13.11.2019 - 13:17 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Bundeswehr kann auch Musik: Benefizkonzert zum Fünfjährigen

Was für eine Geburtstagsparty: Zum fünfjährigen Bestehen des Artilleriebataillons 131 am Standort Weiden gastierte in der nahezu vollen Max-Reger-Halle mit dem Heeresmusikkorps Veitshöchheim ein sinfonisches Blasorchester der Spitzenklasse.

von Redaktion ONETZProfil

Oberstleutnant Sven Zickmantel, seit sieben Monaten Kommandeur, und Oberbürgermeister Kurt Seggewiß freuten sich über das große Interesse der Bevölkerung. Zickmantel betonte, seine Soldaten fühlten sich in Weiden wohl, seien gut integriert und herzlich aufgenommen. Er dankte allen für diese erfahrene Wertschätzung und den erlebten Rückhalt. Mit dem Benefizkonzert wolle man die Partnerschaft bekräftigen. Seggewiß, der 2018 die Bundeswehreinheit im Kosovo besucht hatte, wurde für seine außergewöhnlichen Verdienste mit der Ehrennadel des Bataillons ausgezeichnet. Musik verbindet, besonders wenn der Erlös für eine gute Sache ist: für die Weidener „Initiative“, die Wohnungs-, Obdachlosen- und Familienhilfe leistet, und für das Bundeswehr Sozialwerk, das in Not geratenen Angehörigen, zum Beispiel von Auslandseinsätzen Betroffenen, hilft.

Das Heeresmusikkorps steht seit über 50 Jahren für Qualität und Vielfalt. Seine Kernaufgaben sind die Truppenbetreuung im In- und Ausland mit Auftritten bei militärischen Zeremoniellen und die Repräsentation der Bundeswehr in der Öffentlichkeit. Im festlichen Ambiente wurden die Konzertbesucher von Fackelträgern vor der Halle empfangen und verabschiedet. Drinnen wurden sie mit einem Hörgenuss ersten Ranges für ihr Kommen belohnt. Der musikalische Leiter, Oberstleutnant Roland Kahle, fesselte seine über 40 Musiker, darunter die Waidhauser Klarinettistin Miriam Gläser, mit exakten, ausdrucksvollen und auch energischen Dirigierbewegungen bei vollem Körpereinsatz an sich. Er hatte ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles Programm ausgewählt, das von seinen Bläsern und Schlagwerkern, sowie mit E-Gitarre, -Bass und -Piano und Lyra dargeboten und humorvoll von Hauptfeldwebel Thomas Hümmer-Althöm moderiert wurde. Dabei standen immer wieder Solisten im Mittelpunkt, so ein Saxophon-Trio, ein Trompeten- und ein Querflötenduo, mit Stabsfeldwebel Markus Lenhardt ein Sänger mit goldener Stimme und als Gast Anja Stegmann, die als kraftvolle Sopranistin virtuos in schwindelnde Höhen vordrang und damit ein weiteres „Highlight“ setzte.

Nach einem feierlichen Beginn mit der Westernfilmmelodie „Silverado“ von Bruce Broughton erklang die spritzige, mozartische Leichtigkeit verströmende Ouvertüre zur komischen Oper „Donna Diana“ von Nikolaus v. Reznicek. Vor fünf Jahrzehnten gelang die erste Mondlandung. Zu diesem historischen Ereignis passten der Konzertmarsch „Per aspera ad astra“ von Ernst Urbach, bei dem der kräftige Hörner- und Tubensound mit Lyraklängen durchsetzt war, die symphonische Dichtung „Apollo 11“ von Otto M. Schwarz, die den Mondflug vom Start bis zur Landung gefühlsmäßig miterleben lässt, und Antonín Dvořáks „Lied an den Mond“, in dem die tiefe Sehnsucht nach Liebe der Nixe Rusalka für einen Prinzen zum Ausdruck kommt, von Anja Stegmann auf Tschechisch gesungen. Bei den „Trois Odelettes für Sopran und Blasorchester“ des Holländers Jacob de Haan konnte die Sopranistin sehr verschiedene Facetten ihrer Stimme präsentieren: chansonartig, mit spanischer Folklore durchsetzt und arienmäßig.

Den zweiten Teil eröffneten Mark Taylors „Brass Machine“ und die Streichersuite „Palladio“ des Walisers Karl Jenkins. Dann reihte sich Höhepunkt an Höhepunkt mit amerikanischen Melodien: das bezaubernde „Over the Rainbow“, der berühmte Militärmarsch „The Stars and Stripes Forever“, das Duett „Something Stupid“ und als Big-Band-Arrangement die Glenn-Miller-Hits „Moonlight Serenade“ und „In the Mood“. Den ebenso begeistert aufgenommenen Abschluss bildete ein Frank-Sinatra-Medley („Moon River“, „Fly Me to the Moon“, „For Once in My Life“, „New York, New York“). Mit stehendem Applaus der Zuhörer wurde deren Wunsch auf Zugaben erfüllt: mit dem populären Marsch „Alte Kameraden“, dem zwei- und dreistimmig vorgetragenen, gefühlvollen Filmsong „The Rose“ und der Nationalhymne.

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