18.02.2020 - 16:42 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Tierheim Weiden: Spatenstich noch in diesem Jahr?

Es tut sich was beim Tierheimneubau. Pläne liegen zur Ansicht aus. Dafür wird es höchste Zeit. Ende 2020 endet die Betriebserlaubnis für das stark in die Jahre gekommene Tierheim. Doch längst sind nicht alle Fragen geklärt.

Das alte Tierheim dürfte bald ausgedient haben. Im Rathaus liegen die Pläne für den neuen Gebäudekomplex bereits für die Anwohner aus.

Seit dem 10. Februar liegen im Rathaus Baupläne für das neue Tierheim aus - ein Vier-Millionen-Euro-Projekt. Zwar dürfen nur unmittelbare Tierheim-Nachbarn einen Blick darauf werfen. Noch können Anwohner bis zum 10. März Einwände gegen das geplante Gebäude mit Hundezwingern, einer Wohnung, einer Garage und 17 Stellplätzen erheben. Dass die Pläne aber überhaupt ausliegen, zeigt, dass der Spatenstich näherrückt.

Mariele Junak, die Vorsitzende des Weidener Tierschutzvereins, hofft, dass die Frist ohne größere Probleme verstreicht. Denn wie ein Damoklesschwert schwebt das Wissen über den Tierschützern, dass Ende 2020 die Betriebserlaubnis für das Tierheim enden wird. Doch Junak ist guter Dinge: "Wenn die Anwohner nicht von gesetzlichen Mitteln Gebrauch machen, und sich die Sache so nach hinten verzögert, und wenn mit den Finanzen alles glatt geht, dann kann der Spatenstich noch in diesem Jahr stattfinden." Genau das sei wichtig. Eine Amtstierärztin habe Junak gegenüber angedeutet, dass mit dieser Option eine Verlängerung der Betriebserlaubnis für das alte Gebäude auch möglich wäre.

Das neue Weidener Tierheim in der Planungsphase

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Pläne bleiben Geheimsache

Die vorläufigen Pläne für das neue Tierheim möchte Junak der Öffentlichkeit noch nicht präsentieren. Was sie aber schon verraten kann: Der neue Gebäudekomplex soll sich auf 1600 Quadratmeter erstrecken und somit deutlich größer als der derzeitige werden. Dabei gehe es aber nicht darum, mehr Tiere unterzubringen, sondern darum, den Tieren dort ein angenehmeres Leben zu ermöglichen. "Wir wollen die Tiere nicht einpferchen, sie sollen mehr Platz bekommen." 25 Hunde, 50 Katzen und 20 Kleintiere sollen in dem neuen Tierheim eine Herberge finden.

Natürlich muss das Tierheim auch dann weiterhin funktionieren, wenn das Anwesen in der Schustermooslohe zur Baustelle wird. "Wir haben vor, zunächst die Zwingeranlagen abzureißen und das vordere Haus sowie die Garagen so umzubauen, dass auch während der Bauarbeiten zumindest ein Minimalbetrieb möglich ist", sagt Junak. Natürlich komme ein hartes Jahr auf die Tiere und Tierschützer zu. Junak ist aber davon überzeugt, dass sich die Arbeit lohnen wird.

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Finanzen noch nicht geklärt

Unterdessen ist die Finanzierung nach wie vor nicht vollständig in trockenen Tüchern. Der Tierschutzverein als Bauherr des Projekts steuert selbst eine halbe Million Euro bei. Bleiben die restlichen 3,5 Millionen. Diese sollen sich Junak zufolge zu gleichen Teilen auf die Stadt Weiden und die Landkreis-Kommunen aufsplitten. "Schließlich ist es eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Der Tierschutzverein übernimmt von den Gemeinden kommunale Aufgaben. Da ist es klar, dass sie sich am Tierheim-Neubau beteiligen", sagt Junak.

Probleme könnten sich allerdings mit den einzelnen Landkreis-Gemeinden ergeben, die nicht zwangsweise dazu verpflichtet sind, die 1,75 Millionen Euro für den Tierheimneubau mitzutragen. Junak zufolge versucht Rupert Troppmann, derzeit Gemeindetagsvorsitzender im Landkreis, mit den 38 Kreis-Gemeinden noch vor der Kommunalwahl am 15. März Gespräche führen, um zu sehen, wer den Neubau unterstützen möchte.

Kommentar:

Tierschutz leistet wichtige Aufgabe

Der Weidener Tierschutz übernimmt wichtige Aufgaben. Die finanzielle Unterstützung für den Verein mit den nötigen Mitteln sollte daher selbstverständlich sein.
Seit 2012 geht das Gezeter um das heruntergekommene Tierheim schon. Es stellt sich die Frage, ob es jemals einen Schritt nach vorne gegeben hätte, wäre nicht der Tierschutzverein selbst aktiv geworden, indem er die Bauherrschaft übernahm. Und ob der jetzige Entwurf, so wie er den Nachbarn des Tierheims im Rathaus nun vorliegt, tatsächlich so gebaut wird, steht noch in den Sternen.
All zu oft scheinen viele zu vergessen, dass die Tierschützer sich um die kümmern, für die sonst keiner ein Herz oder erst recht keinen warmen Platz in der Stube hat. Die Verein leistet ohne selbst davon zu profitieren. Wenn es darum geht, für ein neues Tierheim zu bezahlen, damit der Verein seine Arbeit vernünftig machen kann, sollte es für jede Gemeinde im Landkreis selbstverständlich sein, seinen Teil dazu beizutragen.

Wolfgang Ruppert

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