23.10.2019 - 16:44 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kulturbühne maßlos enttäuscht

Nur 35 Zuschauer sind beim Start der Kulturbühne in die neue Theater-Saison dabei. Vorsitzender Veit Wagner stellt Fragen.

Tapfer: Veit Wagner (rechts) und sein Stellvertreter Stefan Voit.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Nicht mal die ersten zwei Reihen sind komplett besetzt. Ansonsten gähnende Leere im großen Saal der Max-Reger-Halle. Der Start in die neue Spielzeit der "Kulturbühne" wird am Dienstagabend zum Desaster. Das Josef-Hader-Stück "Indien - eine Schnitzeljagd durch die deutsche Provinz", noch vor wenigen Tagen auf einer anderen Bühne von 500 Besuchern gefeiert, fällt in Weiden gnadenlos durch. Veit Wagner, Vorsitzender der Kulturbühne, die von einem rund zwei Dutzend Mitglieder starken Freundeskreis getragen wird, geht auf Ursachenforschung.

"Größte Pleite der Geschichte"

Doch Ergebnisse bleiben mager. Die Kulturbühne sei maßlos enttäuscht, räumt Wagner am Mittwoch ein: Offenbar fehle bei den Weidener Theaterfans die "Neugierde auf Neues, auf in der Breite weitgehend unbekannte Stücke". "Vielleicht hat der Inhalt abgeschreckt oder es war genau das Gegenteil: Der Inhalt war nicht bekannt." Der Vorsitzende stellt fest: "Soweit ich es überblicken kann, war der Dienstagabend die größte Pleite in unserer Geschichte." Die Kulturbühne hat aber auch den Mut, sich und ihr Programm zu hinterfragen. Etwa im nächsten Kulturausschuss. Dort will Wagner erfahren, wie es denn "mit Kultur" in Weiden weitergehen soll. "Wie viel Interesse haben die Weidener an neuen Stücken. Wo bleiben die Lehrer, wo die Schüler? Ich bin gespannt. Reichen die bisher genutzten Werbemittel nicht?"

Grundsätzliches klären

Durchaus noch unter dem Eindruck des Abends stellt Wagner grundsätzliche Fragen. Wie soll, wie kann sich Kultur in Weiden weiter entwickeln? "Sollen wir als Kulturbühne zum Beispiel ein Jahr aussetzen und gar nichts machen? Soll das Landestheater Oberpfalz auch den Part übernehmen, den wir seit dreieinhalb Jahren zu spielen versuchen? Brauchen wir vielleicht einen kleineren Spielort? Gibt es weitere Interessenten, die sich engagiert einbringen können und wollen?"

Die Kulturbühne plane etwa acht Stücke pro Theatersaison, biete dazu Kleinkunst. Das von der Stadt garantierte Budget liegt dafür bei 50 000 Euro. "Unser Haushalt ist auf rund 90 000 Euro ausgelegt", so Wagner, der bedauert, dass der Einsatz "zumindest diesmal" vom Publikum nicht honoriert wurde.

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