23.01.2020 - 12:11 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Polizisten retten Leben eines bewusstlosen BMW-Fahrers

Am Mittwoch gegen 14 Uhr erreichte die Polizeiwache der Inspektion Weiden ein Notruf aus dem Tower des Flugplatzes in Latsch. Die Mitarbeiter hatten dort beobachtet, wie ein schwarzer BMW querfeldein über einen gefrorenen Acker bretterte.

Der beherzte Einsatz von Polizei und Rettungsdienst sorgt am Dienstag für Aufsehen. Links ist die Spur des Autos im Acker zu sehen, rechts der Rettungshubschrauber mit seiner wohl bislang kürzesten Anflugzeit.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Schnell waren Beamte vor Ort. Der BMW stand inzwischen nur wenige Meter von einem Flurbereinigungsweg entfernt.

Der 65-jährige Fahrer lag bewusstlos im versperrten Auto. Geistesgegenwärtig schlugen die Polizisten die hintere linke Scheibe ein und öffneten danach die Fahrertür. Sie befreiten den regungslosen Fahrer aus dem Fahrzeug und leisteten durch eine permanente Herzdruckmassage Erste Hilfe, bis wenige Minuten später der Rettungshubschrauber Christoph 80 und ein Rettungswagen hinzukamen. Dann übernahmen Sanitäter die Wiederbelebung.

Unter laufender Reanimation wurde der 65-Jährige ins Klinikum Weiden gebracht, wo sein Zustand wieder stabilisiert werden konnte. Laut der behandelnden Ärzte habe der Mann sein Leben vor allem dem blitzschnellen Handeln der Polizeibeamten zu verdanken.

„Die Kollegen werden intern nochmal belobigt“, zollt Polizeisprecher Mario Schieder den beiden Beamten Respekt. Polizisten hätten in der Regel die gleiche Erste-Hilfe-Ausbildung wie jeder Führerscheinneuling, frischten ihr Wissen aber jedes Jahr mal auf. Dass einer der beiden Retter mal im Klinikum gearbeitet hat, bevor er seine Polizeikarriere startete, sei „ein Sechser im Lotto“ für den Geretteten.

Warum der 65-Jährige um ein Haar gestorben wäre, ist offen. Vieles deutet laut Schieder auf einen Herzinfarkt hin. Die Polizeiinspektion hat sich für ähnliche Fälle bereits gerüstet. Sie holte am Donnerstag bei der Integrierten Leitstelle (ILS) neun Beatmungsmasken ab, berichtet ILS-Chef Jürgen Meyer. Kurios ist der Hubschraubereinsatz. Doch wenn es um Leben und Tod geht, ist auch ein Flug über 150 Meter nicht übertrieben, meinen alle am Einsatz Beteiligten.

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