20.01.2020 - 14:19 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Freitagabend in die Schule: Elly-Heuss-Gymnasium bei "Blauer Stunde" gut besucht

Es ist spät am Freitagnachmittag – und es heißt: auf in die Schule. Der Unterricht ist dann natürlich längst vorbei, das Elly-Heuss-Gymnasium aber rappelvoll.

von Simone Baumgärtner Kontakt Profil

Nein, es ist kein klassischer Tag der offenen Tür. Die „Blaue Stunde“ am Elly-Heuss-Gymnasium am Freitagnachmittag soll vor allem eins: Helfen, Vorurteile gegen eine reine Mädchenschule abzubauen, wie sie das „Elly“ seit jeher ist. Nach dem Motto: Gleichgeschlechtlich mag die Schule zwar unterrichten, interessant und vielfältig aber ist sie dabei obendrein.

Tiefgestapelt wird dabei nicht. Das wird gleich nach der Begrüßung der vielen Besucher durch Schulleiter Reinhard Hauer deutlich: Denn es geht musikalisch hoch her, als die Chorklasse unter Leitung von Katharina Bernet rhythmisch die Becher zur Klaviermusik auf die Tische klopft.

Danach verlaufen sich die Besucher in alle Richtungen. Es sind Eltern von Elly-Schülerinnen, Pennäler anderer Schulen, Ehemalige sowie Eltern von Grundschülern, die das Schulhaus wiedersehen oder kennenlernen wollen und die zahlreichen Aktionen und Projekte darin erforschen.

Kalter Rauch im Klassenzimmer

Im ersten Stock etwa duftet es köstlich, weil die Spanischklasse nicht nur Olá beim Vokabelquiz ruft, sondern dazu auch mit einem Büfett mit landestypischen Schmankerln samt Rezepten lockt. Patatas Bravas, Kartoffeln gewürfelt, gebraten, gesalzen, gefällig? Si claro. Das schmeckt – und soll zeigen, wie eine Sprache nachhaltig erlernt werden kann.

Nebenan dagegen muffelt’s. Müll, wohin das Auge blickt. Und dazu ein selbst gebastelter Zeitstrahl, der eindrucksvoll zeigt, dass etwa Blechdosen bis zu 200 Jahre brauchen, um zu verrotten. Doch das ist nichts im Vergleich zum kalten Zigarettenrauch, der in diesem Klassenzimmer herumwabert, weil Elly-Schülerinnen in nur 40 Minuten in der Weidener Fußgängerzone zig Plastiktüten voll mit achtlos fortgeworfenen Zigarettenkippen gefunden haben. Hochtoxischer Sondermüll und schwer abbaubar.

Viel über die Umwelt weiß auch die Klima AG, die sich und ihre eigens zusammengetragenen Klimawandel-Datenbank andernorts vorstellt. Kritik und Aufklärung allein bringen aber nicht weiter. Daher geht’s im Müll-Workshop – wieder woanders – kreativ zu: Stiftehalter entstehen aus Klopapierrollen, Deko-Häuser aus Milchkartons.

Überhaupt zeigen die Schülerinnen hier und da allein schon durch ihre Aufmachung Vielfalt. Da bekommen menschengroße Äpfel Beine, um auf gesunde Ernährung aufmerksam zu machen.

Physik und Playmobil

Hinter Hochbeeten erklären die Pennälerinnen ihr Bio-Projekt, in dem sie die insektenfreundliche Bepflanzung eines solchen Beetes erarbeiten. Und neben aus Pappe gebastelten sowie mit Playmobil-Möbel bestückten Puppenhäusern zeigen physikinteressierte Mädchen, wie der Strom ins Haus kommt. Dazwischen wird bei Schopenhauers Legespiel mit Geometrie gespielt, und die Mensa lockt mit Tofu- oder Bratwürsten.

Ja, das Mädchengymnasium zeigt sich von seiner bunten Seite. Aber gerade auch die traditionelle zieht zahlreiche Besucher zum Finale in die Turnhalle. Dort tun die Schülerinnen genau das, wofür sie über Bezirksgrenzen hinaus bekannt sind: Sie tanzen und ernten dafür großen Schlussapplaus.

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