19.11.2019 - 18:12 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Bundespräsident empfängt Preisträger des Kepler-Gymnasiums Weiden

Die Kepler-Schüler haben sich im Geschichtswettbewerb mit dem Konzentrationslager Flossenbürg und der späteren Besiedelung des Geländes auseinandergesetzt und bereits einen Landespreis erhalten. Jetzt gab´s noch einen Bundespreis.

Preiswürdig ist auch die modische Botschaft der Preisträger aus der Oberpfalz. Die Elftklässler des Kepler-Gymnasiums Weiden und ihr Tutor nehmen den Bundespreis aus den Händen des Bundespräsidenten entgegen.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Am Dienstagvormittag wurde es für die Schüler Sebastian Kneidl, Susann Grochowina, Teresa Bodenmeier und ihrem Tutor Jochen Runkel ernst. Tutor Christian Obermayer konnte nicht dabei sein. In Schloss Bellevue in Berlin überreichte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Elftklässlern einen von 50 Bundespreisen - ein "Dritter Bundespreis", dotiert mit 500 Euro. Die Freude über die Auszeichnung ist groß.

Geschichte differenziert zu betrachten, lautet das Plädoyer der Teilnehmenden. In dem Beitrag der Kepler-Schüler wird die Geschichte eines Geländes in Flossenbürg erzählt, welches in der Zeit des Nationalsozialismus als Konzentrationslager diente. Nach der Befreiung durch die alliierten amerikanischen Truppen wurde es teils als Fabrikgelände, teils als Lager für Displaced Person verwendet und ab 1958 als Baufläche für Wohnbauten genutzt. Während der intensiven Recherche im Archiv der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg und in mehreren Gesprächen mit Experten und Zeitzeugen, bemerkten die Schüler, dass sie nur durch Multiperspektivität ein genaues Bild des Geländes zeichnen konnten. Denn alle historischen Etappen des Geländes können sowohl positiv wie auch negativ gesehen werden. Der Bau des KZs bedeutete für die Flossenbürger zunächst auch einen wirtschaftlichen Aufschwung. Das persönliche Glück, das die Eltern einer Zeitzeugin bei dem Bau ihres Eigenheimes auf dem »Vogelherd« genannten Gelände empfunden haben, wurde getrübt durch die Meinung anderer, dass man auf diesem Boden, der schon so Schreckliches erlebt

habe, doch nicht wohnen könne.

Insgesamt beteiligten sich bundesweit an dem 26. Geschichtswettbewerb der Körber-Stiftung mehr als 5600 Kinder und Jugendliche. 1992 Beiträge wurden eingereicht.

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