

Stark macht Mayer sich für einen Landschaftspflegeverband im Landkreis. Ein solcher schaffe Arbeitsplätze und führe dazu, dass die Ausgleichsflächen auch so gepflegt würden, dass es echte Ausgleichsflächen seien.

"Nein, wir kapitulieren nicht"

Johann Mayer kandidiert zusammen mit Barbara Müller auch wieder für den Speinsharter Gemeinderat. Die neugegründete dreiköpfige Ortsgruppe schickt Mayer und Müller übereinstimmend ins Rennen. Auf Platz eins kandidiert die 47-jährige Verwaltungsangestellte Müller, auf Platz zwei Mayer. Beide sitzen seit 2014 im Gemeinderat. Eine zweiköpfige Liste? Müller gibt zu an ein Aufgeben gedacht zu haben. Gewonnen habe jedoch die Überzeugung: „Nein, wir kapitulieren nicht. Im Gegenteil: Jetzt erst recht.“ In der Region trauten viele sich noch nicht, zu grünen Überzeugungen zu stehen. Müller sagt: „Es ist nicht alles schwarz. Man kann auch anders denken, und das darf man sagen.“

Johann Mayer:

Johann Mayer, Sprecher der Grünen im Kreistag, ist gelernter Landwirt, betrieb jahrelang einen Bio-Hof mit Charolais-Rindern, den er aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Er orientierte sich noch einmal neu und arbeitet heute als Anlagenelektroniker. Mayer ist verheiratet und hat zwei Töchter im Teenager-Alter. Den Grünen gehört er seit 2009 an; kurz darauf engagierte er sich für ein paar Jahre als Sprecher des landwirtschaftlichen Arbeitskreises, bis er 2014 mit einer winzigen Liste in den Speinsharter Gemeinderat und gleichzeitig in den Kreistag gewählt wurde.

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