07.10.2019 - 16:11 Uhr
Unterwildenau/Luhe-WildenauOberpfalz

Feuer zerstört Scheune: Kripo ermittelt

Mitten in der Nacht reißen Martinshörner die Bewohner von Unterwildenau aus dem Schlaf. Eine Scheune mit Stroh steht in Flammen. Die Polizei schließt Brandstiftung nicht aus.

von Stefan Zaruba Kontakt Profil

Der Brand einer Scheune am Ortsrand hat in der Nacht zum Montag zu einem Großeinsatz in Luhe-Wildenau geführt. Dabei entstand ein Schaden in sechsstelliger Höhe. 150 Feuerwehrmänner und THW-Helfer waren bis in die Morgenstunden mit Löscharbeiten beschäftigt. Die Brandursache war zunächst unklar.

Gegen 0.40 Uhr bemerkte laut Polizeibericht ein Autofahrer den Brand im Ortsteil Unterwildenau und setzte einen Notruf ab, der bei der Integrierten Leitstelle (ILS) Nordoberpfalz einging. Neben der Kreisstraße nach Oberwildenau stand eine etwa 55 mal 11 Meter große Scheune teilweise in Flammen. In dem betroffenen Bereich waren etwa 300 Strohballen gelagert, teilt die Polizei weiter mit. Auch ein vor der Scheune abgestellter Anhänger mit weiteren Strohballen fing Feuer.

Feuerwehren und THW rückten mit etwa 150 Einsatzkräften an und hatten das Feuer laut Polizei nach etwa einer Stunde unter Kontrolle. Sie konnten auch verhindern, dass sich das Feuer ausbreitet und auf andere Gebäude übergreift. Auch ein Radlader des Technischen Hilfswerks (THW) kam zum Einsatz. Allerdings wurde etwa ein Drittel der in Holzbauweise errichteten Halle stark beschädigt. Auch der Anhänger wurde ein Raub der Flammen.

"Da die auf dem Dach der Scheune installierte Photovoltaikanlage ebenfalls zerstört wurde, wird nach ersten Schätzungen von einem Gesamtsachschaden in Höhe von circa 150 000 bis 200 000 Euro ausgegangen", heißt es in der ersten Bilanz. Verletzt sei niemand geworden. Tiere kamen nicht zu Schaden.

Während der Lösch- und Nachlöscharbeiten blieb die Kreisstraße NEW 21 bei Unterwildenau und damit die wichtige Naabbrücke gesperrt. Auch der Berufs- und Schulbusverkehr war noch betroffen. Erschwerend kam hinzu, dass auch die Verbindung zwischen Luhe und Luhe am Forst und damit die nächste Naabquerung wegen Straßenbauarbeiten derzeit gesperrt ist. Pendler mussten großräumig über Etzenricht oder auf Nebenstraßen über Sperlhammer und Rothenstadt ausweichen.

Großeinsatz in Luhe Wildenau: Scheunenbrand verursacht rund 150.000 Euro Schaden

Die Brandursache war am frühen Morgen ungeklärt. Die Ermittlungen zur Brandursache werden von der Polizeiinspektion Neustadt in Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei Weiden geführt. "Beamte der Kripo haben noch in der Nacht mit der Tatortarbeit begonnen." Am Nachmittag meldete das Polizeipräsidium Oberpfalz nach: Die Kripo ermittle in alle Richtungen. "Derzeit ist eine vorsätzliche Tat nicht auszuschließen." Für die Ermittler seien daher Zeugen von Interesse, die Personen zur oder von der Brandörtlichkeit mitgenommen haben. Die Polizei nennt dabei ausdrücklich auch Taxifahrer. Zeugen sollen sich unter der Telefonnummer 0961/401-291 melden.

Erst Ende September hatte ein größeres Feuer Strohballen am Ortsrand von Weiden vernichtet und zu einem Großeinsatz geführt. Dort war der Brand ebenfalls nach Mitternacht ausgebrochen. Die Ursache gilt weiter als ungeklärt.

Ende September brennt Stroh bei Weiden

Weiden in der Oberpfalz

Für die letzten Wehrmänner endete laut ILS-Leiter Jürgen Meyer der Einsatz nach fast 14 Stunden. Ein Fahrzeug der Feuerwehr Oberwildenau rückte um 14.38 Uhr ein. Im Einsatz waren zudem die Feuerwehren Luhe, Weiden, Rothenstadt, Oberköblitz, Neudorf, Glaubendorf, Engleshof, Pirk, Schirmitz und Mallersricht, die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung und das THW Weiden. Den Einsatz leitete der Oberwildenauer Kommandant Manuel Scheidler gemeinsam mit Kreisbrandmeister Sebastian Hartl. Ebenfalls vor Ort waren Kreisbrandrat Marco Saller, Kreisbrandinspektor Martin List und Kreisbrandmeister Thomas Weidner.

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