17.01.2020 - 10:36 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Trennungsopfer Hund

Er, fünfeinhalb Jahre, körperlich und geistig fit, menschenlieb, Rüde, ist auf der Suche nach einem neuen Zuhause – bevorzugt in Weiden. So beschreibt Carmen Baur ihren neuen Schützling, den sie über die "Tierhilfe Franken" vermitteln will.

Kann man diesen Augen widerstehen? Mischlingsrüde "Louisi" freut sich auf ein neues Herrchen oder Frauchen.
von Anne Wiesnet Kontakt Profil

"Louisi" lebt momentan noch bei seiner Besitzerin in Weiden und ist "ein klassisches Trennungsopfer", wie Carmen Baur sagt. Die Vorsitzende der "Tierhilfe Franken" mit Sitz in Betzenstein (Landkreis Bayreuth) vermittelt seit 15 Jahren Tiere wie "Louisi" an neue Herrchen und Frauchen in einem Umkreis von rund Hundert Kilometer. "Die Familie hat sich getrennt und jetzt ist die neue Wohnung zu eng für den Hund", begründet sie die Suche nach einer Bleibe für den flauschigen Vierbeiner. Baur würde sich nun wünschen, dass der Australian-Shepherd-Mischlingshund auch wieder in Weiden unterkommt. Der Vorteil wäre, dass sich alte und neue Besitzer vorab öfter mal zum Gassigehen treffen könnten. Hund und neues Herrchen oder Frauchen könnten sich so dann besser beschnuppern und schauen, ob es passt.

Die tierliebe Fränkin beschreibt "Louisi" auch als einen Hütehund, der ausgiebige Spaziergänge liebt, eine Begleithundeprüfung abgelegt hat und an Kinder und andere Tiere gewöhnt ist. Um die Bewegungsfreude des Rüden zu unterstützen, sollte das neue Heim einen Garten haben. "Louisi" brauche außerdem klare Ansagen und einen Besitzer, "der einen Hund auch lesen kann".

Baur ist guter Hoffnung, dass "Louisi" eine neue Heimat findet. Die Gründerin und Vorsitzende der ehrenamtlichen Organisation, zu der rund 350 Helfer gehören, hat schon viele Tiere an den Mann oder die Frau gebracht. 40 Hunde seien es derzeit, die so lange in Pflegefamilien untergebracht sind, bis sie ein langfristiges Zuhause finden - so das Konzept der Tierhilfe. Kosten für Futter, Tierarzt, Leinen und Co. bezahlt der Verein den Pflegefamilien. "Sie bekommen das gesamte Equipment von uns", erklärt Baur. Jede Pflegefamilie nehme im Jahr drei bis vier Hunde auf, bis diese weiter vermittelt werden können. Damit das alles finanziert werden kann, verkaufen die ehrenamtlichen Helfer selbst gemachte Produkte wie Marmelade und Apfelsaft auf Märkten.

Auf die Idee, die Tierhilfe zu gründen, ist Baur so gekommen: "Ich war in einem Tierheim tätig und habe mir gedacht, es muss noch etwas anderes geben als eine Zwinger-Lösung." Aus Erfahrung wisse sie, dass Hunde, die einen Zwinger nicht gewöhnt sind, sich dort auffällig verhalten und dann weniger vermittelt werden können. Die Fränkin suchte deshalb nach einer tierlieberen Lösung und gründete den Verein.

Info:

"Tierheim besser als aussetzen"

Jutta Böhm ist die Leiterin des Weidener Tierheims und froh darüber, dass es solche Einrichtungen wie die "Tierhilfe Franken" gibt. "Es ist sicher besser, wenn man die Tiere privat vermittelt und ihnen das Tierheim erspart. Aber Tierheim ist immer noch besser als aussetzen", sagt sie. Dass die Hunde erst durch Zwinger und Käfige schwierig werden, kann sie sich nicht vorstellen. "Schwierige Tiere sind schon schwierig, wenn sie zu uns kommen. Sie haben dann keine richtige Erziehung bekommen."

Info:

Kontakt zur "Tierhilfe Franken"

Wer "Louisi" gerne bei sich aufnehmen möchte, kann mit Carmen Baur Kontakt aufnehmen unter Telefon 0171/5307237 oder 09244/9823166.

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