27.01.2020 - 13:35 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kinder- und Jugendpsychiatrie in Weiden: Nächstes Jahr kommen die Bagger

Es gibt berechtigte Hoffnung auf die Verbesserung der Versorgungslage in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in der Region. 2021 soll der Baubeginn für die seit längerem geplante Klinik in Weiden sein.

Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher (sitzend, Dritter von links) informiert Ärzte und Mitarbeiter der kinder- und jugendpsychiatrischen Tagesklinik und Institutsambulanz in Weiden zusammen mit Medbo-Vorstand Dr. Dr. Helmut Hausner (stehend, Vierter von links) über den Baubeginn der neuen Klinik für Kinder-und Jugendpsychiatrie im nächsten Jahr.
von Siegfried BühnerProfil

Noch parken die Autos auf dem Gelände hinter dem Gebäude des ehemaligen Augustinerseminars beim Klinikum in Weiden. Doch im nächsten Jahr soll dort mit dem Neubau der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie begonnen werden.

„Wir sind der Kliniken AG Nordoberpfalz sehr dankbar, dass sie der dichten Bebauung in unmittelbarer Nähe zum Klinikum Weiden zugestimmt hat“, sagte Medbo-Vorstand Dr. Dr. Helmut Hausner. Anlass war der Neujahrsbesuch der Medbo-Geschäftsleitung und des Bezirkstagsvizepräsidenten Lothar Höher in der kinder- und jugendpsychiatrischen Tagesklinik und Institutsambulanz (KJPP) in Weiden.

Die Nähe zum Klinikum bringt laut Hausner „Mehrwert für Kinder und Familien und wirkt der Stigmatisierung psychischer Erkrankungen entgegen“. 18 Millionen Euro werden von der Medbo in die neue Klinik investiert.

Einzelheiten des Projekts beschrieb Bezirkstagsvizepräsident Höher. Die neue Klinik werde eng an das Bezirkskrankenhaus Wöllershof angebunden sein. Mit 32 Betten solle sie ausgestattet werden, darunter acht für suchtkranke Jugendliche. Die Pläne der Architekten seien weitgehend abgeschlossen, die Baugenehmigung soll im April beantragt werden. „Nächstes Jahr kommen die Bagger“, sagte Höher und kündigte die Fertigstellung im Jahre 2023 an.

Als „besondere Herausforderung“ gilt für die Verantwortlichen die Personalgewinnung für die neue Klinik. Sie soll bereits jetzt beginnen. Benötigt werden multiprofessionelle Teams unter anderem bestehend aus Ärzten, Pflegern, Erziehungsberatern, Ergo-, Sprach-, und Bewegungstherapeuten, aber auch Sozialarbeitern. Schließlich müsse die gesamte Lebenssituation von jungen Menschen mit psychischen Erkrankungen einbezogen werden. Bei der Medbo wird deshalb auch über die Einrichtung mobiler Teams im Rahmen sogenannter aufsuchender Dienst nachgedacht. Anders als bisher können in der neuen Klinik auch Kinder im Vorschulalter behandelt werden.

„Wir brauchen in allen betroffenen Bereichen mehr neue Mitarbeiter“, sagt Medbo-Finanzchef Konrad Kastner. In Bezug auf den Bedarf an Ärzten setzt man bei der Medbo auf die neue Facharztausbildungsberechtigung im Gesamtbereich des Bezirksklinikums Wöllershof. So könnte sich für manche auch im Anschluss an diese Ausbildung eine wohnortnahe Beschäftigungsmöglichkeit ergeben.

Für den leitenden Oberarzt am KJPP, Dr. Franz Hench, ist die neue Einrichtung für die gesamte nördliche Oberpfalz sehr wichtig. Sie schaffe Behandlungsangebote in einem stark unterversorgten medizinischen Bereich. Laut Hench bietet beispielsweise im ambulanten Bereich in der gesamten nördlichen Oberpfalz nur ein Kinder- und Jugendtherapeut aus Regensburg tageweise Sprechstunden an. Die Unterversorgung schmerzt auch deshalb besonders, weil es in der nördlichen Oberpfalz ein großes Angebot sogenannter niederschwelliger Hilfestellungen durch eine Vielzahl von Beratungsdiensten gebe. Sie bieten Betroffenen im Rahmen ihrer Möglichkeiten Hilfestellung, können diese aber im Bedarfsfall nicht einer ärztlichen Behandlung zuführen.

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