19.01.2020 - 16:12 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Grünen-Abgeordnete Toman: "Weiden muss anfangen zu atmen"

Für den Kreisverband der Grünen war es eine Premiere. Er lud am Sonntag zum ersten Neujahrsempfang. Für Weiden wünschen sich die Mitglieder eine aktive Klimapolitik und die Verdoppelung der Stadtratsmandate.

Zu ihrem ersten Neujahrsempfang haben am Sonntag die Grünen eingeladen. Mit dabei sind (von links) Landtagsabgeordnete Anna Toman, Oberbürgermeisterkandidatin Sonja Schuhmacher und die Stadträte Karl Bärnklau, Gisela Helgath und Veit Wagner.
von Helmut KunzProfil

„Wenn wir nicht aufpassen, haben wir in Hundert Jahren bei uns dieselbe Vegetation, wie heute in Kroatien. Es gibt dann kein Bier mehr. Und wenn euch das Bier am Herzen liegt, dann müsst ihr uns unterstützen.“ Allein das mag wohl einer der Gründe dafür sein, warum die Landtagsabgeordnete Anna Toman aus Bärnau den Grünen eine Verdoppelung ihrer bisherigen Mandatsstärke im künftigen Weidener Stadtrat prophezeit. „Ich würde mir wünschen, dass Weiden in einem Jahr vielleicht eine grüne Oberbürgermeisterin hat.“

Der Kreisverband hatte am Sonntag zum Neujahrsempfang in die Waldgaststätte Strehl eingeladen. Eine Premiere. „Wir wollen in der nächsten Legislaturperiode stärker werden“, machte Stadtrat Karl Bärnklau gleich zu Beginn eine Kampfansage an die Konkurrenz. Mit der bisherigen Schlagkraft von nur drei Mandaten, habe man die Ziele einfach nicht durchsetzen können.

Einen neuen Oberbürgermeister zu wählen, sei immer eine spannende Sache, unterstrich Toman. Wichtigstes Ziel sei der Klimaschutz. „Wenn von der Landes- und Bundesregierung schon nichts kommt, dann müssen wir es halt unten im Kleinen anstoßen und die Klimaanpassung in der Kommune forcieren und Weiden klimaneutral machen."

Sie finde es schade, dass der Grünen-Antrag auf Klimanotstand und die Einrichtung eines Klimaschutzmanagers vom Stadtrat abgelehnt worden sei, weil dies nämlich ein erster Schritt gewesen wäre. Eine klimagerechte Kommune sei gleichbedeutend mit Bepflanzung. „Die Stadt muss grüner werden, muss anfangen zu atmen.“ Und: „Wir müssen die Gewässer teilweise wieder offen legen, die unter Asphalt versteckt sind."

Auch eine Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs entlaste das Klima. „Macht die Stadt zum Wohnzimmer der Bürgerinnen und Bürger. Macht sie fußgänger- und fahrradfreundlich.“ Ein weiterer Punkt war der „erschreckende“ Sanierungsstau an Schulen. „Die Kinder brauchen eine gute Umgebung, um ihnen ein modernes, neues Lernen zu ermöglichen", sagt Toman. Das aktuelle Bildungssystem sei verkrustet und nicht mehr zeitgerecht. Sie forderte einen IT-Manager an den Schulen. Dem scheidenden Stadtrat Veit Wagner dankte sie für dessen Engagement.

„Wir wollen mehr werden“, betonte Bärnklau, der aus dem Fraktionsalltag berichtete und als Leitgedanken für soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit „Global denken und lokal handeln“ in den Vordergrund stellte.

Oberbürgermeisterkandidatin Sonja Schuhmacher griff die Energie- und Klimawende auf. Die Welt sei im Wandel und Weiden mittendrin. Die nächsten Jahrzehnte würden auch hier große Veränderungen bringen. Um diese Veränderungen zu nutzen, setzten die Grünen auf Klima- und Artenschutz und eine tolerante, offene Gesellschaft. „Weiden 2040 ist unsere Vision", sagte Schuhmacher.

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