12.12.2019 - 13:19 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Suizid-Aufforderung: Staatsanwalt stellt Ermittlung gegen Linken-OB-Kandidaten ein

Der OB-Kandidat der Weidener "Linken" kann aufatmen. Daniel Ali Zant hat einen anderen Lokalpolitiker zum Suizid aufgefordert, die Staatsanwaltschaft ermittelte. Das ist nun vom Tisch, Zant geht wieder in die Offensive.

Ali Zant muss für die Aufforderung zum Suizid an den politischen Gegner keine Strafverfolgung mehr fürchten
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Die Staatsanwaltschaft Weiden hat die Ermittlung gegen Zant eingestellt. Dies hat Leitender Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer bestätigt. Zuvor hatte Zant die Einstellung selbst publik gemacht. Der Kreisvorsitzende der Bayernpartei, Roland Bayer, hatte den OB-Kandidaten der Linken wegen Bedrohung und Beleidigung angezeigt.

Weiden in der Oberpfalz

Hintergrund war ein Facebook-Kommentar Zants zu einer Bayernpartei-Demo: "Ab zum Baden im Starnberger See. Der Kini war auch schon dort", hatte Zant geschrieben und so auf eine Bayernpartei-Ikone angespielt: König Ludwig II. war in dem See zu Tode gekommen, bis heute ist unklar ob durch Suizid oder Mord. Dem Schluss der Bayernpartei folgte der Staatsanwalt nun nicht. Der Kommentar erfülle nicht die strengen Bedingungen des Strafrechts, erklärte Schäfer. Ausdrücklich sei dies kein Urteil zu Moral- oder Stilfragen. "Dazu können und wollen wir nichts sagen."

Spott über "örtlichen Kini"

Zant hatte nach der Anzeige von "Satire" und einem Missverständnis gesprochen, für das er sich auch entschuldigte. Nun aber sagt er: Der "örtliche Kini der Bayernpartei" habe sich mit der Anzeige lächerlich gemacht, schreibt er auf Facebook.

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Kommentare

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A. Schmigoner

Wie zu erwarten, hat die Staatsanwaltschaft Weiden das Verfahren gegen Daniel Ali Zant eingestellt. Es hat sich laut Staatsanwaltschaft nicht um eine (grundsätzlich strafbare) Suizid-Aufforderung gehandelt, sonst wäre Zant ja angeklagt worden. Die Anzeige der Bayernpartei lautete auf „Beleidigung und Bedrohung“. Hat Zant dem Kreischef der Bayernpartei ein Bad im See empfohlen oder gar mit einem Bad im See gedroht? Es hat sich immer nur um einen satirischen Zweizeiler gehandelt, nie um eine „Suizid-Aufforderung“, wie Wolfgang Würth nun erneut schreibt („Daniel Ali Zant hat einen anderen Lokalpolitiker zum Suizid aufgefordert…“)! Hinweis zur Unterscheidung: Wer eine echte Suizidaufforderung lesen will, kann dergleichen nach 30 Sekunden Suche in den "sozialen Medien" finden (Wirf dich vor den Zug..., nimm dir einen Strick...).
Die Bayernpartei vertritt außerdem in Sachen „Kini“ ausschließlich die Mordtheorie, verübt durch preußische Geheimagenten. Wenn die Bayernpartei selbst nie von "Suizid" im Starnberger See sprechen würde, wieso bringt H. Würth diesen Aspekt in die bisherige Berichterstattung und erneut im vorstehenden Artikel ein? Um eine laue Geschichte in „Bild-war-dabei-Manier“ aufzupeppen? Von einem Redakteur des DnT muss man erwarten können, dass er eine im Kontext getroffene Aussage realistisch bewerten kann, ohne seine persönlichen Aversionen in den Vordergrund zu stellen. Ein journalistisch enttäuschender Bericht mit dem faden Beigeschmack des „Nachtretens“. Irgendwas wird an Zant schon hängen bleiben…

15.12.2019