19.11.2019 - 17:16 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

US-Firma schenkt Weiden Boeing-Rumpfteil mit Namen der Stadt

Kann ein Schrottteil Freude bereiten? Es kann. Wenn es sich um ein ganz besonderes Stück handelt. Genau so eines hat die Stadt Weiden jetzt erhalten.

Das Original-Rumpfteil der Boeing 737-300 mit dem Schriftzug "Weiden i.d. Opf." ins im Stadtmuseum gelandet, zur großen Freude von Kulturamtschefin Petra Vorsatz und Haustechniker Richard Weiß.
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Nämlich das Rumpfteil der Boeing 737, auf dem sich der Schriftzug "Weiden i. d. Opf." befindet. Zu verdanken hat die Stadt dieses einmalige Stück dem Amerikaner Ray Walvis. Er ist Kundenbetreuer bei der Firma "Drift Aerospace" in Fort Lauderdale (Florida). Deren Spezialität ist es, ausrangierte Flugzeuge auseinander zu nehmen und weiter verwertbare Einzelteile wieder zu verkaufen.

In diesem Fall ging es dem Unternehmen allerdings nicht um Gewinn. Im Gegenteil: Es machte der Max-Reger-Stadt das Rumpfteil zum Geschenk. Und: "Ray Walvis scheute dabei keine Mühe", berichtet Kulturamtschefin Petra Vorsatz begeistert. Am 29. Mai nahm er per E-Mail das erste Mal Kontakt mit dem Stadtmuseum auf. Auf Deutsch. Denn der Amerikaner ist mit einer Deutschen verheiratet und "spricht auch sehr gut Deutsch", wie Petra Vorsatz inzwischen festgestellt hat.

Er berichtete, seine Firma habe vor kurzem zwei Lufthansa Boeing 737-Flugzeuge gekauft, darunter die D-ABEF, getauft auf den Namen "Weiden i. d. Opf.", und die D-ABEC, getauft auf den Namen Karlsruhe. Walvis wies darauf hin, dass diese beiden Flugzeuge einen bedeutenden Platz in der deutschen Luftfahrtgeschichte einnehmen. Denn bereits 1967 sei die Lufthansa Leitkunde der Boeing 737 geworden. Seitdem habe die deutsche Fluggesellschaft mit ihrer 737-Flotte Millionen von Kilometern zurückgelegt. Bis schließlich der Entschluss gefallen sei, die Boeing 737 durch effizientere Flugzeuge zu ersetzen.

Der Flugzeugexperte wusste auch, dass die "Weiden i. d. Opf." ihren allerletzten kommerziellen Flug mit der Flugnummer LH 153 am 29. Oktober 2016 von Nürnberg nach Frankfurt am Main absolviert hat. Walvis dazu: "Damit ist ein fast 50-jähriges Kapitel der deutschen Fluggeschichte endgültig zu Ende gegangen."

"Er ist ganz reizend", schwärmt die Kulturamtsleiterin, die mit dem Amerikaner seitdem häufig Kontakt hatte. Denn er hat dem Stadtmuseum nicht nur den Rumpfteil mit dem Namen der Stadt als Geschenk vermittelt. Er hat die Kulturamtsleiterin auch dabei unterstützt, eine günstige Transportfirma zu finden. Das war schwieriger als gedacht. Walvis vermittelte schließlich eine Firma mit Sitz in Bremen.

Das Rumpfteil mit dem Schriftzug wurde in seinem Unternehmen sorgfältig ausgesägt, zugerichtet und verpackt. Jeden einzelnen Schritt hielt der Amerikaner dabei im Bild fest. Beeindruckt zeigte er sich, dass Weidens Oberbürgermeister Kurt Seggewiß ebenfalls großes Interesse an dem Flugzeugteil hat.

Das ist schließlich nach langwierigen Vorbereitungen am 12. November in Weiden gelandet. Nicht lange nachdem der Lufthansa-Airbus A 320 mit dem Namen "Weiden in der Oberpfalz" erstmals durchgestartet war. Interessierte Bürger sollen das gute Stück demnächst in einer Ausstellung im Foyer des Alten Schulhauses betrachten können, plant Vorsatz. Möglichst noch ergänzt um Fotos oder gar eine Uniform des Flugkapitäns Helmut Reiß, der die Boeing 737 häufig gesteuert hat und vielen Bürgern in Weiden bestens bekannt ist.

Ray Walvis (links) hat den Kontakt zum Stadtmuseum aufgenommen und den Rumpfteil der Boeing 737 gemeinsam mit Tyler Augustin gut verpackt auf den Weg gebracht.
1,71 mal 0,51 mal 0,13 Meter misst das Rumpfteil mit dem Schriftzug "Weiden i. d. Opf.".
Jeden Verpackungsschritt haben die Mitarbeiter der Firma "Drift Aerospace" in Florida im Bild festgehalten, bevor sie das gute Stück auf die Reise nach Weiden schickten.
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