15.01.2020 - 18:24 Uhr
WackersdorfOberpfalz

Oberpfälzer fotografiert Rauch aus Australien über Neuseeland

Die Oberpfälzer Brüder Matthias und Andreas Götz erleben die Auswirkungen der Buschbrände in Australien. Doch ihre Familie schöpft Hoffnung auf ein unverbranntes Land.

Orangefarbener Rauch über einem Tennisplatz in Auckland, Neuseeland. Die Rauchschwaden aus Australien zogen 2000 Kilometer über das Meer.
von Elisabeth Saller Kontakt Profil

Qualm zieht über die neuseeländischen Großstadt Auckland. Der gebürtige Oberpfälzer Andreas Götz greift zur Kamera, um die merkwürdige Stimmung über der Tennisanlage in Parnell vor ein paar Tagen festzuhalten. Die orangefarbenen Wolken sind Rauchschwaden, die von den Buschbränden in Australien 2000 Kilometer nach Neuseeland gezogen sind.

Der 36-Jährige lebt seit zehn Jahren in Auckland. Seit Montag sind Götz' Eltern Gerhard und Maria aus Wackersdorf zu Besuch. Die beiden konnten während ihres Flugs über Australien kein Feuer und keinen Rauch im Südosten des Landes entdecken. "Das macht mir Hoffnung, dass doch viel Land in dem wunderschönen Kontinent unverbrannt davon kommt", schreibt Gerhard Götz, der viele Jahre als Fotograf bei Oberpfalz-Medien gearbeitet hat. Bei ihrer Ankunft in Auckland war am Himmel kein Rauch aus Australien zu sehen.

Gerhard und Maria Götz' Sohn Matthias (39) lebt seit neun Jahren in Perth im Westen Australiens - vier Flugstunden vom Brand entfernt. Er habe berichtet, dass einige Verbindungsstraßen von Ost nach West wegen der Feuer gesperrt sind, wegen der Rauchentwicklung wurde die Arbeit auf Baustellen eingestellt. In den Geschäften "bleiben manche Früchte aus", erzählt Vater Gerhard Götz. Kritik an der Regierung, sie würde sich zu wenig für die Natur einsetzen, hält Matthias Götz für nicht berechtigt. Australien würde sich sehr um seine Artenvielfalt sorgen. Etwa gelten bei Flugreisen innerhalb Australiens strenge Regeln für die Mitnahme von Lebensmitteln.

Sorgen um ihre Sicherheit machen sich die Brüder nicht. "Sie ... sind sicher, dass viele Maßnahmen ergriffen werden, um solche Buschbrände zu minimieren, soweit dies menschenmöglich ist. Das haben die Regierungen beider Länder in der Vergangenheit bewiesen", sagt Gerhard Götz und erinnert an die Reaktion der neuseeländischen Präsidentin Jacinda Ardern nach dem Anschlag in Christ Church.

Aktuell soll es etwa 150 Feuer geben. 28 Menschen sollen laut Premierminister Scott Morrison ihr Leben verloren haben. Laut einer Expertenschätzung starben hunderte Millionen Tiere bei den Bränden.

Jörg Lindner aus Schönhaid (Wiesau) sitzt am Buschfeuer-Telefon in Australien

Schönhaid bei Wiesau
Die Flugroute von Gerhard und Maria Götz aus Wackersdorf nach Auckland (Neuseeland) führte auch über den Südosten Australiens. Vom Flugzeug aus haben die beiden Reisenden kein Feuer und keinen Rauch entdecken können. Das lässt sie hoffen, dass nicht zu viel Land betroffen ist.
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